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¬ Warning, Serpent Cult & Tortured Spirit


Ort: Glückstadt, GER
Datum: 03.05.2008
Bands: Warning (UK), Serpent Cult (BEL) & Tortured Spirit (GER)


Mit der 2006 über das Kultlabel The Miskatonic Foundation veröffentlichten CD "Watching From A Distance" haben die britischen Doom Metal-Könige von Warning meiner bescheidenen Meinung nach eines der ergreifendsten, überwältigendsten und schlichtweg hammermäßigsten Alben ALLER Zeiten auf den metallenen Teil der Menschheit losgelassen. Da versteht es sich natürlich von selbst, dass allerhöchste Anwesenheitspflicht bestand, als sich das Dreigespann um Gitarrist/Sänger Pat Walker für einen Gig in der Alten Schlachterei im nahe gelegenen Glückstadt angekündigt hatte... und da mit Serpent Cult und Tortured Spirit auch noch zwei weitere Hammerbands auf dem Billing standen, konnte dem gelungenen, feuchtfröhlichen Konzerterlebnis eigentlich auch nix mehr im Wege stehen.

     

Und es sollte noch besser kommen als erwartet. Der Sound war astrein, der Laden gut gefüllt und das Bier kostengünstig. Beste Vorraussetzungen also und Tortured Spirit, die als erstes auf den Brettern standen, ließen sich dann auch nicht lumpen und brachten das Publikum mit einem fantastischen Auftritt ordentlich in Fahrt. Der rockige, mit einer schönen 70s Schlagseite versehene Doom Metal des Trios erinnerte ein wenig an Bands wie The Obsessed oder Trouble und entpuppte sich vieler flotter Songs sei Dank als astreines Headbangerfutter. So flogen dann auch den ganzen Gig hindurch die Haare auf der Bühne und vor der Bühne und die Menge tobte und johlte zu coolen Hymnen wie "The Man And The Spider", "Vengeance Is My Way" und vor allem auch dem überragenden "Broken Man"!! Keine Frage: Diese sympathische Truppe könnte sich in Zukunft ruhig noch das ein oder andere weitere Mal in unsere nördlichen Breitengerade verirren...

     

Getreu dem Motto "Gegensätze ziehen sich an" tischten uns die Belgier von Serpent Cult dann einen enorm abgefahrenen Cocktail auf, der sich bei genauerem Hinhören jedoch als überaus schmackhaft entpuppte. Die klassische Power Metal-Stimme von Sängerin Michelle kollidierte hier förmlich mit der gewaltigen "Wall Of Sound" der Instrumentalfraktion Fred, Steve und Cozy (alle ex-Thee Plague Of Gentlemen) und so zimmerten Serpent Cult eine wuchtige, knallharte Klangcollage zusammen, die ebenso mitreißend wie einzigartig dahertönte. Abgerundet wurde der positive Gesamteindruck durch eine energische und packende Liveperformance, bei der kein Stein auf dem anderen blieb und die Grundmauern der Alten Schlachterei ordentlich durchgeschüttelt wurden... kurzum: coole Band + coole Mucke + cooler Gig = beide Daumen hoch für den hammerharten Schlangenkult aus Belgien!!

     

Bis dahin hätte es wirklich kaum besser laufen können und so war es für Warning, als letzte im Bunde, natürlich Ehrensache, den Konzertabend auch dementsprechend ausklingen zu lassen. Und was soll ich sagen, auch wenn der Gig etwas kürzer ausgefallen ist als erhofft, so war es doch ein absolut gigantisches, unvergessliches Erlebnis!! Selten zuvor habe ich einen Frontmann mit mehr Charisma und Ausstrahlung erleben dürfen als Pat Walker und selten hat mir eine Band mit ihrem Auftritt so vollkommen umgehauen wie es Warning an diesem Abend taten.

Die Band zockte ihr ganzes Jahrtausendalbum "Watching From A Distance" am Stück herunter und bei schier überirdischen Hymnen wie "Footprints" oder "Faces" standen einem wahrlich die Nackenhaare vor Begeisterung zu Berge und die gesamte Alte Schlachterei lauschte gebannt und in schierer Andacht der wahrlich majestätischen Musik.

Im Anschluss an "Echoes", den ergreifenden Rausschmeißer des "Watching From A Distance" Meisterwerks gab es dann noch einen weiteren älteren Song zu hören, ehe sich der eigentliche Auftritt von Warning dem Ende neigte. Da die Fans aber noch immer im siebten Doom-Himmel schwebten und die "We want more!"-Rufe nicht enden wollten, kam Warning-Frontman Pat Walker noch einmal alleine zurück auf die Bühne und gab als Zugabe eine schlichtweg überirdische Akustikversion von "Bridges" zum Besten.

Mehr als 10 Minuten lang stand Pat alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne und sang so mitreißend, beherzt und eindringlich, dass sämtliche anwesende Fans die Kinnlade nicht mehr zu kriegen konnten. Völlig verzaubert hingen die Fans förmlich an Pats Lippen und lauschten mit einer wohligen Gänsehaut auf dem Rücken dieser einzigartigen, ergreifenden Darbietung. Ohne Übertreibung, das war einer der magischsten Konzertmomente, die ich bisher erleben durfte.

     

Insgesamt war der Abend also ein Erfolg auf ganzer Linie. Alle drei Bands lieferten fantastische Gigs ab und gaben bei toller Akustik wirklich alles, die bestens gelaunten Fans sorgten für super Stimmung und die Alte Schlachterei entpuppte sich dank günstiger Bierpreise und gemütlichem Ambiente als oberkultiger Austragungsort. Wer auch immer das Glück hatte, hier dabei gewesen sein zu dürfen, wird diesen Gig mit Sicherheit so schnell nicht wieder vergessen!!

by Tobi (27.05.2008)

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