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Thrashing Metal Maniacs (Solitaire,
Zwartketterij, Nocturnal, Sniper)
Ort: Itzehoe, GER
Datum: 06.05.2006
Bands: Sniper, Nocturnal, Zwartketterij, Solitaire
Sommer,
Sonne, Heavy Metal... Herz was willst du mehr!? Hmmm, vielleicht auch noch
das ein oder andere gut durchgebratene Stück Grillfleisch und 'n paar
Löffel leckeren Salat! Und so ging's dann, nachdem wir in Itzehoe
angekommen waren und unsere Schlafsäcke und sonstigen Sachen im Metal
Supremacy Hauptquartier - unserer Schlafstätte für diesen Abend -
abgeliefert hatten, auch nicht gleich los zum Konzert, sondern erstmal auf
die Terrasse, wo die Kohlen schon glühten und allerlei leckeres Zeugs nur
darauf wartete, auf den Rost geworfen und dann aufgemampft zu werden! So
wanderte dann ein leckeres Stück Fleisch nach dem anderen in den Bauch
hinunter, gefolgt von nicht minder vielen Schippen Nudelsalat und einer
ebenfalls nicht zu verachtenden Anzahl an Flaschenbieren und eh man sich
versah war die eine oder andere Stunde ins Land gezogen und als wir
letztlich doch per Taxi am Lichtspielhaus ankamen und uns auf direktem
Wege vor die Bühne begaben, waren die Opener Sniper schon lange
fertig mit ihrem Gig...

Und auch
die zweite Band, die Undergroundhelden von Nocturnal, hatten
bereits ein oder zwei Stücke gespielt... na ja, halb so wild, denn den
Großteil des Nocturnal-Auftritts hab ich dann ja doch noch mitbekommen und
das war auch verdammt gut so, legte die in massenhaft Nieten, Spikes und
Bullets gehüllte Truppe doch einen verdammt kultigen Oldschool Thrash Gig
auf's Parkett und sorgte mit tollen Songs und einer coolen Show für
ausschließlich zufriedene Gesichter und bangende Köpfe im Publikum. Neben
einer ganzen Reihe an durchweg starken eigenen Songs, die mir bis dato
aber leider noch nicht bekannt waren, gab's zum Abschluss dann auch noch
eine kultige Coverversion irgendeines deutschen Thrashklassikers zu hören,
doch dem leckeren Bier und den vielen seitdem verstrichenen Tagen sei dank
kann ich mich beim besten Willen nicht mehr dran erinnern, welcher Titel
genau das jetzt war... irgendwo in den unendlichen Leeren meines Kopfes
glaube ich mich düster daran zu erinnern, dass es 'ne olle Sodom Nummer
war, es kann aber auch gut sein, dass das völliger Humbug ist und es
stattdessen 'n Destruction Song war... oder einer von Kreator... auf jeden
Fall irgendwas in diese Richtung... ;)

Nach dem
gelungenen Nocturnal Gig ging's dann sogar noch 'ne Schippe kultiger
weiter, denn nun waren die holländischen Maniacs von Zwartketterij
an der Reihe und ließen es sich nicht nehmen, ein wahres Feuerwerk an
obercoolem, tiefschwarzen Black/Thrash Metal auf die anwesenden Fans
loszulassen! Allein die Bühnenpräsenz des mit Kutten und Nieten behangenen
Powertrios war erste Sahne, ließ es sich Sänger Jack Hellfire doch nicht
nehmen, selbst im dunklen Lichtspielhaus die coole Pornobrille auf der
Nase zu lassen und somit herrlich prollig und auf jeden Fall supercool
rüberzukommen ... und während auf der Kinoleinwand im Hintergrund alte
Kung Fu-Streifen abgespielt wurden, ging's auf der Bühne davor einfach nur
höllisch verrückt und gnadenlos heavy zur Sache! Pfeilschneller, räudiger
Black Metal mit martialischer Oldschool Thrash Schlagseite ist das Metier,
in dem sich Zwartketterij zu Hause fühlen, doch als wenn das noch nicht
genug wär, mischen sie ihrem ultra-fiesen Knüppelsound auch immer noch
wieder traditionsmetallene Anleihen bei und überraschen nicht selten gar
mit hohen Screams und klaren Gesängen, die zu dem rauen Schwarzmetall
wider erwarten absolut nicht in Kontrast stehen, sondern vielmehr bestens
damit harmonieren und dem Zwartketterij'schen Metal eine absolut eigene
und völlig mitreißende Mentalität und Ausstrahlung verleihen!! Der ganze
Auftritt war einfach nur sau-cool und von vorn bis hinten gespickt mit
allerlei kult-verdächtigen Hymnen, von denen mir mit "Swedish Perversion",
"Deadly Forces Bleeding Corpses" und "Isengard Neslepaks" aber gerade mal
noch eine Sägewerkarbeiter-Hand von einfallen wollen... solltet ihr diese
Band noch nicht kennen und auf rumpelig-räudigen Black/Thrash ala
Nifelheim ebenso stehen, wie auf obskuren Heavy Metal ala Mercyful Fate,
dann checkt diese Höllentruppe um Gottes Willen nicht nur live an, sondern
sichert euch auch ein Exemplar ihrer wahnsinnigen Debüt CD "Sodomizer
Dirty Sodomoizer"!! Ich jedenfalls bin gleich nach dem Gig zum
Merchandisestand gestiefelt, hab mir das Teil gekauft und es seitdem
wieder und wieder durch den CD Schacht gejagt!! Zwartketterij sind dreckig
wie Motörhead, obskur wie King Diamond und unheilig wie die frühen Bathory
und mit solch einer abgefahrenen Mischung sollte es ihnen doch ein
leichtes sein, bei den geneigten Oldschool Headbangern regen Anklang zu
finden, oder nicht!? Mit ihrem Deutschland Debüt beim Thrashing Metal
Maniacs haben sie jedenfalls volle Kanne reingehauen und sicher nicht nur
mich voll und ganz auf ihre Seite gezogen!

Die
Leute überraschen, dass konnten Solitaire, die im Anschluss an
Zwartketterij an der Reihe waren, getrost vergessen! Denn die finnischen
Speed Metal Maniacs haben den Status eines Geheimtipps nach nunmehr drei
grandiosen Alben und einigen furiosen Gigs - u.a. auf den Bühnen solch
renommierter Festivals wie dem Keep it True oder dem Headbangers Open Airs
- inzwischen weit hinter sich gelassen und dürften den meisten
Undergroundfreaks bereits nicht nur ein Begriff, sondern vor allem auch
ein Garant für eine wahnwitzige und schweißtreibende Liveshow sein! Und
dem vorzüglichen Ruf, den sie sich in den letzten Jahren erspielen
konnten, wurden Solitaire dann auch mehr als gerecht, entfachten sie doch
ein echtes Inferno auf der Bühne und ließen keinen Stein auf dem anderen!!
Mit brandneuen Granaten vom in Kürze erscheinenden 3. Album "Invasion
Metropolis" ebenso im Gepäck wie alten Hits von den ersten beiden
Hammerteilen "Rising To The Challenge" und "Extremely Flamable" zockten
sich die spielfreudigen Nordmänner durch einen wahrhaften Wahnsinnsgig,
der den anwesenden Fans noch einmal alles abverlangte und zu purer Raserei
auf und vor der Bühne gleichermaßen führte! Der hohe, spitze Gesang des
quirligen Frontmanns Mika hätte sämtliche Bierflaschen und -gläser in der
näheren Umgebung beinahe zum Platzen gebracht und die gewaltigen Riffs und
Rhythmen hätten einem weniger solide gezimmerten Gebäude mit Sicherheit
das Dach von den Mauern gepustet! Dieser Auftritt war vom ersten Song bis
hin zur Zugabe einfach nur Energie und Adrenalin pur und es bedurfte schon
eines gestandenen Headbangerdaseins und einer gestählten Nackenmusk ulatur,
um den unaufhaltsamen Speed Metal Attacken Solitaires zumindest ein wenig
Paroli bieten zu können!! In der Form, wie wir Solitaire an diesem
Wochenende erleben durften, gehören sie ganz klar zu den derzeit besten
Speed Metal Kapellen dieses Planeten und selbst hinter gestandenen
Kulthelden der 80er wie Agent Steel oder Exciter (von denen Solitaire
übrigens eine absolut geniale Coverversion des legendären Hits "Violence
and Force" zum Besten gaben), brauchen sie sich nicht im Geringsten zu
verstecken!! Klar, das klingt jetzt erst mal nach wahnsinnig großen Tönen,
doch wer die Band beim Thrashing Metal Maniacs oder einem anderen Event in
letzter Zeit zu sehen und hören gekriegt hat, der wird mir hier ganz klar
und ohne zu zögern zustimmen!! Solitaire sind die neuen Kings des Speed
Metal und das haben sie mit diesem schlichtweg umwerfenden Auftritt mehr
als eindrucksvoll unter Beweis gestellt!!

Wie alle diejenigen, die mein Review
bis hierher durchgelesen haben, sicher unschwer nachlesen konnten, war
auch dieser von Darkest Path Productions in die Wege geleitete
Konzertabend mal wieder ein voller Erfolg und 'ne absolut affengeile
Feier... schade nur, dass sich die Besucherzahlen diesmal in mehr oder
weniger überschaubaren Mengen hielten und dass es dennoch einige Idioten
für nötig hielten, einen Spiegel zu Bruch zu hauen und 'ne Toilette
abzufackeln. Wegen solchem Kinderkram stehen künftige Metalgigs im
Lichtspielhaus doch arg in der Schwebe und es wäre echt schade, wenn wir
alle in Zukunft diesbezüglich in die Röhre gucken müssten, nur weil einige
Deppen unbedingt harter Macker spielen und - natürlich nur wenn sie
unbeobachtet sind - irgendwelche Dinge zerkloppen müssen!! Sowas ist echt
für'n Arsch und bringt absolut gar nichts, außer dass es seine dunklen
Schatten über ansonsten wirkliche erstklassige Abende wirft ... also
Leute, zeigt dass ihr mehr drauf habt und kommt am Pfingstwochenende in
Scharen ins Lichtspielhaus um beim Bonded By Blood Festival mit massig
guter Laune (und hoffentlich ohne Randale) zu solch geilen Bands wie
Victimizer, Blood Thirsty Demons, Titan Steele, Abysmal Grief, Toxic
Holocaust oder Ram zu feiern!!

Weitere Infos:
www.bloodzine.com
by Tobi (26.05.2006)
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