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Mit
Greg Lamberson bin ich erstmals vor ein paar Monaten in Kontakt
gekommen, als ich ihn nach einer Promo CD des coolen "Johnny Gruesome"
Albums gefragt hatte. Damals wusste ich noch gar nicht, dass Greg nicht,
wie ich anfangs fälschlicherweise gedachte hatte, ein Rockmusiker ist,
sondern vielmehr ein Regisseur von B-Movies und Autor von Horrorromanen.
Und da ich selbst auch ein totaler Horrorfan bin, hab ich gleich mal die
Chance genutzt und die DVD von Greg's Splatterstreifen aus den späten
80ern, "Slime City", mit bestellt... von dem Film hatte ich zuvor noch
gar nichts gehört, aber die Reviews, die ich auf IMDB und anderen Seiten
dazu gelesen hatte, ließen mich mehr als neugierig werden. Und was
soll ich sagen, als ich die DVD dann endlich inden Händen hielt, wurden
meine Erwartungen weiß Gott nicht enttäuscht!! Der Film ist einfach
supercool und hat's auf jeden Fall verdient,im DVD Regal gleich neben
anderen radioaktiven Klassikern wie "The Toxic Avenger", "Atomic
Thrill" und "Class Of Nuke 'Em High" einsortiert zu werden!!
Wenn du also auf Grusliges und Groteskes
stehst, dann schnapp dir am besten gleich eine Flasche Bier, leg eine
alte Ramones LP auf und nimm dir ein paar Minuten Zeit um dieses
Interview zu lesen, das ich mit Greg über MSN geführt hab. Greg
entpuppte sich dabei wirklich als sehr sympathischer, redseliger und
cooler Gesprächspartner und so kann ich allen B-Movie Freaks,
Bücherwürmern, Indie Filmemachern und anderen Horrorverrückten
unter euch nur empfehlen, sich dieses Interview von vorn bis hinten
durchzulesen!!
Einleitung
(Einleitung
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Filmemachen
·
Slime City
·
Slime City auf DVD
·
Slime City Massacre
·
Greg's Romane
·
Cheap Scares!)
Greg:
Vie geht es inen?
Mir geht’s super! Wollen wir das
Interview auf Deutsch machen? ;)

Greg:
Nein! Ich habe 1979 ein Jahr lang einen Deutschkurs belegt und dann noch
mal zwei Wochen im Jahr 1980. Alles, woran ich mich erinnern kann, ist
"Ich heisse Fraulein Braun. Schliessen sie das fenster!".
Na ja, zumindest ist das mehr als ich
noch von dem Spanisch Kurs weiß, an dem ich vor gut zwei Jahren mal
teilgenommen hatte. Aber genug geplaudert und los geht’s!! In einem
Interview mit Rogue Cinema hast du einmal gesagt, dass du „schlicht und
ergreifend ein Horrortyp“ wärest und dass all dein künstlerisches
Schaffen bis zu einem bestimmten Grad Horror-Bezug hätte. Kannst du dich
denn noch daran erinnern, wann und wie deine Faszination für das
Gruselige, Dunkle und Makabre erstmals aufkam?
Greg:
Ich versuche mal, mich soweit zurückzuerinnern, wie es mein Gedächtnis
eben zulässt: Meine Mutter hat mich alleine großgezogen und schon im
zarten Alter von vier Jahren hat sie damit begonnen, mich ins nahe
gelegene Kino mitzunehmen. Außerdem hat sie mir auch viele Comicbücher
gekauft und in diesen Comics waren Anzeigen für eine Serie von "Aurora"
Plastikmonstermodellen, die im Dunkeln leuchten. Spätestens da hat’s
mich endgültig erwischt: Ich hab die Anzeigen ausgeschnitten und sie
überall um meinen Fernseher herum aufgebaut. Dann hab ich mir die
Modelle gekauft und bin bis spät in die Nacht wach geblieben, um die
Filme zu sehen, die als Inspiration für die Modelle gedient hatten.
Kannst du dich noch an den allerersten
Horrorfilm erinnern, den du überhaupt je gesehen hast?
Greg:
PINOCCHIO GOES TO MARS! Meine
Mutter ist sehr liberal und ich bin schon von klein auf mit einem
Fernseher im Zimmer aufgewachsen. Ich hab mir Episoden von THE TWILIGHT
ZONE reingezogen, die mir die Nackenhaare zu Berge stehen lassen haben.
Der erste richtige Horrorfilm, den ich mir angeschaut habe, war DRACULA
HAS RISEN FROM THE GRAVE. Ich was schon als Kind die Hammer-Filme cooler
als die Universal Classics.
Was ist das Besondere, dass
Gruselgeschichten (“Gothic Novels”) und Horror Filme so faszinierend und
fesselnd macht? Warum ist dein Interesse am Horror Genre auch nach über
drei Jahrzehnten als Fan, Filmemacher, Romanautor und Fanzine Redakteur
noch immer genauso stark vorhanden wie eh und je?
Greg: Ich
war schon immer der Meinung, dass das Horror-Genre, mehr als jedes
andere Genre, den Leuten die Möglichkeit gibt, ihre rohen und
ungeschliffenen Emotionen zu erleben. Und das ist natürlich etwas sehr
gewaltiges. Wenn ich das Wort "Gothic" höre, dann denke ich eher an die
traditionellen gotischen Urbilder: ein großes Herrenhaus auf einem
Hügel, stürmische Klippen, ein verlassenes Schloss… und dies sind ja
doch eher sehr romantische, klassische Vorstellungen.
Wie dem auch sei, es kam mir niemals so
vor, dass ich zu alt geworden bin, um auf Horror abzufahren. Zum einen,
weil ich nun mal auf Monster stehe und zum anderen, weil ich einfach
auch nie das Gefühl gehabt hatte, dass man überhaupt zu alt dafür sein
kann, ein Horror-Fan zu sein. Horror kommt in allen möglichen Bereichen
der Erwachsenenunterhaltung vor, z.B. auch in Kriminalgeschichten und
Thrillern. Jeder
von uns hat vor irgendetwas Angst.
Erste
Schritte im Filmbusiness
(Einleitung
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Filmemachen
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Slime City
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Slime City auf DVD
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Slime City Massacre
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Greg's Romane
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Cheap Scares!)
Mitte/Ende
der 80er hast du begonnen, auch aktiv in der Filmindustrie mitzumischen.
Zu dieser Zeit hast du nämlich u.a. an den Sets von Kultstreifen wie
“Elmar“ oder “Atomic Thrill“ gearbeitet. Was war ausschlaggebend für
deine Entscheidung, nicht mehr einfach nur Fan zu sein, sondern auch
selber Horrorfilme zu drehen?
Greg:
Ich wusste schon als Kind, dass ich Geschichten erzählen wollte. Zuerst
habe ich Comics gezeichnet, dann Stop Motion Animationen gemacht. Als
STAR WARS in die Kinos kam, wurde mir klar, dass Film dasjenige Medium
ist, das alle diese verschiedenen Ansätze in sich vereint. Damals war
ich in der siebten Klasse und ich wusste seitdem, dass ich später einmal
zur Filmhochschule gehen und Filme drehen wollte. Da ich meine ganze
Kindheit in einem kleinen Städtchen verbracht hatte und es zu dieser
Zeit natürlich auch noch kein Internet und dergleichen gab, wusste ich
praktisch gar nichts übers Filmemachen.
Das kam erst als ich nach New York City
gezogen bin. BASKET CASE lief gerade als "Midnight Movie" und TANZ DER
TEUFEL und THE DEADLY SPAWN wurden in einem Kino gezeigt, in dem ich
arbeitete. Wie sich später herausstellen sollte, hasste ich die
Filmhochschule! Also brach ich mein Studium nach einem Jahr wieder ab um
stattdessen Filme zu drehen und ich bekam auch prompt eine Stelle als
Produktionsleiter bei ATOMIC THRILL.

Wie war es mit einer Horrorikone wie
Frank Henenlotter zusammenzuarbeiten und inwiefern würdest du sagen,
dass die Arbeit am Set eines Films wie “Elmar“ dir dabei geholfen hat,
dein Können und Wissen als Filmemacher zu verbessern? Was konntest du
von jemandem wie Frank Henenlotter lernen, das dir deine Lehrer an der
Filmhochschule nicht beibringen konnten?
Greg:
Jimmy Muro, der später Regie bei STREET TRASH führen sollte, war ein
Kumpel von mir auf dem College (er hat seinen Abschluss ebenfalls nicht
gemacht). Da Jimmy als Produktionsassistent bei BASKET CASE gearbeitet
hatte, war er so etwas wie ein Star bei uns in der Klasse. Durch ihn
haben mein Freund Peter Clark und ich Frank kennen gelernt. Der kam
nämlich regelmäßig in der Videothek vorbei, in der wir damals
arbeiteten. Frank und sein Produzent, Edgar Levans, haben Peter und mich
dann mit unserem späteren Anwalt in Kontakt gebracht, so dass wir die
Slime City Company gründen konnten. Wir waren also schon in Kontakt
miteinander bevor ich bei ELMAR mitgearbeitet hatte und ich hatte—und
habe—enormen Respekt für Frank.
Peter und ich haben SLIME CITY übrigens
gedreht, bevor wir bei ELMAR am Set arbeiteten und wir haben die Post
Production verschoben, um bei Frank’s Film mitmachen zu können. Frank
ist ein unglaublicher Historiker und wann immer er eine Anekdote oder
Geschichte erzählte, lassen die Leute um ihn herum alles stehen und
liegen um ihm zuzuhören. Er weiß auch haargenau was er will in Punkto
Einstellungen und Aufnahmen und das ist ein Talent, mit dem nicht viele
Regisseure gesegnet sind. Die meisten Leute sagen zwar, dass sie wissen
was sie wollen, aber das stimmt nicht! Wenn ich zuerst am Set von ELMAR
gearbeitet hätte, wäre SLIME CITY mit Sicherheit ein besserer Film
geworden. Mein zweiter Film, UNDYING LOVE, der auf VHS unter dem Titel
NEW YORK VAMPRE erschienen ist, aber bisher noch nicht auf DVD
veröffentlicht wurde, ist in Bezug auf die Regiearbeit sehr viel besser
ausgefallen als SLIME CITY.
I möchte aber keinesfalls den Eindruck
erwecken, als hätte ich schlechte Lehrer an der School Of Visual Arts.
So habe ich z.B. “Produktion“ bei Roy Frumkes studiert, der inzwischen
auch ein guter Freund von mir ist.
Die
Entstehungsgeschichte von “Slime City”
(Einleitung
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Filmemachen
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Slime City
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Slime City auf DVD
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Slime City Massacre
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Greg's Romane
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Cheap Scares!)
Aha, ich wusste gar nicht, dass du am
Set von “Elmar” gearbeitest nachdem “Slime City” abgedreht war… aber
halb so wild, denn nun, wo du den Namen “Slime City“ schon mal ins Spiel
gebracht hast, können wir auch gleich ’ne Runde über diesen Streifen
quatschen. Sofern ich richtig informiert bin, hast du den Film 1986
geschrieben. Was war es für ein Gefühl, auf einmal nicht mehr nur am Set
von anderer Leute Filmen zu arbeiten (wie z.B. “Plutonium Baby“ oder
“Atomic Thrill“), sondern vielmehr dein ganz eigenes Stückchen
Horrorfilm Geschichte zu kreieren?
Greg:
Alle glauben, dass ich zuerst bei ELMAR mitgearbeitet habe, da dieser
Film vor “Slime City” veröffentlicht wurde. Wie STREET TRASH, so hatte
auch ELMAR ein Budget von 900,000 US$ und von daher hatten sie natürlich
auch genügend Geld um ihren Film innerhalb des Zeitplans fertig zu
stellen. SLIME CITY hatte ein Gesamtbudget von 50,000 US$ und ich selbst
hatte nur 35,000 US$ zur Verfügung, von daher zogen gute zwei Jahre ins
Land, ehe der Film endlich fertig war.

Sobald ich die Filmhochschule verlassen
hatte, fasste ich einen Plan: Ich schrieb das Drehbuch zu SLIME CITY und
sagte zu Peter: „Wir werden diesen Film machen.“
Dann arbeiteten wir am Set von ATOMIC
THRILL, um zu lernen, was genau von Nöten ist, um einen richtigen Film
zu machen und nicht nur einen Stummfilm auf Super 8, wie wir sie in der
Filmhochschule gedreht hatten. Nach den Dreharbeiten zu SLIME CITY
arbeiteten wir am Set von PLUTONIUM BABY für ungefähr zwei Wochen, ehe
wir uns dem Schneiden von SLIME CITY widmeten und dann Teil der
ELMAR-Crew wurden. Die Arbeiten an diesen vier Filmen gingen also
innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums vonstatten. Und zur selben Zeit
wurde außerdem auch noch STREET TRASH in Brooklyn aufgenommen.
Obwohl ein Budget von 50,000 US$ (oder
sogar nur 35,000 US$) geradezu mikroskopisch klein wirkt, wenn man es
mit den Standards von Hollywood & Co vergleicht, so ist es doch eine
ganz schöne Menge Geld, wenn man bedenkt, dass du damals lediglich ein
22 Jahre alter Filmstudent warst. Wie hast du’s fertig gebracht, soviel
Geld für dein Regiedebüt aufzutreiben?
Greg:
Die ganze ökonomische Situation war damals komplett anders. Das Medium
VHS war gerade neu auf dem Markt und die Menschen zahlten 80 US$ für
einen großen Blockbuster und 60 US$ für Filme, von denen sie vorher noch
nie gehört hatten. Die Videotheken haben also gut und gerne 40 bis 60
US$ pro Kassette ausgegeben und die Vertriebe scheffelten ein Vermögen.
Peter, ich und unserer dritter Partner, Marc Makowski, haben 20,000 US$
aus eigener Tasche bezahlt und dann haben wir unsere Freunde und Familie
so lange beackert, bis sie weitere 15,000 US$ reingebuttert hatten. Zu
guter Letzt hat uns auch noch ein Handelsvertreter eines Filmvertriebs
einen Vorschuss von weiteren 20,000 US$ gegeben.
Wenn ich das richtig verstanden hab,
dann hast du im Audiokommentar zu “Slime City“ erzählt, dass die gesamte
Crew für lau gearbeitet hat. Und immerhin haben an dem Film nicht nur
Freunde von dir teilgenommen, sondern auch Profis wie z.B. der
“Splatter University“-Star Dick Biel, der “Street Trash“ Regisseuer Jim
Muro oder das “Class Of Nuke ’Em High“ Special Effects Team Scott
Coulter und Tom Lauten. Wie hast du es geschafft, dass all diese Leute
umsonst an deinem Film mitgearbeitet haben?
Greg:
Jimmy wollte uns einfach einen Gefallen tun und hat deshalb einen Tag
als Steadicam Operator für uns gearbeitet. Scott und Tom hatten ein
Budget von 7,000 US$ für die Special Effects und ich denke schon, dass
sie davon einen Teil als Bezahlung einkassiert haben, auch wenn’s
natürlich nicht viel war. Und Dick Biel, den ich übrigens vor ein paar
Jahren mal wieder getroffen hatte, war wie jeder andere Schauspieler
auch sehr interessiert daran, in möglichst vielen Filmen aufzutreten, um
Material für sein Demoband zusammenzubekommen. Alle haben sich für
dieses Projekt richtig reingehängt, da sie gesehen hatten, dass sie am
Ende um ein paar gute Aufnahmen für ihre Demobänder reichen sein würden.
Es freut mich übrigens, dass du Dick erkannt hast. Ich wünschte ich
hätte ihn in den Credits gesondert angekündigt und irgendwas im Sinne
von “Und Dick Biel als Irish O’Bannon!“ geschrieben.
Joa, ich hab ein altes Video von
“Splatter University”... obwohl ich ja gestehen muss, dass ich Dick Biel
nur erkannt hab, da du im Audiokommentar zu “Slime City“ an einer Stelle
anmerkst, dass er auch in “Splatter University“ mitgewirkt hat. Wenn ich
ehrlich bin, dann ist “Splatter University“ auch nicht unbedingt einer
meiner Lieblingsfilme… wenn Wolf und die anderen Teenager mehr
Screentime bekommen hätten, wär der Film um Längen besser. Aber egal.
Zurück zu “Slime City“…
Im Jahre 1988 war es dann endlich so
weit und “Slime City” flimmerte zum ersten Mal über die Kinoleinwände
der New Yorker Lichtspielhäuser. Obwohl der Film nur ein paar Wochen
lang lief und keinen großen, landesweiten Release sein eigen nennen
konnte, muss es trotzdem supercool gewesen sein, mitzuerleben, wie der
“Slime City“ vor dutzenden Filmfans öffentlich aufgeführt wurde. Kannst
du dich noch an das allererste Screening von “Slime City“ erinnern?
Greg:
SLIME CITY feierte im Waverly Twin seine Premiere, wo zur selben Zeit
auch BASKET CASE und ATOMIC THRILL im Spätprogramm liefen. Die erste
Aufführung entpuppte sich als echtes Desaster! Das Kino hatte zwar einen
16mm Projektor gemietet, allerdings war der Vorführer zu faul, um den
35mm Projektor vorher zur Seite zu schieben und so war das halbe Bild
die ganze Zeit hinüber unscharf. Jedes Mal wenn er die Schärfe angepasst
hatte, wurde die andere Hälfte unscharf. Ganz im ernst, es war eine der
schlimmsten Nächte meines Lebens—bis UNDYING LOVE im Jahre 1992 Premiere
feierte und der Stecker des Projektors mit der Steckdose verschmolzen
ist und wir mitten in der Vorführung für gute 45 Minuten ohne Strom
dastanden!
Aber die Vorführung im Spätprogramm—in
einem anderen Kino, nämlich dem Bleeker Street Cinema—verlief
fantastisch: SLIME CITY lief an sechs Wochenenden in Folge, was durchaus
achtbar ist, und vier oder fünf Vorstellungen waren sogar komplett
ausverkauft. Die Leute lachten und johlten und einige sind sogar in der
Mitte der Vorstellung noch dazu gekommen (anstatt abzuhauen).
Es war einfach nur
großartig.
In den folgenden Jahren ist “Slime City”
mehrfach auf VHS in den USA und diversen anderen Ländern erschienen.
Waren dies offizielle Veröffentlichungen, für die du auch entsprechend
entlohnt wurdest, oder waren es vielmehr Bootlegs, die ohne dein Wissen
und deine Zustimmung hergestellt wurden?
Greg:
Wir hatten einen offiziellen Deal über einen VHS Release in den USA mit
Camp Motion Pictures. Sie zahlten uns das Geld für die ersten 2,500
Kopien im Voraus—das waren immerhin 13,000 US$—doch dann verschwanden
sie einfach so über Nacht ohne uns die nächsten 13,000 US$ zu zahlen,
die sie uns noch schuldeten.
Was den ausländischen Vertrieb
anbelangt, so waren diese Deals (oder zumindest diejenigen, von denen
wir wissen) ebenfalls legitim und wir haben am Ende noch weitere 3,000
US$ bekommen, nachdem unser Auslandsvertreter die 20,000 US$, die er uns
incl. Zinsen und Gewinnbeteiligung vorgestreckt hatte, vollständig
wieder einkassiert hatte. Aber natürlich kann er den Film auch in
weitere Länder verkauft haben, ohne dass wir davon etwas wussten, oder
aber er kann einfach so zusätzliche Kohle in die eigene Kasse gesteckt
haben. Eine ganze Menge dieser Typen waren regelrechte Gauner. Als wir
unseren Auslandsvertreter zuhause besucht hatten, um unser Material
abzuholen, entpuppte sich seine bescheidene Bleibe als regelrechte Villa
mit mehreren Etagen und einem eigenen Vorführraum für Kinofilme—und ich
bin mir sicher, dass all dieser Luxus mit dem Blut von unabhängigen
Filmemachern bezahlt wurde.
Aus rein persönlichem Interesse würde es
mich interessieren, ob du bestätigen kannst, dass auch eine deutsche
Version von “Slime City“ existiert?
Greg:
Nein! Aber ich bin nicht überrascht. Ich würde liebend gern ein Exemplar
sehen und den Namen des Vertriebs herausfinden. Wenn sie die Rechte von
POP Cinema/Shock-O-Rama gekauft haben, dann schulden die mir noch Geld!
Sprichst du hier von einer VHS, DVD oder einem Fernsehfilm?
Ich hab keine Ahnung. Ich hab bisher
noch nie eine deutsche Version von “Slime City“ gesehen… ich hab nur
gefragt, weil die deutschen Versionen von 80er Horrorfilmen in den
meisten Fällen einfach zum Schießen sind, da die Übersetzung und
Synchronisation so ungeheuer schlecht ist. Ich bin mir nicht sicher, ob
ich Filme wie “Shock ’Em Dead“, “Atomic Thrill“ oder auch “Beast You!“
genauso gut finden würde, wenn sie nicht diese fürchterlichen
Synchronisationen hätten. Wenn es also eine deutsche Version von “Slime
City“ geben würde, dann würde ich definitiv danach Ausschau halten…

Greg:
Oh, dann hab ich das falsch verstanden. Ich bin froh, dass ich die POP/Shock-O-Rama
Leute nicht gleich einen verdammten Haufen von Dreckssäcken und Dieben
genannt habe, weil ich sie ehrlich gesagt sehr mag. Deutschland war ein
schwieriger Markt in den 80ern. Wie es heute ist, weiß ich nicht. Alle
paar Jahre fragt mich Mike Raso von POP aufs Neue, ob ich noch einen M&E
Track (Tonspur mit lediglich Musik und Effekten) von dem Film habe,
damit er ihn an ein weiteres Land verkaufen kann. Doch leider kann ich
sämtliche Tonspuren schon seit Jahren nicht mehr finden. Ich denk mir
immer: “Wozu das ganze? Haben die keine Untertitel?
Puristen mögen
Untertitel!“.
Soweit ich das mitkriege, kommt hier bei
uns eigentlich kaum ein Film mit Untertiteln raus. Der einzige, der mir
jetzt auf die Schnelle einfällt, ist “Necrofiles 2“ und ich kann mir
kaum vorstellen, dass der ein großer kommerzieller Erfolg war… aber
egal, hier kommt noch ein Frage, die ich eigentlich schon vorher stellen
wollte, jedoch vorhin blöderweise vergessen hatte…
Ein Aspekt von “Slime City”, den ich
wirklich beeindruckend fand, waren die fantastischen Splatter Effects.
Während viele andere Midnight Movies der 80er leider weitaus unblutiger
als erwartet ausfallen, entpuppt sich “Slime City“ als wahres Festessen
für alle Gorehounds. War es sehr schwierig, all diese kultigen Effekts
und vor allem das irre Finale mit solch einem knappen Budget in die Tat
umzusetzen?
Greg:
Na ja, der ganze Film war ein große Herausforderung. Aber ich denke,
dass 7,000 US$—also gut 20% des Budgets, das wir hatten, um den Film in
den Kasten zu kriegen—für damalige Verhältnisse schon ein ganz amtlicher
Betrag war. Scott und Tom haben ein Haus gemietet, das ungefähr eine
Meile von dem Haus entfernt war, das ich gemietet hatte und in dem wir
den Film drehten. Im Keller haben sie ihre Werkstatt eingerichtet. Ein
Typ namens Gary Yee war für das Latex zuständig und Dan Frye war ihr
Assistent und Makeup Artist. Ein Viermann-Team ist für solch eine
Aufgabe schon eine ziemlich gute Besetzung. Aber dennoch war der Dreh
wahrlich zermürbend und so brauchten wir z.B. fünf Tage um das Ende
abzudrehen—und ich spreche hier von 20 Stunden-Tagen. Ich hab den Dreh
immer recht zivil gehalten, es war also nicht wie bei der Dinner Szene
im TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder so. Wir gingen sehr professionell ans
Werk und behandelten alle Crewmitglieder gut. Aber es war
nichtsdestotrotz alles andere als ein Zuckerschlecken!
"Slime City"
DVD auf Retro-Shock-O-Rama
(Einleitung
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Filmemachen
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Slime City
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Slime City auf DVD
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Slime City Massacre
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Greg's Romane
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Cheap Scares!)
Vor ein paar Augenblicken hast du ja
schon einmal die “Slime City” DVD auf Shock-O-Rama angesprochen. Lass
doch mal ein paar Details darüber hören. Wie bist du mit den
Shock-O-Rama Leuten in Kontakt gekommen und wie ist die Zusammenarbeit
mit ihnen gelaufen? Bist du zufrieden damit, wie sie die “Slime City“
DVD neu aufgelegt und vermarktet haben?
Greg:
Mein zweiter Film UNDYING LOVE ist ein
Vampirthriller, der in seiner Machart an einen sehr düsteren,
beklemmenden Film Noir erinnert. Ich finde, dass es bisher mein bester
Film ist und als der Streifen im Spätprogramm lief, ist er auch sehr gut
angekommen und hat gute Kritiken bekommen. Jedoch hat sich der
Videomarkt anno 1990 drastisch verändert und kaum jemand hat noch
sonderlich großes Interesse an Lowbudget Filmen gezeigt. Niemand hat
mehr einen Cent für B-Movies ausgegeben und wir haben uns erfolglos von
einem Business-Vertreter an den nächsten gewandt.
1997 sind wir dann endlich bei E.I.
Cinema gelandet und sie haben den Film als NEW YORK VAMPIRE auf VHS
rausgebracht und er hat sich auch ganz OK verkauft. Ich pass nicht
unbedingt 100% zu E.I. Cinema, da ich eher an klassischem Horror
interessiert bin und sie mehr auf nacktes Fleisch und albernen Humor
stehen. Aber ich kenn MikeRaso und Jeff Faoro nun schon seit über 10
Jahren. Ich mag sie beide und ich glaub auch, dass sie mich mögen und so
ziehen beide Seiten den größtmöglichen Nutzen aus dieser Partnerschaft.
1999 haben sie dann auch SLIME zum
zehnjährigen Jubiläum auf VHS wiederveröffentlicht. Und später haben sie
auch die SLIME DVD rausgebracht. Ich bin dafür sogar auf eigene Kosten
nach New Jersey gefahren um den 16x9 Transfer zu beaufsichtigen und dem
Film so das richtige Framing zu geben. Allein dafür hat sich die ganze
Mühe schon mehr als gelohnt, denn abgesehen von einigen altersbedingten
Abnutzungserscheinungen auf dem 16mm Film, den wir benutzt haben, sieht
die DVD wirklich fantastisch aus. Ich bin mit der ganzen DVD sehr
zufrieden und es freut mich auch, dass NAKED FEAR und meine kleine
Behind-The-Scenes Dokumentation ebenfalls darauf enthalten sind. Alles
in allem ist es echt ein schönes Gesamtpaket.
Durch POP hab ich außerdem viele neue
Freunde gewonnen, wie z.B. Paige Davis, die dort fürs Marketing
zuständig ist oder Justin Wingenfeld, der bei SKIN CRAWL Regie geführt
hat und außerdem bei POP das Warenlager leitet. Wenn sie einfach bloß
meine Filme finanzieren würden, dann würde ich sagen, dass wir eine
kleine, glückliche Familie wären, doch wie ich schon sagte, wir wollen
verschiedene Arten von Filmen machen. Wenn sie UNDYING LOVE (unter
DIESEM Titel) veröffentlichen würden, dann wäre ich bereits ein bisschen
glücklicher.
Die DVD Version von “Slime City”
beinhaltet einen anderen Schnitt als die Originalversion aus den 80ern.
Was sind die größten Unterschiede zwischen diesen beiden Versionen des
Films?
Greg:
Bei der Originalversion sahen die Credits am Anfang wirklich billig aus
und der Abspann war unscharf. Einige Szenen waren etwas länger—30
Sekunden hier, 10 Sekunden da—und ich habe sie geschnitten, um den Film
insgesamt schneller zu machen. Ich hab auch einige Szenen rausgenommen,
die mir im Nachhinein peinlich waren und ich bin weiß Gott niemand, der
schnell rot anläuft.
Scott hatte z.B. die Idee, dass Robert
Sabin’s Haare zunehmend grauer werden, so dass er am Ende die selbe
Haarfarbe hat wie Zachary, der Okkultist, der von seinem Körper Besitz
ergriffen hat. Also haben wir Robert’s Haare immer grauer werden lassen,
doch am Ende hat der Schleim das Grau rausgewaschen und es passte nicht
mehr zusammen. Als Mary Huner am Ende ihr Date mit Robert hat, macht sie
in der ursprünglichen Version einen Witz über seine Haare. Diesen Witz
habe ich nachträglich rausgeschnitten, da ich es für besser hielt, die
Zuschauer nicht noch extra auf die Haare aufmerksam zu machen. Also
beginnt die Szene jetzt damit, dass die beiden auf dem Sofa rummachen.
Die darauf folgende Szene, in der die beiden im Bett liegen nachdem sie
Sex hatten, hat ursprünglich einen der peinlichsten und verschämtesten
Dialoge beinhaltet, die ich je geschrieben hab und hier habe ich fast
das komplette Gespräch geschnitten.
Nun ist der letzte Akt
etwas abrupt—“Wie? Die beiden
hatten Sex???“—aber das ist egal, denn zumindest müssen wir so nicht
mehr so lange auf das große Finale warten.
Hat
der DVD Release das Interesse an “Slime
City” wieder aufleben lassen? Haben viele Fans, die den Film in den
80ern verpasst haben, ihn nun endlich für sich entdecken können?
Greg:
Auf jeden Fall! Es vergeht keine
Woche ohne dass ich Fanmail zu “Slime City” bekomme. So haben mir z.B.
ein Fan aus Irland und ein Fan aus Spanien beide das Gleiche gesagt,
nämlich: “Ich hab diesen Film gesehen als ich noch ein Kind war. Es war
mein erster Splatterfilm und ich hab ihn bis jetzt locker 100 Mal
geguckt!“.
Auch auf Conventions kommen immer wieder
junge Fans zu mir—manche mit der DVD, andere mit der Original VHS—und
erzählen mir, dass sie den Film lieben. Für mich ist so was keinesfalls
selbstverständlich, von daher bedeutet mir solches Feedback wirklich
viel—immerhin repräsentieren genau diese Fans ja auch die Zielgruppe des
Filmes. Die DVD ist vor zweieinhalb Jahren erschienen und dennoch ist es
immer wieder das Gleiche, wenn ein neues Review im Internet auftaucht.
Die Kritiker schreiben jedes Mal aufs Neue: “Ich hab keine Ahnung, wie
ich diesen Streifen verpassen konnte, aber ich liebe ihn!“. Inzwischen
sind 20 Jahre vergangen und ich meine Einschätzung des Filmes ist stets
realistisch geblieben: der Streifen ist was er ist und du musst schon
mit der richtigen Einstellung an ihn herantreten, um ihn wertschätzen zu
können. Es ist einfach fantastisch, dass so viele Menschen den Film im
Laufe der Jahre entdeckt haben und dass sie alle noch immer auf das
stehen, was wir vor so langer Zeit auf die Beine gestellt haben, ohne
dass wir damals auch nur die leiseste Ahnung hatten, was wir überhaupt
tun.
Die langerwartete Fortsetzung: "Slime City
Massacre"
(Einleitung
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Filmemachen
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Slime City
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Slime City auf DVD
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Slime City Massacre
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Greg's Romane
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Cheap Scares!)
Es freut mich zu hören, dass sich “Slime
City” noch immer solch großer Beliebtheit erfreut. War das auch einer
der Gründe dafür, dass du dich nun endlich entschlossen hast, den
Nachfolger mit Namen “Slime City Massacre“ in Angriff zu nehmen?
Greg:
Eigentlich wollte ich nie einen zweiten
Teil von “Slime City” drehen. Der Business-Vertreter, der uns damals
einen Teil des Budgets für den ersten Teil geliehen hat, hatte mich
einmal gefragt, ob ich Interesse daran hätte, eine Fortsetzung zu
drehen. Ich fragte “Wie hoch ist das Budget?“, er sagte “Genauso hoch
wie beim ersten Teil.“ Und ich antwortete ihm “Vergiss es!“. Ich bin mir
auch nicht sicher, ob die Story überhaupt eine Fortsetzung rechtfertigt.
Aber auch 20 Jahre später ist der Film noch immer erfolgreich, weil die
Fans von heute die selben Dinge neu entdecken, auf die auch die Fans in
den 80ern schon gestanden haben: FROM BEYOND, BASKET CASE, FRANKENHOOKER—gute
Lowbudget Streifen mit Latex-Effekten anstelle von CGI. Aufmüpfiges Kino
für ein Nischenpublikum, auf die Beine gestellt von rebellischen
Filmemachern, die nicht bereit sind, ihre Werke zu entschärfen nur um
damit “die größtmögliche Masse an Zuschauern“ ködern zu können.
Dieses Jahr feiert SLIME CITY sein 20.
Jubiläum. Die Schauspieler und ich haben den Film auf diversen Festivals
gezeigt und es war einfach überwältigend. Die Fans haben nach einer
Soundtrack CD gefragt und somit haben der Komponist und ich selbige aus
eigener Tasche produziert. Und die Fans haben auch nach einer
Fortsetzung gefragt… also begann ich nachzudenken… und schließlich ist
mir eine Story eingefallen, die mir sehr, sehr gut gefällt. Vor ein paar
Monaten hab ich dann Robert und Mary davon bei einem Filmfestival
erzählt und mir weiter Gedanken dazu gemacht. Dann hat mir ein
befreundeter Schriftsteller 10,000 US$ angeboten, um die Sache ins
Rollen zu bringen. Das ist zwar gerade einmal 1/15 des Geldes, das ich
benötige, um diese Projekt angemessen in die Tat umzusetzen, aber es war
genug dafür, dass ich mich auf den Hosenboden gesetzt und in gerade mal
einer Woche das Drehbuch fertig geschrieben habe.
Du hast ja gerade schon angesprochen,
dass die alten Splatterklassiker ein gewisses Etwas haben, das den
meisten heutigen Horrorfilmen fehlt: diese wagemutige Do-It-Yourself
Herangehensweise mit handgemachten Effekten anstelle von billigen
Computergraphiken und echter Leidenschaft fürs Filmemachen anstelle vom
bloßen Interesse zur Gewinnmaximierung… von daher frag ich mich, ob du
bei “Slime City Massacre“ auch den Oldschool-Weg gehen und z.B.
altgediente Effekte statt seelenloser CGI benutzen wirst. Nicht, dass du
mich falsch verstehst, ich find ’ne Menge neuer Horrorfilme auch sehr
cool, aber in gut 9 von 10 Fällen sind die alten B-Movies einfach meine
Favoriten, da sie einfach dieses ganz besondere Flair und diese
einzigartige Magie haben…
Greg:
SLIME CITY MASSACRE wird die völlige Glorifizierung des 70er und 80er
Filmemachens, das ich so liebe—das ist einer der Hauptgründe, warum ich
den Film überhaupt mache. Von daher werden die meisten Effekte auch ganz
klar auf Oldschool-Art umgesetzt. Diesmal wird es vier besessene
Charaktere—also quasi vier Helden—geben und nicht nur einen und jeder
von ihnen wird seine eigene Latexmaske bekommen. Bei SLIME CITY MASSACRE
werden wir zur selben Zeit altgediente Effekte und neue Techniken
kombinieren: ein Freund von mir, R.J. Sevin, der Herausgeber von
Horrorgeschichten ist, hat bereits einige exzellente Testaufnahmen von
einem der Gehirne für mich gemacht: er hat ein Gehirn aus allerlei Kram
gebastelt, den er gerade zur Hand hatte und hat er es an zwei Stäben
gefestigt und über den Küchenboden kriechen lassen. Sich selber hat er
nachträglich digital heraus retouchiert. Und all das hat ihn gerade mal
ein paar Stunden Zeit gekostet! Von daher werden wir für SLIME CITY
MASSACRE das Beste aus Alt und Neu kombinieren: Wir werden
Latexvorrichtungen und Puppen zusammen mit Greenscreen-Aufnahmen und
anderen digitalen Techniken benutzen. Aber es wird natürlich keine
schleimigen CGI Köpfe geben.

Das klingt doch sehr viel versprechend.
Ich werde auf jeden Fall ein Auge auf “Slime City Massacre“ werfen und
die DVD kaufen, sobald sie erhältlich ist. Weißt du schon, wann die
Dreharbeiten beginnen werden?
Greg:
Wie gesagt, das Ganze ist erst vor einem Monat ins Rollen gekommen. Ich
hab bereits ein Drehbuch, mit dem ich sehr zufrieden bin, ein paar
Skizzen und Poster und Special Effects und Musikdemos… aber für einen
Filmdreh braucht man natürlich auch ein gewisses Budget und “Slime City
Massacre“ ist ein ziemlich großes und anspruchsvolles Projekt im
Lowbudget-Sektor. Ich nenne es gerne DAWN OF THE
DEAD-TRIFFT-FRANKENHOOKER. Wir haben gerade erst unseren Investmentplan
zusammengestellt und werden demnächst anfangen, ihn herumzuzeigen und
hoffentlich Investoren an Land zu ziehen.
Ich möchte den Film in Eigenregie
verwirklichen, ohne dass ein ausführender Produzent oder Vertreiber mir
sagt, dass ich mein Skript ändern soll. Aber, wie du weißt, sieht’s für
die Wirtschaft in den USA momentan ja ziemlich finster aus und
dementsprechend schwer ist es natürlich, trotz unserer Begeisterung für
dieses Projekt die benötigte Kohle dafür aufzutreiben. Auf der anderen
Seite habe ich aber auch drei Bücher fertig, die im Laufe der nächsten
zwei Jahre erscheinen werden, und das wird sicherlich auch dafür sorgen,
dass viele Leute auf “Slime City Massacre“ aufmerksam werden.
Ich drück auf jeden Fall schon mal die
Daumen und hoffe, dass du bald weitere Investoren findest. Es wäre echt
abgefahren, wenn der Streifen echt in die Tat umgesetzt werden könnte.
Übrigens hab ich mich gerade ein bisschen an die “Grindhouse“ Filme aus
dem letzten Jahr erinnert gefühlt, als du nämlich davon gesprochen hast,
dass ihr für “Slime City Massacre“ die besten Elemente der Oldschool
B-Movies und des modernen Filmdrehs verbinden werdet…
Denn obwohl ich gestehen muss, dass mich
“Death Proof“ regelrecht zu Tode gelangweilt hat, war “Planet Terror“
definitiv einer der coolsten und am besten gemachten Splatterfilme, die
ich seit Langem gesehen habe. Hast du den Streifen auch schon geguckt
und glaubst du, dass sich der Erfolg eines solchen “Back To The Roots“
Splatterfilms auch positiv auf die Investorensuche für “Slime City
Massacre“ auswirken wird? Wobei es natürlich dennoch gewagt ist, diese
beiden Filme überhaupt in irgendeiner Art und Weise in Vergleich
zueinander zu stellen...
Greg:
Ich habe eine zwei Jahre alte Tochter und wenn ich mich tagsüber um sie
kümmere und nachts schreibe, dann bleibt momentan einfach nicht viel
Zeit um in Kino zu gucken. Dieses Jahr hab ich mir bisher nur SWEENEY
TODD und RAMBO angeguckt und ich fand sie beide super. GRINDHOUSE hab
ich bisher noch nicht geguckt und ich find’s auch ziemlich bescheuert,
dass die beiden Filme separat auf DVD veröffentlicht wurden. Ich werd
sie mir wohl reinziehen, sobald sie zusammen auf einer DVD erhältlich
sind und man sie so gucken kann, wie es ursprünglich einmal geplant war.
Ich hab es solange wie möglich
aufgeschoben, das Drehbuch zu SLIME CITY MASSACRE zu schreiben, weil mir
stets bewusst war, dass dieses Projekt meine ganze Zeit in Anspruch
nehmen wird, sobald erstmal die ersten Ideen zu Papier gebracht sind.
Zurzeit
sind in Hollywood ja Remakes von Horrorklassikern aus den 80ern (oder
älter) ziemlich angesagt. Angenommen Lionsgate oder irgendein anderes
würde bei dir anklopfen und dir 10,000,000 US$ bieten, um ein Remake des
originalen “Slime City“ zu drehen, würdest du das Angebot annehmen?
Greg:
Solch ein Angebot könnte ich nicht ablehnen. Mal ehrlich, wer könnte das
schon? Wie gesagt, ich habe eine zwei Jahre alte Tochter und meine
lebenslange Vernarrtheit in alles, was mit dem Thema Horror zu tun hat,
hat mich höchstens in den Schuldenturm gebracht und nicht etwa in ein
Prunkschloss. Ich hätte es aber lieber, wenn mir jemand 10,000,000 US$
für SLIME CITY MASSACRE bieten würde, denn das ist der Film den ich
wirklich machen und sehen will!
Wenn du einen Film mit solch einem
Budget machen (oder neu auflegen) würdest, was würdest du ändern? Was
würde dir solch eine große Summe erlauben, dass dir mit den kleinen
Budgets, mit denen du bisher arbeiten musstest, verwehrt geblieben ist?
Greg:
Zuerst einmal musst du, um solch ein Budget zusammenzukriegen, einige
bekannte Namen in deinem Film mitspielen lassen und dafür geht dann auch
gleich wieder die Hälfte des Budgets drauf! Dann musst du auch noch der
Union beitreten und das kostet dich wieder eine Menge Geld. Und ehe du
dich versieht, machst du effektiv nur noch einen Film für 2,500,000 US$.
Aber trotz allem würde ich solch einem Deal ohne Nachzudenken
zustimmen—JOHNNY GRUESOME ist übrigens wie gemacht dafür, mit einem
Budget von 10,000,000 US$ verfilmt zu werden und es würde mich nicht
überraschen, wenn das eines Tages sogar passieren würde.
Wenn das wirklich mal passieren würde,
welchen Star würdest du dann als den “Headbanger aus der Hölle“, Johnny
Gruesome, casten?
Greg:
Die vier Hauptpersonen in JOHNNY GRUESOME sind allesamt Teenager, von
daher würde ich für diese Rollen wohl irgendwelche Teenyhüpfer nehmen,
die zur Zeit der Dreharbeiten gerade angesagt sind. Die bekannteren
Namen würde ich mir für die Rollen der Erwachsenen aufheben, aber ich
weiß beim besten Willen noch nicht, wen genau ich da verpflichten würde.
Ich hab das Screenplay zu JOHNNY GRUESOME 1984 geschrieben, nachdem ich
mit dem Drehbuch zu SLIME CITY fertig war und dann bin ich wieder mit
ihnen vertraut geworden, als ich den Roman schrieb. Diese Figuren
tummeln sich also schon gute 23 Jahre in meinem Kopf, von daher sind sie
für mich wie echte Personen und nicht wie Schauspieler. In solch einem
Fall hätte ich wirklich nichts dagegen, wenn einfach ein Produzent
ankommen und mir sagen würde: “Du musst diesen oder jenen Star casten
oder unser Deal ist geplatzt!“.
Greg's Romane:
"Personal Demons" & "Johnny Gruesome"
(Einleitung
·
Filmemachen
·
Slime City
·
Slime City auf DVD
·
Slime City Massacre
·
Greg's Romane
·
Cheap Scares!)
Neben deiner Tätigkeit als Filmemacher
schreibst du auch Romane wie den mit dem preisgekrönten Gruselthriller
“Personal Demons“ und die zuvor bereits angesprochene Zombiegeschichte
“Johnny Gruesome“. Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass du nicht
nur Filme machen, sondern auch Romane schreiben möchtest?
Greg:
Ich habe drei Horrorfilme mit
mikroskopische kleinem Budget gedreht: SLIME CITY, UNDYING LOVE und
NAKED FEAR. In jedem dieser Filme steckt eine Menge harte Arbeit und
Leidenschaft und ich bin sehr stolz auf jeden einzelnen von ihnen. Aber
trotzdem hat keiner dieser Streifen eine Karriere im Filmbusiness für
mich nach sich gezogen. Da ich aber schon immer ziemlich selbstbewusst
in Hinblick auf mein schreiberisches Talent war, hab ich eines Tages
einfach beschlossen, ein Drehbuch von mir, das nicht umgesetzt wurde,
als Roman umzuschreiben. So ist aus THE FOREVER MAN mein erster Roman
PERSONAL DEMONS geworden. Und dieses Buch ist das Beste, was ich bisher
überhaupt gemacht habe. Es hat den “Anubis Award for Horror“ gewonnen,
der von einem meiner Lieblingsautoren, nämlich T.W. Wright, vergeben
wurde. Bisher ist PERSONAL DEMONS jedoch nur in sehr kleiner Auflage
erschienen, von daher wissen die meisten Leute leider gar nicht, dass
der Roman überhaupt existiert.
Auf Conventions sind sogar Leute zu mir
gekommen und haben mir erzählt, dass PERSONAL DEMONS das beste Buch ist,
das sie bisher gelesen haben. Wenn man so etwas hört, dann muss man
einfach glauben, dass man auf dem richtigen Dampfer ist. JOHNNY GRUESOME
ist bisher nur als Limited Edition Hardcover erschienen in
handnummerierter und signierter 250er Auflage erschienen. Die Reviews
sind allesamt hervorragend ausgefallen, aber ein kleiner Verlag wie Bad
Moon Books hat nun mal kein Geld um ihre Bücher zu promoten. Da liegt es
an den Autoren selber, Werbung zu machen. Also habe ich eine Rock CD mit
Namen GRUESOME co-produziert, die auf dem Roman basiert, und ich habe
außerdem zwei Onlinecomics in Auftrag gegeben, die auf dem New York City
Horror Film Festival als bester Comicbücher ausgezeichnet wurden, sowie
eine limitierte Maske herstellen lassen. Und dann habe ich auch noch ein
Musikvideo mit Misty Mundae in der Hauptrolle gedreht.
Und nach all diesen Mühen hat sich ein
Verlag namens Medallion Press die Rechte an dem Buch gesichert und sie
werden es im Oktober landesweit (und vielleicht sogar weltweit) als
Paperback veröffentlichen. Sie werden auch eine riesige Werbekampagne
starten. So etwas ich für mich noch totales Neuland. Medallion Press
haben sich außerdem auch die Rechte an PERSONAL DEMONS gesichert und sie
werden das Buch im Oktober 2009 veröffentlichen. Außerdem haben sie das
Vorkaufsrecht für den Roman, an dem ich zurzeit gerade arbeite. Also wer
weiß? Vielleicht mach ich ja doch noch Karriere.
Wenn du das Schreiben eines Drehbuchs
mit dem Schreiben eines Romans vergleichst, wo siehst du da die
Hauptunterschiede? Und was von beiden ziehst du persönlich vor?
Greg:
Drehbücher sind für mich sehr einfach zu
schreiben. Ich habe bisher ein paar Drehbücher für andere Lowbudget
Filmemacher geschrieben und dafür nur wenig Geld berechnet, da ich sie
so schnell runterschreiben kann. Struktur, Charakterisierung, “Story
Beats“… all das fliegt mir regelrecht zu. Romane zu Schreiben ist aber
definitiv befriedigender. Dafür ist beim Filmemachen der Gesamtprozess,
also nicht nur das Schreiben, spannender.
Könntest du dich jemals für nur eine
dieser beiden Tätigkeiten (Schreiben und Filmemachen) entscheiden und
die andere für immer aufgeben?
Greg:
Wenn ich einen Roman schreibe, dann muss ich mir keine Sorgen um das
Budget machen. Alles, was ich brauche, ist Zeit. Und ich kann während
des Schreibens bei meiner Familie sein. Außerdem besteht dann immer noch
die Chance, dass ich das Drehbuch nach Hollywood verkaufen und ein
Drehbuch, das auf der Story basiert, schreiben kann. Innerhalb von einem
Jahr kann ich einen neuen Roman anfangen, fertig stellen und an einen
Verlag verkaufen—aber das bedeutet nicht, dass ich davon dann auch leben
kann.
Auf der anderen Seite könnte ich auch
einen Independent Horror Film drehen und mich zwei, drei oder sogar vier
Jahre abmühen, ehe ich den Streifen fertig habe. Und dann weiß ich immer
noch nicht, ob ich dafür überhaupt einen Vertrieb finde. Was meine
persönlichen Erfahrungen angeht, so denke ich, dass ich immer noch die
Vorzüge beider Tätigkeiten genießen kann, wenn ich hauptberuflich als
Schriftsteller arbeite. Es gibt nicht viele Leute, die Romane schreiben
UND Filme drehen können, von daher denke ich, dass sich—wenn ich lange
genug lebe—all die harte Arbeit vielleicht sogar eines Tages auszahlen
wird…
"Cheap
Scares! - Low Budget Horror Filmmakers Share Their Secrets"
(Einleitung
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Filmemachen
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Slime City
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Slime City auf DVD
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Slime City Massacre
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Greg's Romane
·
Cheap Scares!)
Jetzt ist eigentlich ein guter
Zeitpunkt, um auf “Cheap Scares!” zu sprechen zu kommen, denn dieses
neue Buch von dir vereint beide deine Leidenschaften, Schriftstellerei
und Filmemachen, in wunderbarer Art und Weise. Denn bei diesem Buch
handelt es sich um so etwas wie einen Leitfaden zum Drehen und
Produzieren eines Lowbudget Horror Films. Wann hast du die Idee dazu
bekommen, solch ein Buch zu schreiben und welche Geheimnisse des
Filmemachens wirst du deinen Lesern preisgeben?
Greg:
Ich hab schon oft mit der Idee gespielt,
solch eine Art Anleitung zum Filmemachen zu schreiben, hab den Gedanken
dann aber immer wieder verworfen, da es mir nach zuviel Arbeit erschien
und ich einfach nicht genügend Freizeit habe. Dann hat mich ein
befreundeter Autor, Nick Mamatas (dessen Novelle UNDER ONE ROOF gerade
in Deutschland unter dem Titel UNTER MEINEM DACH erschienen ist),
ermutigt, meine Ideen zumindest einmal grob niederzuschreiben. Und der
erste Verleger, dem ich meine Idee vorgelegt habe, McFarland & Company,
hat sich dann auch gleich die Rechte an dem Buch gesichert.
Die eine Hälfte von CHEAP SCARES! LOW
BUDGET HORROR FILMMAKERS SHARE THEIR SECRETS basiert auf meinen eigenen
Erfahrungen und die andere Hälfte besteht aus detaillierten Interviews
mit J.R. Bookwalter, Scooter McCrae, Roy Frumkes, Larry Fessenden und
Brett Piper, sowie einigen aufstrebenden jungen Filmemacher, einem
Anwalt aus der Unterhaltungsbranche, einem Vertreiber und dem
Vizepräsidenten eines weiteren Vertriebs für Horrorfilme. Es ist ein
sehr gründliches Buch, von dem ich glaube, dass es noch lange im Umlauf
sein wird.
Wie hast du es denn geschafft, alle
diese coolen Leute wie z.B. den “The Dead Next Door“-Regisseur J.R.
Bookwalter oder den “Street Trash“-Drehbuchautor Roy Frumkes dazu zu
bewegen, an deinem Buch teilzunehmen. Und wie verlief die Zusammenarbeit
mit ihnen?
Greg:
Ungefähr zwei Drittel der Leute, mit denen ich Interviews geführt habe,
sind Freunde und Bekannte von mir und bei dem letzten Drittel hab ich
einfach mal auf gut Glück angefragt. Wie bei dem Interview, das wir hier
gerade führen, so sind eigentlich auch die meisten anderen Filmemacher
sehr interessiert daran, über ihr Schaffen zu sprechen. Obwohl ich eine
Horror Website namens Fear Zone (www.fearzone.com)
betreibe, führe ich normalerweise keine Interviews.
Für CHEAP SCARES! hab ich mir einfach
ein Diktiergerät gekauft und meinen Interviewpartnern mit meinen Fragen
das Hirn zermatert! Ich hab mit jedem Teilnehmer mindestens drei Stunden
lang telefoniert und dann eine halbe Ewigkeit damit verbracht, die
Interviews abzutippen—und am Ende musste ich gut zwei Drittel des
Materials rauskürzen, da das Buch sonst mindestens 1,000 Seiten umfassen
würde! Es hat wirklich Spaß gebracht mit jedem einzelnen zu reden, aber
ich freu mich besonders darauf, dass ich endlich Scooter McCrae
getroffen habe. Wir haben uns viele Jahre lang in denselben Kreisen
bewegt, haben viele gemeinsame Bekannte und als ich dann endlich mal mit
ihm gesprochen habe, kam es mir vor, als ob er genauso verrückt ist wie
ich. Aber neben all dem Abtippen von Interviews und Ansammeln von Fotos
war es wirklich ein Mammutprojekt und ich werde bestimmt nie wieder
irgendetwas in dieser Art machen. Ich habe aber immerhin mein Dreamteam
an Horrorfilmemachern zusammenbekommen und das finde ich schon ziemlich
cool.
Wenn
du dir noch einen weiteren Interviewpartner wünschen dürftest (ganz egal
wie berühmt), wen würdest du auswählen?
Warum?
Greg:
Ich würde den einzigen Mann wählen, von dem ich eine Absage bekommen
habe: Frank Henenlotter! Frank legt sehr viel Wert auf seine
Privatsphäre und das respektiere ich auch. Als ich ihn fragte, war er
noch unentschlossen, da er gerade mit seinem neuen Film BAD BIOLOGY
beschäftigt war. Er meinte, er würde das Interview machen, wenn der Film
fertig ist, doch das wäre zu spät für meine Deadline gewesen. Aber
nichtsdestotrotz ist er in dem Buch vertreten und zwar zum einen durch
meine und Scooter McCrae’s Anekdoten. Und außerdem habe ich auch einige
Fotos von FRANKENHOKER beigefügt, da ich u.a. den Schauspieler James
Lorinz, sowie Stephen Biro, den Präsidenten von Unearthed Films,
interviewt habe.
Und neben Frank Henenlotter gibt es noch
eine weitere Person, die ich sehr gerne dabei gehabt hätte: Don Dohler,
der leider letztes Jahr verstorben ist. Sein Magazin CINEMAGIC und
einige seiner Filme wie THE ALIEN FACTOR haben meine Generation wirklich
geprägt. Er hatte bereits zugestimmt, doch dann ist er tragischerweise
verstorben. Sein Sohn Greg hat mir aber erlaubt, einige Fotos von ihm zu
benutzen und einige meiner Interviewpartner sprechen sehr positiv über
ihn.
Ich bin ja schon ein ziemlicher Fan
solcher Do-It-Youself Lowbudget Film-Bücher… zwei meiner absoluten
Favoriten sind “Make Your Own Damn Movie!“ und “Rebel Without A Crew“.
Da stellt sich mir natürlich die Frage, was mir “ Cheap Scares!“ noch
beibringen kann, das ich nicht eh schon von Lloyd Kaufman, Robert
Rodriguez und Co gelernt habe?
Greg:
Ich fand das Rodriguez Buch sehr unterhaltsam, allerdings ließt es sich
mehr wie eine Fantasiegeschichte, gerade in heutigen Zeiten. CHEAP
SCARES! nimmt alle Aspekte des Lowbudget Filmemachens unter die Lupe,
angefangen beim Formen von kreativen Partnerschaften bis hin zum
Vermarkten des fertigen Films. Das Buch nimmt auch auf die rechtliche
Seite des Filmemachens und die Businessdinge Rücksicht und legt
besonderes Augenmerk auf zwei Aspekte, von denen ich glaube, dass sich
die meisten Lowbudget Filmemacher damit schwer tun: Storytelling und
Marketing.
Ich widme ein ganzes Kapitel dem
Drehbuchschreiben und im Anschluss daran diskutiere ich diesen Punkt
ausführlich mit meinen Interviewpartnern. Ein weiteres Kapitel dreht
sich rund um mein Interview mit einem Anwalt aus der
Entertainmentbranche und wieder andere Kapitel haben Interviews mit
einem Filmvertreiber und einem Marketingleiter zum Mittelpunkt. Und
abgerundet wird das ganze durch wirklich kompetente und interessante
Filmemacher, die ihre Karrieren Revue passieren lassen und viele
hilfreiche Tipps und Tricks verraten.
Ich denke, dass CHEAP SCARES! ein sehr
inspirierendes Buch ist und trotzdem betrachte ich nicht alles durch die
rosarote Brille, nur um mehr Exemplare verkaufen zu können. Der Markt
ist gerade in letzter Zeit nun einmal unglaublich überladen geworden, da
so viele Leute ihre eigenen Mini-DV Filme drehen und die Vertreiber
keinen Cent mehr für solches Zeug ausgeben. Ich schildere die Situation
so wie sie ist und das tut zurzeit sonst niemand, der ähnlich geartete
Bücher verfasst.

Ich weiß was du meinst. Denn obschon
ich z.B. “Rebel Without A Crew“ wirklich supercool fand, hast du recht,
dass es sich fast schon eher wie ein Märchen als wie ein Sachbuch ließt.
Denn wenn man mal ehrlich ist, dann ist höchstens einem aufstrebenden
Filmemacher unter Tausenden eine ähnliche Karriere beschert wie Robert
Rodriguez…
Greg:
Es war damals auch eine ganz andere Zeit. Indie Filme waren gerade total
angesagt und es fühlte sich an als ob diese Typen alles auf die Beine
stellen könnten. Für ungefähr fünf Jahre hatten wir so etwas wie ein
weiteres Goldenes Zeitalter des Lowbudget Filmemachens, sowohl in
Hinblick auf die Qualität der Filme als auch auf die innovativen Ideen,
mit denen die Indie Filmer ihre Streifen finanziert hatten. Aber früher
oder später haben die großen Corporations auch das “Independent
Filmmaking“ in die Finger bekommen. Heutzutage gibt es keine Profession
im Filmbusiness mehr, die auch nur annähernd so unabhängig ist, wie das
Schaffen als Micro-Budget Horror Filmemacher.
Wenn die Situation momentan wirklich so
finster aussieht, warum sollten die Horrorfans dieser Welt dann nicht
einfach den Kopf in den Sand stecken, sondern vielmehr ihre Kameras in
die Hände nehmen und ihre eigenen Filme drehen, auch wenn das bedeutet,
dass sie einen großen Teil ihrer Freizeit und ihrer Ersparnisse dafür
opfern müssen—und das obwohl ihnen sehr wohl bewusst ist, dass sie
wahrscheinlich nicht einmal die paar hundert oder tausend Dollar wieder
reinkriegen, die sie für eine neue Kamera und ein Mikro ausgegeben
haben… worin liegt der Zauber und die Magie des Independent Films?
Greg:
Ich haben einen Jungen namens Justin Channell interviewt. Er hat seinen
ersten Film, eine Vampirkomödie mit dem Titel RAISING THE STAKES, im
zarten Alter von 16 Jahren gedreht—mit einem Budget von gerade einmal
110 US$! Seinen zweiten Film, eine angesagte Lowbudget Zombie Komödie
namens DIE AND LET LIVE, hat er für 1,000 US$ gedreht als er 17 oder 18
war—und dieser Film wurde von einem Vertrieb gekauft und veröffentlicht!
Er hat es entgegen aller Wahrscheinlichkeiten geschafft, weil er einen
guten, lustigen und vor allem originellen Film gemacht hat.
Ich betone immer und immer wieder in
CHEAP SCARES, dass es für Lowbudget Horror Filmemacher nur eine
Möglichkeit gibt, erfolgreich zu sein: indem sie gute Filme machen. Und
deshalb widme ich mich auch so intensiv dem Thema Storytelling, da es
einfach der Schlüssel zu jedem guten Film ist. Ein schlechter Regisseur
kann mit einem guten Script im Rücken immer noch einen halbwegs
ansehnlichen Film auf die Beine stellen, aber selbst der beste Regisseur
kann aus Scheiße kein Gold machen.

Da stimm ich dir voll und ganz zu. Ich
denke schon, dass ich mir relativ viele Filme reinziehe und ich kann
mich an kaum einen erinnern, der trotz schlechter Story und langweiligen
Charakteren halbwegs unterhaltsam ausgefallen ist… und das gilt für
Multimillionendollar-Produktionen wie z.B. den unterirdischen
“Ultraviolet“ ebenso wie für selbstgedrehte Kurzfilme auf Youtube…
Von daher finde ich es wirklich
hilfreich, dass du so viel Augenmerk auf den Punkt “Storytelling“ legst.
Mit Programmen wie “After Effects“ & Co kann heutzutage fast jeder einen
realistischen Kopfschuss oder ein spektakuläres Lichtschwertduell
zuhause am Computer darstellen, aber eine kohärente und fesselnde
Geschichte zu Schreiben ist eine komplett anderes Paar Schuhe…
Greg:
Ganz klar, viele Filmemacher widmen leider demjenigen Aspekt, der
eigentlich die Grundlage des ganzen Unterfangens sein sollte, am
wenigsten Aufmerksamkeit. Wen interessiert es schon wenn irgendjemand
ein kilometergroßes Mutterschiff auf seinem Laptop kreieren kann? So was
schaut man sich an und wenn nichts Weiteres passiert, dann wird’s nach
fünf Sekunden auch schon wieder langweilig.
Das Gute daran ist natürlich, dass es so
genügend Leute gibt (mich eingeschlossen), die sich mit dem Erwerb von
CHEAP SCARES! wirklich einen Gefallen tun würden. Kannst du schon einen
konkreten Veröffentlichungstermin nennen?
Greg:
Ich hab das Buch vor ein paar Monaten fertig gestellt und im Hause
McFarland wird es nun gerade Korrektur gelesen. Es wird ein RIESIGES
Buch mit vielen Fotos und Beispiel-Drehbuchseiten. Mein Verleger hat mir
noch keinen Veröffentlichungstermin genannt, aber ich habe ihnen
vorgeschlagen, dass es klug wäre, wenn sie ihren Nutzen aus der
Promotionkampagne ziehen würden, die Medallion im Oktober für JOHNNY
GRUESOME vom Stapel brechen werden. Aber natürlich kennen sie sich in
diesem Business sehr viel besser aus als ich, also werden sie so oder so
den bestmöglichen Termin wählen, um das Buch zu veröffentlichen. Das
Beste an dem Ganzen ist, dass McFarland’s Bücher sehr lange im Umlauf
bleiben und in Bibliotheken und Büchereien auf der ganzen Welt
anzufinden sind.
Das hört sich doch super an. Spätestens
jetzt müsstest du eigentlich das Interesse von zumindest einigen unserer
Leser an deinen Büchern und Filmen geweckt haben. Was ist denn der beste
Weg, um in Bezug auf deine Projekte auf dem Laufenden zu bleiben?
Greg:
Ich habe eine Website namens
www.slimeguy.com.
Von da aus führt auch ein Link zu
www.johnnygruesome.com,
wo man die Comics lesen, das Musikvideo gucken und einige Songs von der
GRUESOME CD anhören kann. Ich schicke auch einen monatlichen Newsletter
raus, The Gruesome Gazette, der reich gespickt ist mit allen News zu
meinen Veröffentlichungen und Filmen. Fans können sich auf jeder der
beiden oben genannten Seiten für den Newletter anmelden. The Gruesome
Gazette ist mit Sicherheit der einfachste Weg um über meine aktuellen
Projekte auf dem Laufenden zu bleiben.
Wenn ich mich nicht vertan hab, dann
plaudern wir jetzt schon seit fast dreieinhalb Stunden. Es wär also
durchaus an der Zeit, langsam zum Ende zu kommen. Zum Abschluss würd es
mich noch einmal interessieren, ob es noch eine Frage gibt, die du schon
immer mal beantworten wolltest, jedoch noch nie in einem Interview
gestellt bekommen hast.
Greg:
Die Frage, die ich wirklich liebend gerne beantworten würde, lautet: “Wo
warst du als Amerika’s Alptraum endlich zu Ende ging und George Bush das
Präsidentenamt niederlegen musste?“ Aber leider steht die Antwort auf
diese Frage noch in den Sternen…
Danke, dass du dir die Zeit für dieses
Interview genommen hast, Greg! Gibt’s noch irgendwelche abschließenden
Worte, die du gerne noch loswerden möchtest?
Greg:
Leider sind die einzigen Worte, für die ich berühmt bin: “Du verrückter
Bastard!“.

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