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¬ Heavy Metal Maniacs Festival 2005


Ort: Hoorn, NL
Datum: 29.10.2005
Bands: Powervice, Conquest of Steel, Black Out, Predatür, Avenger, Witchfynde, Blitzkrieg


Obwohl sich das holländische Heavy Metal Maniacs Festival seit seiner ersten Runde vor gut und gerne 5 Jahren als ein fester Bestandteil des mitteleuropäischen Metal Untergrunds etabliert hat, hat es dennoch bis zum heutigen Tag gedauert, dass ich zum ersten mal die gut 500km lange Reise nach Hoorn angetreten bin und mich bei besagtem Event als Besucher hab blicken lassen. Und man, was hab ich mir da bloß all die Jahre über entgehen lassen!? Denn wenn's in den vergangenen Jahren, was anzunehmen ist, auch nur annährend so cool und verrückt zu Wege ging wie dieses Jahr, dann muss es wirklich jedes mal ein Mordsspaß gewesen sein!! Na ja, sei's drum, was nützt's der Vergangenheit nachzutrauern!? Freuen wir uns lieber über das Hier und Jetzt und kommen ein wenig auf das HMM 2005 zu sprechen...

Und selbiges hätte besser eigentlich gar nicht losgehen können: Zügige Fahrt ohne Stau und Verfahren, gleich nach'm Ankommen erstmal 2 Bier getrunken und dann noch beim Stöbern im kleinen aber feinen Metalmarkt die höllisch gute Final Heiress 7" für spottblillige 8 Euro verhaftet (sorry Mic, hehe).

Somit war ich dann auch wirklich allerbester Dinge als nur wenige Minuten später die Newcomer Powervice, die als Ersatz für die verletzungsbedingt verhinderten Sad Iron mit auf's Billing gerutscht waren, den Startschuss gaben. Quirlig und enthusiastisch schmettern sich die sympathischen Käsköppe durch einen bunten Strauß an erstklassigen Power Metal Hymnen in bestem Maiden/Raven/Mantis Stil... melodisch und doch volle Möhre heavy wurde den Fans derart mächtig eingeheizt, dass wohl kaum einer der Anwesenden abstreiten würde, soeben vom Holland's Classic Metal Geheimtipp Nummer eins ein paar tonnenschwere Bretter vor den Latz geknallt bekommen zu haben!! Ich jedenfalls freu mich schon jetzt wie ein Schneekönig auf den kommenden April, wenn Powervice auf der Bühne des Keep it true Festivals einen weiteren Beweis ihrer super Livequalitäten ablegen werden... und wer weiß, vielleicht hat die Band bis dahin ja sogar 'n komplettes Album am Start, so dass ich mit dem Songmaterial noch etwas vertrauter sein werde, als es noch beim Heavy Metal Maniac der Fall war...

Danach ging's erst mal ein paar Bier trinken, so dass ich den Anfang von Conquest of Steel leider verpasst hab und erst zum Priest Cover "Leather Rebel" in die Halle platzte... die kultig ausschauende Band - allesamt in Kutten gehüllt - kannte ich zuvor schon von der geilen "Stadiums of Steel" Split LP und so bahnte ich mir dann auch sogleich den Weg zur Bühne und feierte mächtigst zu True Metal Geschossen wie "Bitch of Steel" und "Can't stop the Metal", die von den fünf Engländern in absolut mitreißender Art und Weise geschmiedet wurden! Energisches Stageacting, wildes Headbanging und coole Showeinlagen wie ein Blut gefüllter Kelch und dergleichen ließen nicht nur die Ohren und das Metallerherz, sondern auch die Augen im sprichwörtlichen Dreieck springen, so dass an diesem Abend der Bandname wirklich Programm war und wir einen wahren Siegeszug des Stahls erleben durften!!

Weiter ging's im Anschluss mit den holländischen Urgesteinen Black Out, einer kultigen Demoband aus den 80ern, die sich erstmals nach langer Zeit wieder live präsentierten und dabei alles andere als einen eingerosteten Eindruck machten... ihr knackiger Oldschool Metal mit deutlichen Motörhead/Tank Anleihen entpuppte sich als genau das richtige Futter für die anwesenden Metal Freaks und so flogen die Matten bei kraftvollen Eigenkompositionen wie "Screaming Metal" und "Motorcycle Bitch" ebenso wie bei den gelungenen Priest Covern "Breaking the Law" und "Living after Midnight"!!

Als kurze Zeit später Predatür aus England den Boogie Rock auspackten und zum ausgelassenen Rock'n'Roll Tanz luden, war ich schon nicht mehr ganz so nüchtern, so dass sich das Tanzbeinschwingen und die Schwerkraft nicht mehr so wirklich in Einklang bringen ließen und der eine oder andere Abflug auf den rutschigen Boden nicht mehr zu vermeiden war... aber hey, wie kann man als eingefleischter Anhänger von Kultbands wie Status Quo oder Spider noch ruhig dastehen, wenn eine derart sympathisch daher rockende Truppe einen Heavyknaller nach dem anderen aus den Boxen jagt??

Wie dem auch sei, nach dem Ende der Predatür Show war jedenfalls erstmal ein kleiner Exkurs in Richtung Landeskunde angesagt und so wurd nicht nur weiter Bier getrunken, sondern auch die Imbissbude vor der Halle nach holländischen Spezialitäten abgegrast, was letztlich Euro um Euro für Kaassufflees mit Ernussbutter, Krokkettes mit Senf und allerlei ähnlichem Gedöns draufgehen ließ... lecker war's aber allemal und so ging's gut gestärkt wieder zurück in die Halle...

Dort waren Avenger schon in vollem Gange und die britische Powertruppe, die bereits auf der letzten HOA Warmupshow mächtig aufgetrumpft hatte, zeigte den Fans mit Nachdruck wo auch anno 2005 noch der NWOBHM baumelt... Frontman Ian Swift und seine Mannen machten dabei einmal mehr eine obersympathische Figur und schüttelten sich ein Ass nach dem anderen aus dem Ärmel, wobei die coole Show ihren Höhepunkt in dem abschließenden "Too wild to tame" fand, bei welchem Blitzkrieg's Brian Ross zur tatkräftigen Unterstützung mit auf die Bühne kam und die Leadvocals schmetterte!!

Nach Avenger wurde's ordentlich düster auf der Bühne, schlug nun doch die Witching Hour für die ehrwürdigen Obskurmetaller von Witchfynde... die Band, die mit Alben wie "Give 'em hell" oder "Cloak and Dagger" Metal Geschichte geschrieben hat, hat auch nach weit über 20 Jahren nichts von ihrer Magie verloren und so versetzten magische Hymnen vom Schlage eines "Moon Magic" die Fans in Verzückung wie eh und je... welche Songs genau gespielt wurden, daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, aber abgesehen vom bereits genannten Kracher denke ich auch, mich düster an Knaller wie "Cloak and Dagger", "Give 'em hell" oder "Wake up screaming" erinnern zu können... ja ja, ich weiß, beim nächsten Mal weniger Bier trinken und den Bericht nicht erst 'nen Monat später tippen, aber hey, so gut die Vorsätze auch sein mögen, dass wird eh nichts... ;)

Also weiter im Text und auf zu Blitzkrieg, die einem grandiosen Festival einen würdigen Ausklang bescherten... wie in den Vorjahren bereits auf dem KIT und HOA, so fuhr die NWOBHM Legende auch auf dem Heavy Metal Maniacs schwerstes Kaliber auf und entzündete sowohl Feuerwerke aus den 80ern (z.B. "Blitzkrieg") wie auch Knaller der letzten beiden Alben (z.B. "Legion")... und wie schon Conquest of Steel und Black Out, so ließen es sich auch Blitzkrieg nicht nehmen, ihren Gig mit einer knüppelharten Hommage an die Metal Götter zu beenden: "Hell bent for leather"!! Den ausgeflippten Fans reichte das aber noch lange nicht, so dass trotz der vorgerückten Stunde noch mächtig viele Zugaberufe schallten, denen Blitzkrieg mit einer coolen "Born to be wild" Coverversion dann auch eifrig nachkamen!!

So fand ein fantastisch organisiertes, super besetztes und über die Maßen spaßiges Festival nach mehr als 7 Stunden ein wahrhaft gebührendes Ende und ich bin mir sicher, dass ich bei weitem nicht der einzige bin, der sich das letzte Oktoberwochenende auch im Jahr 2006 wieder rot anstreichen und für's Heavy Metal Maniacs Festival frei halten wird!!!

by Tobi (24.11.2005)

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