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¬ Swordbrothers IV (Ram, Solemnity, Deadly Blessing, Attacker, etc)


Ort: Andernach, GER
Datum: 16.09.2006
Bands: Phenix ; Influence ; Stormrider ; Ravage ; Ram ; Solemnity ; Deadly Blessing ; Attacker


Das vierte Swordbrothers Festival ist nun auch schon gut 'nen Monat her, da wird's dann doch langsam mal Zeit, den wohlverdienten Bericht zu diesem kultigen Event nachzureichen. Da ich inzwischen wohl doch etwas in die Jahre komm und nächtliches Aufstehen gefolgt von einer fast zehnstündigen Autofahrt nicht mehr ganz so spurlos an mir vorüber geht, gibt's zwar die eine oder andere ausruh- und plattsei-bedingte Lücke in meinem Livereview, aber naja, das meiste hab ich dann doch gesehen und 'ne Menge bunter Bilder hab ich auch geschossen, von daher wird euch bei den folgenden paar Zeilen (hoffentlich) nicht allzu langweilig werden... also ran an den Speck!!

     

Den Anfang machten an besagtem Samstag die französischen True Metaller Phenix, die bereits mit ihrer letzten CD "Wings Of Fire" eine tolle Visitenkarte bei mir hinterlassen konnten und die dieses coole Bild mit einer wirklich starken Performance auf dem Swordbrothers noch einmal untermalt haben!! Sympathisch und frisch zockten sich die fünf Franzmänner von einer traditionellen Metalgranate zur nächsten und gewannen damit bei allen anwesenden Freunden von 80er Helden wie Manowar, Saxon oder Iron Maiden auf ganzer Linie!! Bei fantastisch gesungenen und spannend aufgebauten Heavy Metal Hymnen wie "Blood In The Arena", "Guardians Of Metal", "Keepers Of The Sacred Fire" oder auch dem abschließenden Deep Purple Cover "Speed King" ging vor der Bühne nämlich mächtig die Post ab und als die Band dann irgendwann sichtlich zufrieden von den Brettern stieg, waren sich alle Anwesenden einig darüber, dass nach solch einem super Einstieg eigentlich kaum noch was schief gehen kann... ein Eindruck, der im Laufe des Abends nur noch weiter Bestätigung finden sollte!!

     

Bei den nun folgenden Influence und Stormrider hab ich dann erstmal 'ne kleine Pause eingelegt und  mich auf dem Campingplatz und Metalmarket herum getrieben, so dass ich von diesen beiden Bands rein gar nichts mitbekommen hab und erst wieder in die Halle kam, als die US Metaller Ravage auf der Bühne standen und bereits zwei, drei Stücke zum Besten gegeben hatten. Da mir der kraftvolle, ein wenig an Bands wie Metal Church oder Obsession erinnernde Power Metal dieser jungen Gruppe bestens rein lief, blieb ich dann auch gleich vor der Bühne stehen und erlebte ein tolles Konzert, welches den Nacken schon mal weiter aufwärmte -- und das war auch bitter nötig, denn der Spaß hatte ja gerade erst begonnen!!

           

Da Ram zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Problemen mit ihrem Bus noch nicht am Festivalgelände angekommen waren, rückten die deutschen Horror Metal Meister Solemnity im Billing einen Platz nach vorn und so durften wir uns jetzt darauf freuen, die nächsten gut 70 Minuten über ein höllisch heißes Feuer im Mainstreamland zu entfachen!! Die Bühne war stilvoll mit allerlei Kreuzen, Totenschädeln und sonstigem Gedöns dekoriert, die Bandmitglieder waren stimmig als Mönche, Vampire und dergleichen verkleidet und als besonderen Leckerbissen gab's Frontman Sven The Axe nicht bloß in ca. 100 verschiedenen, auf die Themen der einzelnen Lieder abgestimmten Kostümen zu bewundern, sondern obendrein hatten sich Solemnity auch die Unterstützung einer leicht bekleideten Dame gesichert, welche hier und da über die Bühne tapste und den Fans die eine oder andere Showeinlage bot. Ein nettes Feature, auch wenn das gute Mädel sich in ihrer Rolle nicht so 100% wohl zu fühlen schien und mehr als einmal doch ein wenig unsicher wirkte... wenn ich mir da die Show von Death SS auf dem letztjährigen Raise Your Fist Festival noch mal vor Augen rufe, da ging's doch 'n bisschen wilder und ausgelassener zur Sache... aber was soll's, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und 'ne etwas zurückhaltende barbusige Frau auf der Bühne ist immer noch besser als gar keine barbusige Frau auf der Bühne, hehe!! Aber genug davon, denn schließlich wäre's doch ziemlich verdrossen, eine geniale Band wie Solemnity lediglich auf ein paar blanke Möpse zu reduzieren -- denn die waren bei Killersongs wie "Red Monk", "The Book Of Eibon", "Kill The Majesty", "King Of Dreams" oder auch "Open Fire" wirklich nur Beiwerk!! Hier herrschte totale, metallene Verrücktheit auf und vor der Bühne und sämtliche Fans ließen sich von der packenden Performance der süddeutschen Gruselmetaller förmlich mitreißen!! Es wurde gebangt, gesungen, gefeiert und geflippt bis zum Umfallen und die Stimmung war im wahrsten Sinne des Wortes am Überkochen!! Wer auch immer einen kleinen aber feinen Platz für obskuren Oldschool Heavy Metal mit deftiger Gruselschlagseite in seinem Herzen frei hat, für den dürfte dieser Auftritt jedenfalls ein saftiger Festschmaus auf ganzer Linie gewesen sein!! Well done, Solemnity!!

     

     

Inzwischen waren dann auch Ram wohlbehalten in Andernach angekommen und so konnte's im Plan nahtlos weitergehen und unsere schwedischen Freunde stürmten die Bühne und taten einfach das, was sie am allerbesten können: Rocken bis zum Abwinken!! Energisch, schweißtreibend und kraftstrotzend ließen sie einen Power Metal Bolzen nach dem nächsten aus den Boxen donnern und versetzten die Fans damit in vollste Rage und Entzückung!! "Sudden Impact", Machine Invaders", "Infuriator", "Shadow Man", "Breaking Through" und und und... Ram ließen keinen ihrer bandeigenen Klassiker aus und als wenn das noch nicht genug wäre schüttelten sie auch noch ein oberkultiges Cover von Mercyful Fate's "Evil" aus dem Ärmel!! Diese Band ist einfach Heavy Metal in reinster und knallhärtester Form und wer auch immer schon mal das Vergnügen hatte, sie livehaftig zu erleben, der wird mir hier mit Sicherheit voll und ganz zustimmen!! Wenn Ram entfesselt loslegen, dann bleibt kein Stein mehr auf dem anderen!! Und so und nicht anders verhielt es sich auch mit ihrem Gig auf dem Swordbrothers!! Einfach gigantisch -- ohne wenn und aber!!

     

Nach dem fulminanten Ram Gig hätte der Abend für mich eigentlich schon gut zu Ende sein können, doch obschon ich wirklich fix und alle war, hieß die Devise natürlich "Wach bleiben und weiter feiern!", denn bei den zwei Gruppen die noch kommen sollten handelte es sich in beiden Fällen um absolute US Metal Legenden sondergleichen!! Und die erste davon war niemand Geringeres als Deadly Blessing, die Band die seit ihrem 1988er Kultdebüt "Ascend From The Cauldron" als eine der Metalgöttertruppen überhaupt gilt!! Und auch gute 18 Jahre später sind bei Ausnahmesänger Ski und seinen Mannen noch nicht mal ansatzweise Abnutzungserscheinungen auszumachen!! Die Stimmbänder schwingen nach wie vor in höchsten Höhen, die Finger qualmen regelrecht auf den Saiten und die Fälle donnern, als würde sie Thor persönlich mit seinem Hammer beackern -- und das alles natürlich auf dem Fundament absolut genialster US Metal Keulen wie "Search And Destroy", "Cry Of Medusa" oder "Deadly Blessing"!! Neben diesen und weiteren Kultgranaten vom "Ascend From The Cauldron" Scheibchen präsentierten Deadly Blessing, deren Sänger im Verlaufe des Konzerts übrigens ähnlich oft sein Outfit wechselte wie zuvor Solemnity-Sven, auch noch eine knappe Handvoll brandneuer Tracks und lasst euch gesagt sein, wenn diese Knallerstücke auch nur annähernd repräsentativ für das neue Album sind, dann erwartet uns hier ein augenblicklicher Klassiker vor dem Herrn!! Bei solcherlei Supermaterial fehlt als gelungener Abschluss des genialen Gigs eigentlich nur noch 'ne amtliche Coverversion und die wollten Deadly Blessing ihren völlig ausrastenden Fans auch nicht vorenthalten, so dass es mit Iron Maiden's "The Trooper" auch noch einen Song im Programm gab, mit dem sicherlich niemand im Publikum gerechnet hätte... insgesamt entpuppte sich der Deadly Blessing Auftritt somit als vollster Erfolg auf ganzer Linie und der Band gelang wirklich das kaum für möglich zu haltene Kunststück, ihren letztjährigen KIT V Auftritt noch mal zu toppen!! Ganz großes Kino!!

     

Und nicht minder fulminant gestaltete sich dann auch der Schlussstrich unter das vierte Swordbrothers, denn diesen setzte niemand Geringeres als die New Jersey'er 80s Metal Legende Attacker, die sich hier erstmal mit ihrem wieder zurückgekehrten Originalbasser Lou Ciarlo auf deutschem Boden präsentierte!! Mit dem neuen Superalbum "The Unknown" im Gepäck starteten Drummer Mike Sabatini und seine quickfidelen Mitstreiter obermächtigst durch und entfachten dabei völlig irren Metalsturm der wahrlich seines Gleichen sucht!! Von einer mitreißend-energiegeladenen Stageshow über eine absolut perfekte handwerkliche Umsetzung bis hin zu wirklich explosivem Songmaterial aus der 4 Alben und über 20 Jahre umspannenden Bandgeschichte boten Attacker ihren Fans wirklich die komplette Vollbedienung und brachten somit auch die müdesten Knochen noch einmal in Wallung!! Und mal ehrlich, wenn auf der Bühne ein derart sympathischer und charmanter Frontmann wie Bob Mitchell steht und das Publikum zum mitmachen anpeitscht, dann ist kollektives Ausflippen vor der Bühne eigentlich schon vorprogrammiert!! An die Songauswahl kann ich mich leider kaum noch erinnern, die bandeigenen Klassiker wie "(Call On) The Attacker" und "Kick Your Face" waren aber auf jeden Fall mit von der Partie, ebenso wie brandneue US Metal Kolosse ala "The Unknown" oder "This Is Power"!! Und auch auf den einen oder anderen Track von der 2004er Comebackscheibe "Soul Taker" wurde nicht verzichtet... und Attacker zum Abschied dann noch mal "The Hermit" ausgruben und ihre völlig ekstatischen Anhänge dutzendweise auf die Bühne baten, dann standen selbst den müdesten, betrunkensten oder sonstwie ferigsten Metalheads die Haare vor Begeisterung zu Berge!! Glaubt mir, hier lag wahrhaftige Magie in der Luft und ein schlichtweg genialer Festivaltag kam zu einem mehr als rühmlichen Ende!! 

     

     

Somit wär dann von meiner Seite aus auch schon (fast) alles gesagt, außer natürlich noch dem obligatorischen Dank an Volker und alle Beteiligten für die super Organisation und den reibungslosen Ablauf!! Ach ja, und das nächste Mal - wenn u.a. Ignitor, Emerald (NL), Arctic Flame, Desperation, Powervice und weitere Hochkaräter aufrocken - wär's vielleicht gar nicht schlecht, schon am Vortag anzureisen und dann vor Ort ordentlich auspennen, so dass auch zum Ende des Abends hin die Kräfte nicht schlaff machen... okidoki, ist gebongt, wir sehen uns also im kommenden Mai wieder in Andernach!!

     

     

by Tobi (20.10.2006)

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