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Keep it true Festival 2005
Ort: Lauda-Königshofen, GER
Datum: 07 & 08.04.2006
Bands: Dantesco, Seven Witches, Drifter, Assassin, Demon, Powervice,
Wotan, Darkness, Silverfist, Axehammer, Grim Reaper, Paradox, Solitude
Aeturnus, Ross the Boss, Exciter, Riot
Spät wie immer will ich mich dann
doch noch mal dran setzen und meine Erinnerungen ans letzte, inzwischen
schon fast vier Wochen zurückliegende Keep it True Festival zu Papier
bringen. Den üblichen Verdächtigen, wie dem berühmt-berüchtigten
Alkoholmissbrauch und der nicht minder produktions-hemmenden Trödelei sei
Dank, krieg ich zum besagten Wochenende bestimmt nicht mehr alles
zusammen, aber was soll's, ich will trotzdem mal mein Bestes versuchen und
euch so gut es geht von der einmal mehr überragenden Metal-Party in
Lauda-Königshofen Bericht erstatten...
Warmup Party

Am Freitag morgen hieß es für uns
früh aufstehen, denn aufgrund einer gesperrten Elbtunnel-Röhre und der
damit einher gehenden Gefahr eines kilometerlangen Staus, hatten wir uns -
fuchsig wie wir sind - einfach mal gedacht, es wäre doch gar nicht
schlecht, schon mitten in der Nacht loszudüsen und somit schon vor den
Pendlern und sonstigen Zur-Arbeit-Fahrenden den potentiellen
Hängen-bleib-Herd Elbtunnel hinter uns zu lassen... also klingelte der
Wecker um 3 Uhr nachts und bereits eine Stunde später saßen wir alle
frisch geduscht und guter Dinge im treuen, bis obenhin voll gestopften
Polo und preschten frohen Mutes Richtung Süden!! Durch'n Elbtunnel waren
wir der frühen Stunde sei Dank in Nullkommanix durch und da auch der Rest
der Fahrt erfreulich reibungslos verlief, kamen wir schon gegen Mittag an
der Sporthalle in Tauberbischofsheim an und hatten somit noch mehr als
genug Zeit, den Grill anzuschmeißen, in der Sonne zu dösen und ein Bier
nach dem anderen zu leeren... nach und nach trudelten dann immer mehr
Leute ein, der Platz füllte sich mit bekannten und unbekannten Gesichtern
gleichermaßen und ehe man sich versah, war's auch schon Abend und die
erste Band stand auf den Brettern!!
Selbige waren die Puerto Ricaner
Dantesco, die den Fans in der ausverkauften Sporthalle gleich mal
schwere Kost vorsetzten, fühlte sich die Band aus Mittelamerika doch in
epischen Doom Metal Gefilden der Marke Candlemass, Forsaken und Solitude
Aeturnus heimisch und zockte somit einen Sound, der sicher alles andere
als Easy Listening ist. Atemberaubenden Songs und einer fesselnden
Bühnenpräsenz sei Dank hatten Dantesco aber dennoch leichtes Spiel, die
anwesenden Freaks zu begeistern und als die ersten Sieger des Abends vom
Platz zu gehen!! Mit in die Höhe gereckten Fäusten und wehenden Haaren
standen die Metalfreaks vor der Bühne und gaben sich ganz und gar den
einzigartigen Epic Doom Walzen
Dantescos hin... besonders erwähnenswert, so finde ich, ist dabei nicht
nur der zusätzliche Exotenbonus durch die in Spanisch vorgetragenen Texte,
sondern auch die schlichtweg überwältigende Stimme des in absolut kultige
Priesterklamotten gekleideten Frontmanns Eric La Bestia!! Der gute Mann
schmetterte auf der Bühne wahre Opernarien und untermalte die
majestätischen Songs mit seinem kraftvollen, theatralischen Gesang
wirklich vortrefflich!! Hier hatten wir echt das Glück, eine der
eigenständigsten und außergewöhnlichsten Doom Metal Bands dieser Tage live
erleben zu dürfen und glaubt mir, es hat sich wahrlich gelohnt!! Wenn sich
Dantesco das nächste mal anschicken, europäischen Boden zum Beben zu
bringen, dann bin ich mit Sicherheit wieder dabei!!
Den super Eindruck ihrer Vorgänger
konnten Seven Witches dann leider ganz und gar nicht aufrecht
erhalten. Was sich schon auf der Europa-Tournee mit Agent Steel und After
All, sowie auf den letzten Alben deutlich abzeichnete, das wurde bei ihrem
Auftritt auf der KIT Warmup Show noch viel deutlicher, nämlich dass die
Band um den ehemaligen Savatage-Gitarristen Jack Frost inzwischen einfach
viel zu weit in moderne, trendige Gewässer abgedriftet ist und es
anscheinend nicht so wirklich drauf kriegt, dass man traditionellen US
Metal der alten Schule unmöglich mit runter gestimmten Gitarren,
abgehacktem Stakkato-Geknüppel und Pantera-mäßigen Aggro-Feeling
verknüpfen kann... das geht einfach immer in die Hose und so entpuppte
sich auch der Auftritt von Seven Witches leider Gottes als ziemlicher
Griff ins Klo!! Dabei hatte ich mich echt gefreut, sind zumindest die
ersten vier Alben der Truppe in meinen Augen doch wahrhafte Meilensteine
des US Metal!! Und obschon eigentlich von Anfang an alle Zeichen dagegen
standen, so hatte ich insgeheim doch gehofft, dass man sich im Hause Seven
Witches zumindest für ein beinhartes Underground Event wie das KIT etwas
zusammennimmt und einen geilen Oldschool Gig aus dem Ärmel schüttelt...
doch Pustekuchen!! Auf alte Klassiker wie "Camelot", "Seven Witches", "We
are the Coven", "The Legend of Sleepy Hollow" oder "Atlantis" musste man
komplett verzichten und selbst ein Song wie "Mental Messiah" kam so
verwurstet rüber, dass ich ihn erst beim Refrain überhaupt erkannt hab!!
Da half dann auch der nach wie vor grandiose Gesang des ehemaligen Hades-
und Watchtower-Frotners Alan Tecchio nichts mehr viel und auch Jack
Frost's sympathische Bühnenpräsenz und cooles Stageacting konnten kaum was
retten. Solange die Seven Witches wirklich denken, dass sie mit solcherlei
Trendkacke das große Los ziehen können, schaufeln sie sich zumindest in
meinen Augen nur noch tiefer in ihr eigenes Grab hinein... schade, schade,
diese Band war echt mal einer meiner absoluten Faves, inzwischen würd ich
mich aber wirklich freuen, wenn sie dem grausigen Spiel ein Ende bereiten
und sich einfach auflösen würden...

Drifter und Assassin
standen als nächstes auf der Bühne, doch irgendwie wollten die mich beide
nicht so richtig vom Hocker reißen und daher legte ich auch lieber mal 'ne
Pause ein und verbrachte die Zeit eher vor'm Tresen als vor der Bühne.
Zu selbiger ging's dann aber
schleunigst zurück, als die letzte Band des Abends, die NWOBHM Legende
Demon, an der Reihe war!! Die Kulttruppe, die sich mit Überscheiben
wie "Night of the Demon", "The Unexpected Guest", "The Plague" oder auch "Taking
the world by storm" für immer einen Platz in den Herzen der Oldschool
Metal Freaks gesichert hat, legte dann auch einen fulminanten Auftritt hin
und überzeugte (mit Ausnahme des Fehlens von Jahrhundertsongs wie "Remembrance
Day" und "Blue Skies in Red Square") in allen Belangen und auf ganzer
Linie!! Frisch und unverbraucht rockten die nicht mehr ganz so jungen
Herren was das Zeug hält und boten dabei nicht nur eine tolle, engagierte
Show, sondern holten überdies auch einen Hit nach dem anderen hinterm
Rücken hervor... von "Night of the Demon" und "The Plague" über "Sign of a
Madman" und "The Spell" bis hin zu "Don't break the circle" und "One
helluva night" gab's echt einen Klassiker nach dem anderen zu hören, wobei
die ollen, aber noch immer wahnsinnig leckeren Kamellen auch immer wieder
von neueren Stücken aufgelockert wurden. Als nach über einer Stunde
feinster 80s Metal Madness dann irgendwann Schluss war, befand zumindest
meine Wenigkeit sich noch immer im Bann des Dämonen und ich kann mir beim
besten Willen nicht vorstellen, dass es irgendwem, der diesen affengeilen
Gig ebenfalls miterlebt hat, auch nur im Entferntesten anders ergangen
ist!! Ein wahrlich gelungener Abschluss einer fantastischen Metalparty!!
Mit einiger Hilfe und über den einen
oder anderen Umweg ging's für mich im Anschluss an Demon dann auch
irgendwann ins Bett - sprich den Vordersitz meines lieben Volkswagen - wo
ich mich voll wie ein Matrose und vor Kälte und Unwohlsein am ganzen Laibe
zitternd drauf und dran machte, Schäfchen zu zählen und wegzudösen...
tausendfachem Aufwachen und lediglich einer dünnen Wolldecke sei dank
dachte ich am nächsten Morgen wirklich, ich wäre dem Tode nahe, doch ein
kurzer Blick in den Rückspiegel belehrte mich schnell eines besseren und
zeigte mir, dass meine eigene Nachtruhe gar nicht so schlimm gewesen sein
konnte... denn draußen lag mein zur totalen Schnapsleiche mutierter Bruder
Martin unter freiem Himmel und fror sich garantiert den Allerwertesten
ab!! Oh man, keine Ahnung was ihn da geritten hat, aber 'ne Nacht bei
Minusgraden auf'm Rasen war bestimmt alles andere als erquickend und
erbaulich. Von daher zeigte er sich dann auch sichtlich erfreut, als ich
ihn rüber ins Auto rief, den Motor anwarf und erstmal die Heizung bis zum
Anschlag aufdrehte... unsere Zeltnachbarn waren davon wohl weniger
begeistert, denn wie sich später herausstellte, sollte ich gleich nach
dieser Aktion wieder einpennen und sie somit über 'ne Stunde lang mit
knatternden Motorgeräuschen und stinkenden Abgasen am Ausschlafen hindern,
haha... aber was soll's, dafür hatten wir's zumindest für 'nen kleinen
Augenblick mollig warm im Auto... ;)
Festival
Nachdem dann aber irgendwann doch
das Aufstehen auf dem Programm stand und wenig später bereits die Sachen
gepackt waren , ging es - nach einem kurzen Abstecher in Richtung Mc
Donalds - auch schon ab in Richtung Tauberfrankenhalle... einem plagenden
Brummschädel auf der einen und strahlendem Sonnenschein auf der anderen
Seite war dort jedoch nicht etwa gleich Shoppen und Stöbern auf'm
Metalmarkt angesagt, sondern erstmal gemütliches Faulenzen im Freien...
somit hab ich die ersten Klänge des Openers Powervice dann auch
gleich mal verpennt und kam erst zum zweiten oder dritten Song in die
Halle geschlichen. Dort angekommen schmetterten die entfesselt zu Werke
gehende Power Metaller aus Holland jedoch in Windeseile sämtliche
Schlaffheit und Matschigkeit aus meinem gebeutelten Körper und entführten
mich mit ihrem Energie geladenen Oldschool Sound und ihrer
schweißtreibenden Performance alsbald in den wohligsten Heavy Metal
Himmel!! Neben den Fetzern von der letztjährigen Mini CD gaben sie auch
einige brandneue Stücke zum Besten und glaubt mir, diese Lieder standen
den bereits bekannten Tracks wie "Behold the hand of glory" oder "The End
is coming" in absolut nichts nach und offenbarten erneut allergeilsten
80er Heavy Metal in bester Tradition von alten NWOBHM Helden wie Iron
Maiden, Jaguar, Battleaxe und Co!! Neben der unbestrittenen Klasse der
Musik war auch die Stageshow über die Maßen geil und strotze nur so vor
wildem Headbanging und kultigen Posen, so dass sich nachher eigentlich
alle Anwesenden einig darüber sein mussten, dass das Hauptfestival auch im
April 2006 wieder mit einem wahren Paukenschlag eingeleitet wurde!! Denn
führwahr, den genialen Openern der Vorjahre wie z.B. Ignior oder Holy
Martyr standen Powervice wirklich in keine Weise nach!! Wenn die Jungs so
überzeugend am Ball bleiben, wie sie begonnen haben, dann ist es
sicherlich nur noch eine Frage von (kurzer) Zeit, bis ihnen die gesamte
Metal-Welt ergeben zu Füßen liegt!!
Bei Wotan wollte ich dann
eigentlich eine Pause einlegen, denn obwohl ich die italienischen Epic
Metaller überaus cool finde, hatte ich sie bereits beim KIT II auf der
Warmup Show gesehen und dachte mir daher, ich könnte ihren Auftritt lieber
für 'ne Verschnaufpause nutzen... aber von wegen... als ich's mir draußen
gerade wieder etwas gemütlich gemacht hatte, dauerte es nicht lange und
mir traten vertraute und vor allem überaus geniale Töne an die müden
Ohren... Was!? Covern Wotan etwa gerade Manowar's Jahrhundertstück "Revelation"
und ich steh nicht flippend vor der Bühne, sondern lass mir faul die Sonne
auf den Pelz braten?? Da kann doch was nicht stimmen!? Also nichts wie
aufgestanden, die Beine in die Hand genommen und ab in die Halle gerannt,
wo ich gerade noch rechtzeitig ankam, um den Großteil dieses wahrhaften
Epic Metal-Spektakels noch mitzuerleben!! Hölle, diese Coverversion hatte
es wahrlich in sich und das nicht nur da die Band eine tolle Vorstellung
bot und der Sänger bei allerbester Stimme war, sondern auch weil man für
diese Nummer prominente Unterstützung in Form des ehemaligen
Manowar-Klampfers Ross The Boss mit auf der Bühne hatte!! Geilomat... das
war echt göttlich ohne Ende!! Doch auch ohne die tatkräftige Mithilfe von
Ross The Boss wussten Wotan bei den nachfolgenden Songs vollends zu
überzeugen, wobei mir vor allem das grandiose "Lord of the Wind" die
Kinnlade zu Boden fallen ließ!! Wirklich, ganz großes Tennis... ähh ganz
großer Metal!!

Ob die deutschen Thrash Metal
Urgesteine von Darkness es wirklich noch drauf haben, oder ob sie
eine ähnlich traurige Entwicklung wie z.B. ihre stark in Richtung Moderne
abgedrifteten Kollegen von Assassin hinter sich hatten, da war ich mir im
Vorfeld alles andere als sicher und da ich mit den Werken der vier
Ruhrpöttler eh nur ein wenig durch diverse Samplerbeiträge vertraut war,
hatte ihr Auftritt für mich auch nicht unbedingt oberste Priorität.
Dennoch trieb mich die Neugier dann doch vor die Bühne und dort erlebte
ich eine nette Überraschung!! Denn auch fast 20 Jahre nach ihrem Split
schwangen Darkness noch mit vollster Power die Oldschool Keule und
zockten einen knüppelharten Gig, zu dem die langjährigen Fans völlig
ausrasteten und auch alle anderen begeistert die Rübe schüttelten!! So und
nicht anders soll's aussehen, wenn eine längst verblichene Kultband sich
noch mal aufrafft und ihren Anhängern ein letztes Mal die alten Schinken
durch die Ohren pustet!!
Darkness Setlist: Invasion
Sector 12 ; Critical Threshold ; Death Squad ; They Need A War ; Faded
Pictures ; Burial At Sea ; Staatsfeind ; Caligula ; Phantasmagoria
Die nächste Band kam mir dann
irgendwie ein wenig Spanisch vor, denn bei den fünf Oldschool Metal
Maniacs die nun auf den Brettern standen, handelte es sich um
Silverfist, die Soloband von Silver Solorzano, dem Sänger der
südeuropäischen 80er Helden Muro!! Und obwohl ich gestehen muss, dass mir
weder das Songmaterial von Muro, noch das von Silverfist zu Beginn des
Gigs auch nur auszugsweise bekannt war, sprang der Funke sofort über und
der rotzige Heavy Metal der alten Schule, wie ihn die Band zum Besten gab,
wusste sofort zu gefallen!! Silver und seine Mitstreiter zeigten sich als
schweißtreibende, mitreißende Liveband schmiedeten einen rauen, extrem
coolen Classic Heavy Metal wie er mich zum einen etwas an eine Mischung
aus Bands wie Judas Priest, Iron Maiden, Manowar, Tank und Konsorten
erinnerte, zum anderen aber durch den spanischen Gesang auch ein gewisses
exotisches Flair verliehen bekam!! Kurzum: ein toller Gig einer tollen
Band!
Axehammer waren nach dem
metallenen Inferno mit Namen Silverfist eigentlich ein Kandidat für eine
kurze Verschnaufpause, doch wie schon das eine oder andere Mal zuvor, so
überkam mich letzten Endes doch die Neugierde und ich stiefelte gegen Ende
des Sets wieder vor die Bühne und feierte noch ein wenig zu den letzten
drei, vier Songs. Eine gute Entscheidung, denn Axehammer stellten mit US
Metal Granaten wie "Lord of the Realm", "Axehammer" oder "Windrider"
eindrucksvoll unter Beweis, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen
gehören... im Gegenteil! Sowohl die Stücke vom 1986er Debütalbum, wie auch
die Tracks von der letztjährigen Comebackscheiblette machten ordentlich
Laune und so trat die kultige Truppe um das kugelrunde Sangeswunder Bill Ramp
dann auch gleich mal 'ne mordsmächtige Show vom Stapel und schmiedete einen satten,
altbackenen US Stahl vom Allerfeinsten!! Wer auf Bands wie alte Savatage,
Metal Church, Obsession und Shock Paris steht und an diesem Abend seine Matte zum
furiosen Sound Axehammers gebangt hat, der ist mit Sicherheit nicht enttäuscht
zurück ins
Hotelzimmer, bzw. auf den Zeltplatz gegangen!!

Da Kompliment, mit dem ich den
Axehammer Text soeben beendet hab, kann ich jetzt auch gleich wieder
erneut hervorkramen und Steve Grimmett und seiner Grim Reaper Bande
zustecken!! Denn obwohl der begnadete Kultsänger das einzig verbliebene
Originalmitglied in der KIT Besetzung war und die Drums überdies noch vom
Band kamen (was allerdings durchaus verständlich war in Anbetracht dessen,
dass der Schlagwerker die Reise nach Lauda mit einem gebrochenen Arm
antreten musste), rockte die Band was das Zeug hielt und zelebrierte einen
schier erhabenen Gig, der wirklich jeden Fan mehr als zufrieden stellte!!
Die Jungs an den Instrumenten zeigten sich enorm frisch und spielfreudig
und Mr. Grimmett ließ seine Stimmbänder derart kräftig und gekonnt
erzittern, als wären die letzten 20 Jahre beinahe spurlos an ihm vorüber
gezogen!! Und so wurde der Auftritt dann auch entgegen der schwierigen
Vorraussetzungen zu einem absoluten Erfolg, denn was kann bei
Jahrhunderthymnen wie "Rock you to Hell", "Fear no Evil", "Now or never"
oder "See you in hell" schon schief gehen? Richtig... gar nichts!! Und so
hab ich dann auch mal ganz bereitwillig darüber hinweg gesehen, dass mein
Lieblingssong von Grim Reaper, das geniale "Fight to the Last" vom
Zweitlingswerk "Fear no evil" leider keine Berücksichtigung in der Setlist
fand... macht aber absolut gar nichts, denn auch so bot die Band einen
schönen Querschnitt ihrer drei legendären LPs und legte einen Auftritt
hin, den man so schnell ganz sicher nicht wieder vergessen wird!!
Nach einer guten Stunde NWOBHM
Vollbedienung musste ich die deutschen Thrasher von Paradox dann
wohl oder übel skippen und erstmal wieder etwas zu Kräften kommen. Leider
Gottes floss das Bier in dieser Zeit nicht weniger doll und viel wie
eigentlich schon den gesamten Tag über und so begab es sich in der
Zwischenzeit, dass mein Schlüsselbund irgendwie nicht mehr so wirklich an
seinem angestammten Platz verharren wollte und so kam es, dass ich
blöderweise auch von den Doom Metal Götter Solitude Aeturnus nicht
mehr allzu viel mitbekam, da ich zu Beginn ihres Gigs damit anfing, die
Halle von oben bis unten nach meinem Schlüssel zu durchforsten und dann
letztlich, nachdem der Erfolg eines Wiederfindes ausblieb, mir der ungute
Gedanke kam, ich würde den Verlust bestimmt besser verkraften, wenn ich
mich einfach ordentlich besauf... ;) Na ja, so kam's dann halt, dass mich
mein Weg nicht etwa vor die Bühne, sondern vielmehr an die Flasche führte
und der sehnlich erwartete Solitude Aeturnus Auftritt leider fast gänzlich
ohne mein Beiwohnen ablief... hmmm, dumm gelaufen irgendwie, da kann ich
nur hoffen, dass dies nicht der letzte Abstecher war, den Rob Lowe und
seine Mannen nach Deutschland unternommen hatten.

Zumindest scheint's was gebracht zu
haben, die Sorgen in Alkohol zu ertränken, denn als Ross the Boss
zu einem Abend voll mit alten Manowar Klassikern lud, war mein Pegel
bereits mächtig hoch (und mein Missmut dementsprechend verflogen) und
somit standen die Zeichen allesamt genau richtig für ein ausgiebiges
Feiern zu unsterblichen Metal Klassikern wie "Gloves of Metal", "Army of
Immortals", "Thor (the Powerhead)", "Secret of Steel", "Hail to England",
"Hail and Kill" oder "Battle Hymn"!! Ja, ihr lest richtig, solch eine
kultige Setlist wird man von den richtigen Manowar dieser Tage wohl kaum
noch mal vorgesetzt kriegen, doch im Falle von Ross the Boss handelte es
sich bei den oben genannten Götterstücken nicht mal um die gesamte
Songliste, sondern gerade mal um einige Auszüge!! Fürwahr, im Zuge dieses
Auftritts dürfte (übertrieben gesagt) so ziemlich jeder Klassiker aus
Manowar's Anfangszeit aus den Boxen gedonnert gekommen sein, ebenso wie
die eine oder andere Überraschung in Form eines geilen Underdogs wie z.B.
dem mächtigen Epichammer "Mountains" von der "Sign of the Hammer" Scheibe
oder dem geilen Rocker "Shell Shock" vom legendären Debütalbum!! Dass der
gute Ross in Sachen Bühnenpräsenz und Gitarrenspiel noch immer einer der
ganz Großen ist, dass dürften die anwesenden Fans bereits bei seinem
genialem Intermezzo mit Wotan mehr als deutlich gemerkt haben, was jedoch
dennoch ein wenig erstaunte, war die Tatsache, dass auch seine Backingband,
die deutsche Manowar Covertruppe Men of War, einen durchweg erstklassigen
Eindruck hinterließ und dem Maestro wirklich in nichts nachstand!! Für
über eine Stunde gab es hier genau den Manowar Auftritt zu sehen, den man
sich schon seit Jahren gewünscht hat und von der Setlist, über den Sound
bis hin zur Umsetzung war wirklich alles im absolut Ampelmännchen-grünen
Bereich!! In diesem Sinne: Hail, Hail Hail and Kill... Hail, Hail, Hail
and Kill!!
Da das Angucken und Abfeiern des
Ross the Boss Auftritts vom Metal Supremacy Stand aus stimmiger Weise auch
gleich mal Hand in Hand ging mit mächtig prächtig viel Bier und Bacardi
Nachschub, fehlt mir für den Rest des Abends leider Gottes jegliche
Erinnerung, weshalb ich zu den Auftritten von der kanadischen Speed
Metal Legende Exciter und von den US Hard Rock/Metal Meistern
Riot blöderweise rein gar nichts schreiben kann und meinen KIT VI
Bericht somit vorschnell zum Ende bringen muss... aber halb so schlimm,
denn als Fazit gehen - wie bereits im Vorjahr - alle Daumen steil nach
oben und ich sag ein einmal mehr ein riesengroßes Dankeschön an die
Veranstalter und alle Mithelfer für eine höllisch geile Metalparty mit
unzähligen coolen Leuten und durchweg super Gruppen!! Wer - im Gegensatz
zu mir - schnell genug war und sich eine Karte für das "Mini-" KIT im
November (u.a. mit Hear Apparent, Onslaught, Flotsam & Jetsam, Wolf,
Arctic Flame, etc) sichern konnte, der wird garantiert schon wieder Ende
des Jahre im siebten Metalhimmel schweben, alle anderen seh ich dann
hoffentlich spätestens im kommenden April zum KIT VIII wieder!! Also
haltet die Ohren steif und stellt schon mal das Bier kalt!!

by Tobi (04.05.2006)
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