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Reiffert
ist zurück! Der Reiffert ist zurück!!!!!! Jawoll! Da war es wieder beim
Anhören einer CD, dieses Gefühl, diese spezielle Form von Energie, die
durch meine Adern zu wabern scheint. Ich lausche gerade der neuen
ABSCESS CD und bin hellauf begeistert. Flotter, komplett überdrehter
Kram ist das zumeist, Deathmetal, Punk, sogar jazzig – verspielte
Momente, natürlich im Metalgewand dargeboten. Der Sound ist nach wie vor
sehr sumpfig, wobei man aber jedes Instrument heraushört. Man merkt, daß
das Material zum größten Teil live eingespielt worden ist und man nicht
lange herumkomponiert, sondern die meiste Zeit gejammt hat, bis nun
diese Songs standen. Killergeil sind hierbei u.a. der flotte 80er
Punkthrasher „Exterminate“ oder das gleich darauf folgende „When witches
burn“, welches in die steinalte AUTOPSY Ecke geht, also purer, makabrer
Horrordoom mit einigen speedigeren Eruptionen versehen ist. Geil, geil,
geil! Ich dreh ab! „Four grey walls“ ist dann ein Streetpunk / OI! Song,
bei dem Reiffert nur zur Hälfte seine abartig charismatischen Kotzvocals
herauslässt und stattdessen halbmelodisches Punkgeschrei einbringt. Eine
Hymne vor dem Herrn, zwar nicht innovativ aber mitreißend und
erfrischend anders auf diesem Album. Ich sehe schon, keine Kompromisse,
das ist gut so. AUTOPSY haben immer auf die Deathmetaltrendies
geschissen und ABSCESS machen das gleiche. Was Chris Reiffert hier am
Schlagzeug leistet ist übrigens spielerisch kaum von dieser Welt. Der
Mann ist technisch brillant wie Pete Sandoval von MORBID ANGEL, sein
lebendiger, ungezähmter Ausdruck beim Spielen lässt ihn jedoch
meilenweit über den technokratischen Klopfer der Deathmetalstars
herausragen. So war es vor 15 Jahren, so ist es heuer immer noch. Man
wird eben nicht schlechter mit den Jahren (40 müßte der gute Mann auch
schon sein). Mit Danny Coralles steht ihm noch ein AUTOPSY Recke der
ersten Stunde an der Gitarre zur Verfügung und man erkennt dies gleich
am psychedelischen Feeling der Axtattacken. Daneben bedient Ex HEXX
Klampfer und ebenfalls ex AUTOPSY Axtschwinger Clint Bower die zweite
Sechssaitige mit einer immensen Leidenschaft. Joe Allen am Bass sagt mir
nichts, wobei ich mal denke, daß die drei alten Helden hier auf der
Scheibe den Viersaiter eingetrümmert haben und Mr. Allen erst später
hinzustieß. Who knows? Zurück zur Musik. ABSCESS hätten den alten
Bandnamen eigentlich wieder aufgreifen können, spätestens mit diesem
Killeralbum. Die Mischung ist wieder da, diese geniale entfesselte
Atmosphäre, die morbide Schönheit der doomigen Momente, die ekstatische
Wildheit der flotten Passagen, der Hauch von Chaos, der im Grunde nur
trügender Schein ist, die krankhaften Soli und widerwärtigen,
gleichzeitig aber faszinierenden Vocals. Alles ist wieder da. Das
speedige „Hellhole“ ist einer jener Songs, die für die Ewigkeit gemacht
sind. Passagenwechsel, bei denen Dir zwar schwindelig wird, die aber
einem ganz natürlichen Fluß folgen und nicht konstruiert wirken,
angejazzte, vertrackte Rhythmen, irrwitzige Eruptionen und dazu packend
eingängige Strukturen. Ich hab die letzte AUTOPSY LP „Shitfun“ nicht so
gut im Ohr, weil die doch erst spät mein Leben betrat, bin auch mit den
wohl oder übel GENIAL zu nennenden ABSCESS nicht so extrem vertraut,
habe nur ein weiteres Album, aber verdammt, wenn „Horrorhammer“ NICHT
der ultimative Nachfolger für die 93er „Acts of the unspeakable“
Meisterleistung ist, dann will ich mich nicht mehr Metalhead nennen und
höre freiwillig nur noch Andrea Berg und Michelle. ABSCESS haben soeben
den ersten 2007er Kandidaten für meine Top 20 geliefert. Ich würde sie
zu gerne in einem Tourpackage mit UNLEASHED sehen. Auf den Knien robbend
würde ich diesen Gig besuchen! Echt jetzt, Junge! |