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¬ Abscess "Horrorhammer"

Rubrik:
Format: 
Spielzeit: 
Release: 
Label:  
Style: 
Land: 
Neuveröffentlichung
CD
35:16 Minuten
2007
Tyrant Syndicate
Horrordeathmetal
USA
Songs:
Drink the filth ; New diseases ; Poison messiah ; Another private hell ; Exterminate ; When witches burn ; Four grey walls ; Beneath a blood red sun ; Horrorhammer ; Hellhole ; March of the plague ; The eternal pyre

Reiffert ist zurück! Der Reiffert ist zurück!!!!!! Jawoll! Da war es wieder beim Anhören einer CD, dieses Gefühl, diese spezielle Form von Energie, die durch meine Adern zu wabern scheint. Ich lausche gerade der neuen ABSCESS CD und bin hellauf begeistert. Flotter, komplett überdrehter Kram ist das zumeist, Deathmetal, Punk, sogar jazzig – verspielte Momente, natürlich im Metalgewand dargeboten. Der Sound ist nach wie vor sehr sumpfig, wobei man aber jedes Instrument heraushört. Man merkt, daß das Material zum größten Teil live eingespielt worden ist und man nicht lange herumkomponiert, sondern die meiste Zeit gejammt hat, bis nun diese Songs standen. Killergeil sind hierbei u.a. der flotte 80er Punkthrasher „Exterminate“ oder das gleich darauf folgende „When witches burn“, welches in die steinalte AUTOPSY Ecke geht, also purer, makabrer Horrordoom mit einigen speedigeren Eruptionen versehen ist. Geil, geil, geil! Ich dreh ab! „Four grey walls“ ist dann ein Streetpunk / OI! Song, bei dem Reiffert nur zur Hälfte seine abartig charismatischen Kotzvocals herauslässt und stattdessen halbmelodisches Punkgeschrei einbringt. Eine Hymne vor dem Herrn, zwar nicht innovativ aber mitreißend und erfrischend anders auf diesem Album. Ich sehe schon, keine Kompromisse, das ist gut so. AUTOPSY haben immer auf die Deathmetaltrendies geschissen und ABSCESS machen das gleiche. Was Chris Reiffert hier am Schlagzeug leistet ist übrigens spielerisch kaum von dieser Welt. Der Mann ist technisch brillant wie Pete Sandoval von MORBID ANGEL, sein lebendiger, ungezähmter Ausdruck beim Spielen lässt ihn jedoch meilenweit über den technokratischen Klopfer der Deathmetalstars herausragen. So war es vor 15 Jahren, so ist es heuer immer noch. Man wird eben nicht schlechter mit den Jahren (40 müßte der gute Mann auch schon sein). Mit Danny Coralles steht ihm noch ein AUTOPSY Recke der ersten Stunde an der Gitarre zur Verfügung und man erkennt dies gleich am psychedelischen Feeling der Axtattacken. Daneben bedient Ex HEXX Klampfer und ebenfalls ex AUTOPSY Axtschwinger Clint Bower die zweite Sechssaitige mit einer immensen Leidenschaft. Joe Allen am Bass sagt mir nichts, wobei ich mal denke, daß die drei alten Helden hier auf der Scheibe den Viersaiter eingetrümmert haben und Mr. Allen erst später hinzustieß. Who knows? Zurück zur Musik. ABSCESS hätten den alten Bandnamen eigentlich wieder aufgreifen können, spätestens mit diesem Killeralbum. Die Mischung ist wieder da, diese geniale entfesselte Atmosphäre, die morbide Schönheit der doomigen Momente, die ekstatische Wildheit der flotten Passagen, der Hauch von Chaos, der im Grunde nur trügender Schein ist, die krankhaften Soli und widerwärtigen, gleichzeitig aber faszinierenden Vocals. Alles ist wieder da. Das speedige „Hellhole“ ist einer jener Songs, die für die Ewigkeit gemacht sind. Passagenwechsel, bei denen Dir zwar schwindelig wird, die aber einem ganz natürlichen Fluß folgen und nicht konstruiert wirken, angejazzte, vertrackte Rhythmen, irrwitzige Eruptionen und dazu packend eingängige Strukturen. Ich hab die letzte AUTOPSY LP „Shitfun“ nicht so gut im Ohr, weil die doch erst spät mein Leben betrat, bin auch mit den wohl oder übel GENIAL zu nennenden ABSCESS nicht so extrem vertraut, habe nur ein weiteres Album, aber verdammt, wenn „Horrorhammer“ NICHT der ultimative Nachfolger für die 93er „Acts of the unspeakable“ Meisterleistung ist, dann will ich mich nicht mehr Metalhead nennen und höre freiwillig nur noch Andrea Berg und Michelle. ABSCESS haben soeben den ersten 2007er Kandidaten für meine Top 20 geliefert. Ich würde sie zu gerne in einem Tourpackage mit UNLEASHED sehen. Auf den Knien robbend würde ich diesen Gig besuchen! Echt jetzt, Junge!

Homepage: www.abscessfreaks.com (Band)

96% by Sir Lord Doom (26.01.2007)

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