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¬ Keep it true Festival 2005


Ort: Lauda-Königshofen, GER
Datum: 04 & 05.11.2005
Bands: Strikelight, Emerald, Powergod, Anvil, Ignitor, Forsaken, Stormwarrior, Skullview, Slough Feg, Intruder, Ruffians, Jag Panzer, Raven, Virgin Steele


Keep it true Festival! Das heißt jedes mal auf's neue nicht bloß massig coole Bands vom allerfeinsten, was die Undergroundszene dieser (und vergangener) Tage so zu bieten hat, sondern auch immer Feiern und Trinken bis zum Umfallen... von daher nehm ich's lieber gleich vorweg und gestehe, dass euch hier bei weitem kein professioneller und peinlichst genau recherchierter Bericht erwartet, sondern doch eher bloß ein mehr oder minder kläglicher Versuch, die schemenhaften Erinnerungen, die in meinem Kopf noch so umherspuken, ein wenig zu ordnen und zu präsentieren... aber mal gucken, vielleicht wird's ja trotzdem (oder gerade deshalb) ein wenig Spaß bringen zu lesen... also ran an die metallenen Buletten!

Warmup Party

Los ging's am Freitag, den 04.11.2005 und für uns gleich mal mit mächtig Verspätung... da nämlich mein kleiner Bruder Martin noch bis mittags in der Schule über 'ner Klausur brüten musste und sich auch unser Kumpel David erst recht spät aus der Berufsschule loseisen konnte, blieben uns gerade mal noch um und bei 6 Stunden für den gut 650km langen Weg nach Lauda-Königshofen. Gut also, dass der treue Polo daheim blieb und wir mit'm Kadett ordentlich Gummi geben konnten...

Dennoch aber hat's nicht ganz gelangt, so dass die griechischen Upstarts Strikelight ihren - Augenzeugenberichten zufolge phänomenalen - Gig bereits hinter sich hatten und auch die holländischen 80er Helden Emerald bei unserer Ankunft bereits voll in Gange waren. Von daher wurd auch gar nicht lange gefackelt, sondern sich zu den himmlischen Klängen der Wahnsinnsballade "Suicide" im Eiltempo vor die Bühne gedrängelt, wo der Mob schon volle Kanne am toben war!! Emerald, deren Gig als der letzte ihrer Karriere angekündigt war, zeigten sich in allerbester Spiellaune und rundeten ihren Gig mit einem wahren Feuerwerk an Klassikern ab. Als wenn sie geahnt hätten, dass ich es nicht rechtzeitig zum Anfang schaffen würden, kloppten sie alle meine Lieblingstracks ans Ende des Konzerts, so dass ich mich wie im siebten Himmel fühlte, als nacheinander "Hell Racer", "Iron on Iron" und "D-Day" in absoluten Wahnsinnsversionen aus den Boxen schossen... Bert Kivits sang wie in der Blüte seiner Jugend und auch der Rest der Band, unterstützt von Hammerhawk Axeman Paul van Rijswijk, machte eine wahrlich fabelhafte Figur!! Das einzige, was diesen Mordsauftritt wirklich noch schöner machte als die schlichtweg geniale Musik selber, war im Anschluss daran die Nachricht, dass Paul von nun an fest bei Emerald einsteigen wird und uns diese überirdische Band somit noch länger erhalten bleibt!! Metalgötter, ich danke euch!!

Powergod haben mich noch nie so richtig begeistern können, von daher hab ich mir deren Auftritt, der immerhin mit einigen Kultcovern von Bands wie Raven oder Savage Grace gespickt war, geschenkt und draußen ordentlich Bier getankt, so dass ich bester Dinge wieder zu Anvil in die Halle kam und einen fulminanten Auftritt erlebte!! Lips und seine Mannen war die Spielfreude wie ins Gesicht gepinselt und - ständig bis über beide Ohren strahlend - gab's über eine Stunde lang kanadische Stahlschmiedekunst vom allerfeinsten zu beäugen und zu belauschen!! Von "Smoking Green" bis "School Love" und von "Forged in Fire" bis "666" gab's einen saftigen Leckerbissen nach dem anderen in die gierigen Mäuler gestopft und als der Gig dann noch mit der Anvil Hymne schlechthin, "Metal on Metal", dem Ende entgegengeführt und mit dem genialen "Mothra" als Zugabe oberamtlich abgerundet wurde, gab's wirklich überhaupt kein Halten mehr!! Wer auch nach gut und gerne 25 Jahren im Business noch so vor Leidenschaft und Energie strotzt wie unsere holzfällenden Freunde, der hat's wirklich verdient, dass ihm die Metalfreaks so zu Füßen liegen, wie es die anwesenden Verrückten an diesem Abend bei Anvil auch getan hatten!! Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn!!

Verschwitzt, erschöpft und reichlich abgefüllt stand nun der Weg in die rund 5 oder 6km entfernte Jugendherberge an, eine Reise die wir erst zu Fuß antreten wollten, einem hilfsbereiten und noch fahrtüchtigen Kumpel sei dank dann aber doch noch per Auto hinter uns bringen konnten... ein wirklich himmlischer Umstand, denn wie sich später herausstellte, wären wir zu Fuß sicher 2 oder 3 Stunden ohne Plan durch die Gegend geirrt, bevor wir unseren Schlafplatz, wenn denn überhaupt, erreicht hätten... so aber ging's mächtig zügig und wir hatten noch ordentlich Zeit, im Partykeller noch das ein oder andere Bier zu schlucken und uns mit mehr oder weniger viel Erfolg am Kickertisch zu versuchen...

Festival

Frisch geduscht und mit 'nem leckeren Frühstück im Bauch ging's dann am nächsten Morgen in Richtung Tauberfrankenhalle, wo dem Metalmarkt und dem Bierstand noch einige Besuche abgestattet wurden, ehe es dann zur Bühne ging... dort schickten sich nämlich die US Metal Helden Ignitor an, den Ball ins Rollen zu bringen und - ihrem Namen alle Ehre machend - heizten sie dem zahlreich erschienenen Publikum trotz der frühen Mittagsstunden gehörig ein!! Fürwahr, von allen Openern die das Keep it true bisher auf seinen Brettern begrüßen durfte, ist noch keiner so fantastisch angekommen wie die zwei Mädels und drei Jungs aus Austin, Texas!! In oberkultiges Oldschool Metal Outfit gehüllt und auf der Bühne wie die Verrückten abgehend, machten Ignitor wahrlich keine Gefangenen und schmetterten ihren kraftvollen 80er Stahl in absolut mitreißender Art und Weise aus den Speakern!! Egal ob Knaller von der "Take to the Sky" CD wie "Execution" und "The last King Tiger" oder brandneue Stücke wie "Scarlet Enigma" oder "Road of Bones", die anwesenden Fans gönnten sich nicht nur den Augenschmaus in Form von Sängerin Erika und Gitarristin Beverly, sondern feierten vor allem auch wie von der Tarantel gestochen... die Stimmung erreichte dabei ihren unmissverständlichen Höhepunkt, als zum Abschluss die teilweise auf Deutsch gesungene Wahnsinnshymne "Reinheitsgebot" angestimmt wurde, zumindest für mich DER Song des gesamten Festivals!! Diesen Ohrwurm sonder gleichen hab ich auch jetzt noch im Kopf rumwummern und, da die Single am Merchandise Stand recht schnell ausverkauft war, kann ich's kaum abwarten, dass meine Copy endlich mit der Post eintrudelt... in diesem Sinne: "Reinheitsgebot, Metal is the law"!! Wie wahr, wie wahr!!

Forsaken aus Malta hüllten die Halle daraufhin in genialste Doom Sounds und wer die Band in den Vorjahren bereits auf dem Doom Shall Rise oder Headbangers Open Air erleben durfte, dem war mit Sicherheit schon vorher klar, dass es hier keine Verschnaufpause für den geschundenen Nacken gab, sondern einmal mehr Headbanging bis zum Abwinken angesagt war... nach dem stimmigen Intro legten die obersympathischen Maniacs auch gleich mit einem nagelneuen Track los, "Dominaeon", dem fantastischen Titelsong des aktuellen Albums... weiter ging's u.a. mit einem weiteren neuen Song namens "Daylight dies", einer gnadenlos heavy daherdonnernden Black Sabbath Coverversion von "Symptom of the Universe" oder auch dem wunderschönen "Via Crucis", welches dann auch sogleich einen fulminanten Schlusspunkt unter diesen wahrlich  überirdischen Gig setzte, den wohl auch absolute Genreikonen wie Candlemass oder Solitude Aeturnus nicht hätten mitreißender und leidenschaftlicher hätten rüberbringen können!

Bei Stormwarrior war für mich dann erstmal Pause und auch an Skullview kann ich mich irgendwie nicht mehr so richtig erinnern, obschon ich mir den Großteil des Gigs angeguckt hab und auch mächtig meinen Spaß dran hatte... somit gibt's dann leider nicht allzu viel hiervon zu berichten, außer dass sich der neue, obergeile Sänger hinter einem "Earthquake" Quimby Lewis keineswegs verstecken braucht und die Band allen Anscheins nach ein knüppeldickes US Metal Gewitter auf die Meute losließ...

In Bezug auf die nun folgenden Slough Feg sieht's dann erinnerungstechnisch nicht mehr ganz so mau aus, sind Mike Skalzi und seine Mannen für mich doch die schlichtweg beste Band unserer Tage und auf der Bühne somit ein ums andere Mal ein wahrhaft gigantisches Erlebnis!! Seit meinem letzten Slough Feg Konzert auf'm HOA sind inzwischen auch bestimmt 2-3 Jahre vergangen, so dass es bei den obercoolen Amis in der Zwischenzeit mächtig im Karton gerappelt hat... mit zwei neuen Alben im Backkatalog und einem neuen Gitarristen in den Reihen schickten sich Slough Feg nun also an das KIT im Sturme zu erobern, und bei Gott, es war ihnen ein Leichtes!! Los ging's mit dem genialen "High Passage/Low Passage" von der irrsinnigen "Traveller" LP und fortan gab's kein Halten mehr im Kauzmetall-Reigen: "Sky Chariots", "Down among the Deadmen", "Eumaneus the Swineherd", "The Wickerman", "Red Branch" und und und... die Band bescherte uns einen Hit nach dem anderen, rockte sich auf der Bühne beinahe den Schmalz aus den Ohren und feierte einen kolossalen Triumph auf ganzer Linie!! Obergeil... einfach nur obergeil... diese Höllentruppe spielt wirklich in ihrer gänzlich eigenen Liga!!

Nach Slough Feg war der Rest für mich eigentlich nur noch Kür und somit ging's gleich mal rüber zum Metal Supremacy Stand, denn wenn ich über die Jahre eins gelernt hab, dann dass einen dort nicht nur jederzeit allernetteste Gesellschaft erwartet, sondern immer auch ein kühles Bierchen... folglich ging's mit meiner Fitness und Auffassungsgabe von da an auch rapide bergab, so dass ich die nachfolgenden fünf Gruppen bestenfalls noch mit Mut zur Riesenlücke zusammen krieg... aber hey, besser als nix, oder!?

Intruder haben wie schon vor ein oder zwei Jahren auf'm HOA bretterhart gethrasht, Ruffians ihren Gig gleich mit der superb eingesungenen Wahnsinnshymne "Fight for your life" losgekickt und Jag Panzer ihre allseits bekannten Livequalitäten einmal mehr mit einem Höllengig unterstrichen... Raven sind auf der Bühne eine Macht sondergleichen, dennoch aber weiß ich von ihrem Gig eigentlich überhaupt nix mehr und auch vom Headliner Virgin Steele kann ich mich leider Gottes nur noch dran entsinnen, dass sie "Veni, vidi, vici" gespielt haben, ich positiv überrascht von David DeFeis' quirlig-fideler Performance war und irgendwann im Anschluss an den Gig wieder das Licht in der Halle anging... zu dem Zeitpunkt war ich schon völlig weggetreten, doch glücklicherweise waren mit Martin und meinem Kumpel Julian vier helfende Hände zur Stelle, die mich schnurstracks zum Bus trugen, mit dem's dann auf direktem Wege zurück in die Jugendherberge ging, wo der Wahn- oder besser Unsinn noch weiter seinen Lauf nehmen sollte, aber glaubt mir, davon wollt ihr lieber nix wissen!!

Was bleibt also als Resümee? Das KIT war einmal mehr eine feuchtfröhliche und super beschallte Wahnsinnsparty vor dem Herrn, bei der's jede Menge coole Leute zum treffen und geniale Bands zum abfeiern gab, wobei ich mich in Bezug auf letztere schon jetzt auf die nächste DVD freu, die meine Erinnerungen hoffentlich etwas aufmotzen wird... ;) Besagte Scheibe wird dann auch gleich im kommenden April verhaftet, wenn das KIT seinen sechsten Anlauf nimmt und uns u.a. Mördertruppen wie Exciter, Wotan, Darkness, Riot oder Solitude Aeturnus beschert!! Das komplette Billing und alle weiteren wissenswerten Infos findet ihr bis dahin unter www.keep-it-true.de!!

 

Ach ja, leider Gottes gibt's hier fast keine brauchbaren Bandphotos zu beäugen, daran ist aber ausnahmsweise mal nicht der liebe Alkohol schuld, sondern schlicht und einfach das Fehlen eines Fotopasses in Kombination mit einer leistungsschwachen Kamera und einem unter diesen Umständen viel  zu weiten Fotograben... ;)

by Tobi (24.11.2005)

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