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Itzehoe is doom to death 2006 (TPOG, Pentacle, etc)
Ort: Itzehoe, GER
Datum: 04.03.2006
Bands: Ophis, Old, Pentacle, Thee Plague of Gentlemen
Bei tagelang anhaltenden Minusgraden
und Niederschlägen und der dementsprechend spiegelglatten Eisschicht auf
den Straßen war's beileibe kein Zuckerschlecken, den unter anderen
Umständen kaum nennenswerten Katzensprung von Kiel nach Itzehoe auf sich
zu nehmen... doch wo ein alter, unkaputtbarer Volkswagen ist, da ist
bekanntlich auch ein weg und so hieß unsere Devise am letzten Samstag dann
auch: rein in den treuen Polokumpel, mit Vollgas über die freie Autobahn
und ab der Ausfahrt Neumünster dann mit Durchschnittstempo 30 weiter über
die völlig dichtgeschneiten und vereisten Landstraßen... ahh, ätzend, so
hat der gerade mal 75km lange Weg doch tatsächlich etwas über 2 Stunden
gedauert, aber was soll's, wenn das Lichtspielhaus zum Underground Metal
Spektakel ruft, dann kann man ja kaum zu Hause auf'm Sofa rumgammeln,
oder!?

Na also... als wir um kurz vor 8 Uhr
abends dann endlich am Ort des Geschehens ankamen, dauerte es auch nicht
mehr lange, bis die erste Band auf den Brettern stand. Ophis kamen
aus Hamburg angereist und leiteten den Abend mit einem stimmigen, doomig
dahertönenden Death Metal ein, der durchaus zu gefallen wusste und schon
mal die ersten Banger von den gemütlichen Kinositzen aufstehen und sich
gen Bühne begeben ließ... guten Songs und einer engagierten Performance
sei Dank war das Eis schnell gebrochen und ein sagenhafter Abend fand
seinen gelungenen Einstand!!

Weiter ging's im Anschluss daran mit
Old aus Siegen, einer Band von der ich bis dato ehrlich gesagt noch
nicht mal den Namen kannte, die mich aber allein schon aufgrund ihres
kultigen Schriftzuges auf den Konzertflyern ein klein wenig neugierig
gemacht hatte... also ging's gleich mal ab zur Bühne, wo die vier
Oldschool Metal Freaks auch sogleich ein höllisch geiles Thrash Inferno
vom Stapel ließen!! Sympathisch eingekleidet in Shirts von
Undergroundlegenden wie Manilla Road oder Slaughter schmiedete der
quickfidele Vierer einen wüsten Thrash Metal Sound der alten Schule, wie
er mich nicht selten an Bands wie Hellhammer oder Desaster erinnerte!!
Dabei lieferten sie eine unaufhaltsame und energiegeladene Show ab, bei
der wohl kaum jemand im Raum still sitzen konnte und so wurde's auch
binnen kürzester Zeit gerappelt voll vor der Bühne und die Leute gingen
derart ab, dass sie Old im Anschluss an den regulären Set auch gar nicht
wieder so schnell gehen lassen wollten, so dass man sich kurzerhand noch
zu einer gepfefferten Coverversion des Exciter-Hits "Violence and Force"
durchringen ließ, die diesen fantastischen Gig mehr als würdig abrundete!!

Als nächstes waren dann Pentacle
an der Reihe, die sich was die Headlinerposition anbelangt, Abend für
Abend mit ihren Mitstreitern von Thee Plague of Gentlemen abwechselten...
und obwohl die Holländer in Undergroundkreisen schon seit Urzeiten eine
feste Institution sind und als eine der Kultbands des traditionellen Death
Metal gelten, muss ich gestehen, dass ich als Genremuffel vorher gerade
mal eine Hand voll Songs von ihnen gehört hatte... ja ja, ich weiß, da
besteht akuter Nachholbedarf und dem werd ich nach diesem fulminanten
Auftritt auch liebend gerne nachkommen!! Die Band, die aufgrund des
Fehlens eines Gitarristen als Powertrio aufrockte gab sich nicht nur in
ihren Ansagen und dergleichen ultra-sympathisch, sondern zockte auch einen
tonnenschweren Death Metal okkulter Prägung, der einen wie ein
Vorschlaghammer traf und die Fans sofort in völlige Rage versetzte, so
dass nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne wild gebangt und gewütet
wurde!! Wie schon zuvor bei Old, so wurden auch Pentacle nicht eher von
der Bühne gelassen, als dass auch sie eine Zugabe zum Besten gaben und so
gab's als i-Tüpfelchen noch einmal den Song "Legion of Doom" von der
Death-Vorgängertruppe Mantas in einer Pentacle'schen Interpretation zu
hören!! Ein cooler Schlussstrich unter einen absolut gewaltigen Gig!!

Nach solch solcherlei
Headbangerfutter vom allerfeinsten ist's normalerweise natürlich schwer
für die letzte Band im Bunde, die Stimmung trotz vorgerückter Stunde und
dementsprechendem Alkoholkonsum unter den Konzertbesuchern noch zu halten,
aber Thee Plague of Gentlemen wären nicht Thee Plague of Gentlemen,
wenn sie dieses Kunststück nicht mit Leichtigkeit vollbringen würden!! Als
einzige Gruppe des Abends mit deren Songmaterial ich schon im Vorhinein
vertraut war, waren sie natürlich diejenigen, auf die ich mich am meisten
gefreut hatte und obschon ich die vier Belgier im vergangenen Jahr bereits
drei Mal live gesehen hatte, war auch das vierte Mal nicht die Bohne
langweilig, sondern es bot sich erneut ein Erlebnis der absoluten
Sonderklasse!! Wie eine Horde wild gewordener Berserker wüteten Frontman
Steve McMillan und seine Mannen auf den Brettern und entfesselten einen
knüppelharten und frostig kalten Doom Metal von derart packender
Intensität, dass nichts und niemand vor ihm sicher ist!! Hätte sich
zufällig eine Stahlstange im Raum befunden, sie wäre ob der Wucht dieser
Mucke wahrscheinlich schneller verbogen worden als bei einem
Thor-Konzert!! Was die Setlist anbelangt, so boten TPOG - die ich heuer
übrigens zum ersten Mal mit ihrem neuen Schlagzeuger Frederik "Cozy"
Cosemans erleben durfte - neben altbekannten und kaum wegzudenkenden
Klassikern wie "Greek Fire", "Your love is king (of the dead)" oder "Motown
Misfortune" auch einige Überraschungen, so z.B. das Winter Cover "Eternal
Frost" oder auch drei neue Stücke, von denen mir aber nur noch "Rape chase
across the Tundra" und "Omerta" namentlich einfallen wollen, bei denen
sich die Gentlemen aber bei einem wie dem anderen von ihrer besten Seite
zeigten und die somit mächtig Lust auf die kommenden Releases der
sympathischen Belgier machten!! Da's nach dem Ende des TPOG Auftritts auch
relativ bald ab zu Andrea von Metal Supremacy ging, wo noch bis ca. 7 Uhr
morgens unter stetiger Bierzufuhr gefeiert wurde, kann ich mich leider
nicht mehr dran erinnern, welchen Song genau man noch als Zugabe auf
diesen Höllengig mit drauf packte, macht aber auch nichts, denn an der
Tatsache, dass Thee Plague of Gentlemen ihrem Ruf als eine der genialsten
Livebands dieses Planeten einmal mehr mit vollstem Nachdruck gerecht
geworden sind, ändert diese kleine Nachlässigkeit meinerseits rein gar
nichts...!!

Somit bleibt als Fazit also nur noch
zu sagen, dass die Fans unter dem Motto "Itzehoe is doomed to death" nicht
nur einen musikalisch steinstarken Abend mit vier super Bands geboten
bekamen, sondern dass obendrein auch die Organisation, für die sich Zülle
von Darkest Path Productions verantwortlich zeigte, besser nicht hätte
sein können!! Die Location war spitze, die Bands allerbest, der Zeitplan
wurde ohne Verspätungen eingehalten und als kleinen Bonus gab's sogar noch
'ne kultige Verlosung mit allerhand genialen Preisen!! Wer von euch an
besagtem Abend da war, der wird das Ganze sicher nicht anders sehen und
selbst diejenigen, die das undergroundige Spektakel aufgrund der Glätte
oder sonst welchen Gründen verpasst haben, brauchen jetzt nicht unbedingt
in Trauer zerfließen, denn schon in gerade mal drei Wochen laden das
Lichtspielhaus Itzehoe und Darkest Path Productions erneut zum metallenen
Tanze, diesmal mit den dänischen Horror Black Metallern Denial of God
und drei weiteren, bestimmt wieder mächtig geilen Supportacts!! Also
kreuzt ruhig in Scharen auf, wenn am 1. April 2006 unter dem Motto "Darkest
Path of Horror" wieder die Fetzen fliegen!!
Weitere Infos:
www.bloodzine.com
by Tobi (09.03.2006)
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