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"Alone In The Dark" macht es mir als Reviewer
weiß Gott nicht einfach... einerseits bin ich ja bekennender Fan von Uwe
Boll, unserem berühmt berüchtigten Mann an vorderster Filmfront in
Vancouver, dem Hollywood Kanadas, andererseits jedoch muss ich einfach
auch sagen, dass mir "Alone In The Dark" von allen Videospieladaptionen,
an denen sich Boll bisher versucht hat, am wenigsten gefällt. Und dabei
hätte der Streifen eigentlich alle Voraussetzungen dafür gehabt, ein
echtes Highlight in Sachen gruselig-mysteriöser Action Thriller zu
werden, denn auf der Habensseite lässt sich u.a. folgendes verbuchen:
ein wirklich bestens aufgelegter Christian Slater, der als Detektiv
Edward Carnby eine astreine Performance abliefert, eine ganze Reihe toll
gemachter Action Szenen und Special Effects, eine an und für sich
durchaus interessante und auf einem echten Klassiker-Spiel basierende
Story und nicht zuletzt auch eine gekonnt in Szene gesetzte
Grusel-Atmosphäre. Darüber hinaus sind auch die Nebenrollen mit Leuten
wie Stephen Dorff ("Blade"), Will Sanderson ("Heart Of America") oder
Frank C. Turner ("Needful Things - In Einer Kleine Stadt") bestens
besetzt und selbst "American Pie"-Blondchen Tara Reid entpuppt sich,
trotz dessen man ihr die Rolle als Brille-tragende Wissenschaftlerin
natürlich im Leben nicht abkauft, als echter Hingucker und versteht es
somit, den Film zumindest optisch um einiges aufzuwerten.
Doch trotz allem will der Funke, zumindest bei mir, irgendwie nicht so
richtig überspringen. Dabei fängt der Film echt gut an und man fiebert
gebannt mit, wenn sich die düstere Story um den ehemaligen
Spezialagenten Edward Carnby, der seinen Lebensunterhalt inzwischen mit
dem Aufspüren übernatürlicher Phänomene und Artefakte verdient,
langsam aufbaut und immer mehr zuspitzt. Nach und nach fügen sich die
Puzzleteile zusammen und schon bald stellt sich heraus, dass hier ein
wahrlich finstrer Plan kurz vor der Vollendung steht -- ein Plan, dessen
böse Anfänge bis in Edward's Kindheit im Waisenhaus zurückreichen und
dessen Gelingen nichts weniger als das Ende der Welt zur Folge hätte!!
Klar, dass Edward da nicht tatenlos zusehen kann und so gilt es für ihn
fortan nicht nur, sich den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit zu
stellen, sondern vorr allem auch muss er allerlei "Alien"-artigen
Monstern den Gar aus machen, die durch das "Tor zur Finsternis" auf die
Erde gekommen sind und dort im Schutze der Dunkelheit für Tod und
Verwüstung sorgen. Unterstützung bekommt Carnby bei seiner Mission u.a.
von seiner rattenscharfen Ex-Flamme Aline, sowie von seinem ehemaligen
Kollegen Burke und den Special Forces des "Büro 713" und so schaukelt
sich die Action unausweichlich dem großen, jede Menge Patronenhülsen
verschleißenden Finale entgegen und Gut und Böse stehen sich ein
letztes, allentscheidendes Mal gegenüber. Ob dabei die Granaten und
Maschinengewehre der tapferen Menschen die Oberhand gewinnen können,
oder ob sich die Klauen und Stacheln der garstigen Ungeheuer als die
besseren Kampfwerkzeuge erweisen, das müsst ihr schon selber
herausfinden, vorausgesetzt natürlich ihr haltet bis zum fulminanten
Endkampf durch.
Denn weshalb auch immer beginnt sich der Film mittendrin irgendwie im
Nichts zu verlaufen und nach gut der Hälfte verlier ich jedes Mal die
Lust und Motivation weiterzugucken. Ich weiß selbst nicht genau warum,
aber irgendwie geht's nach gutem Beginn dann doch 'ne Nummer zu zäh und
behäbig weiter und der Plot wird irgendwann derart verworren und
durcheinander, dass man selber nicht mehr so richtig weiß, was das Ganze
noch überhaupt noch soll. Irgendwie fehlt da was wirklich fesselndes und
zwingendes, irgendwas das einem bis zum Schluss das Blut in den Adern
kochen lässt und dafür sorgt, dass man sich vor lauter Spannung geradezu
im Kinosessel festkrallt. Was genau das ist, dass -- so muss ich zu
meiner Schande gestehen -- weiß ich selber nicht, denn eigentlich ist
umsetzungstechnisch ja alles im grünen Bereich: die Schauspieler sind
gut, die Actionelemente fetzig, die Effekte super, das Handwerkliche
gekonnt und die Bilder teilweise sogar richtig kunstvoll und doch macht
"Alone In The Dark" einfach nur mäßig viel Spaß und richtige
Begeisterung will leider Gottes nicht so ganz aufkommen. So schlecht wie
ihn viele Lästermäuler gerne hätten ist der Film zwar keinesfalls,
richtig gut find ich ihn aber, wenn ich ehrlich bin, auch nicht. Unter'm
Strich bleibt somit ein etwas mulmiger, zwiespältiger Eindruck, denn
trotz vieler guter Ansätze schöpft "Alone In The Dark" sein Potential
bei Weitem nicht voll aus und das Endergebnis kommt über ein solides OK
leider nicht hinaus. Das Zeug zum ganz netten Zeitvertreib an 'nem lauen
Wochentagsabend hat der
Streifen allemal, ein echter Reißer jedoch ist aus anderem Holz
geschnitzt. Schade, schade, hier wär mit Sicherheit mehr drin gewesen...
Einige dicke Pluspunkte kann die "Director's Cut" DVD abschließend dann
aber doch noch einheimsen, denn bei der Aufmachung hat man sich echt
Mühe gegeben und wirklich tolle Qualität geliefert. Vom edel bedruckten
Pappschuber über das dicke Booklet bis hin zu einem ganzen Wulst an
interessanten Extras und Specials lässt "Alone In The Dark" in Punkto
Ausstattung kaum einen Wunsch offen!! Wer schon immer mal wissen wollte,
wie's am Set eines Actionthrillers so abgeht, welche Schritte von den
ersten groben Entwürfen bis zu den fertigen Filmszenen zurückgelegt
werden müssen und wie man mit Hilfe modernster Tricktechnik täuschend
echte Pixelviecher hervorzaubert, den erwartet hier eine wahre Fundgrube
an spannenden Blicken hinter die Kulissen. Ebenfalls nur zu empfehlen
ist dabei auch der wie immer geniale Audiokommentar von Regisseur Uwe
Boll, der ein echt sympathischer Zeitgenosse zu sein scheint und neben
interessanten Einblicken in den Dreh-Alltag auch einige urkomische
Anekdoten auf Lager hat, so z.B. die Geschichte wie er seinem Kumpel
Will Sanderson, der in "Alone In The Dark" als einer der Soldaten zu
sehen ist, einen kaputten Laptop für 200$ aufgeschwatzt hat. Echt, ob
der Film selbst nun was für euch ist oder nicht, den Kauf dieser DVD
würd ich euch alleine schon wegen dem tollen Zusatzmaterial empfehlen
und wer weiß, vielleicht könnt ihr dem Streifen an sich ja sogar noch
mehr abgewinnen als es bei mir der Fall war. Im Zweifelsfalls also
zumindest mal in der Videothek ausleihen und reinschnuppern... ;)
So, das soll's dann soweit auch gewesen sein, zum Abschluss will ich nur
noch loswerden, dass für den Soundtrack Nuclear Blast Records ihre
Schäfchen mit ins Spiel gebracht haben und es somit u.a. Stücke von
Nightwish, Dimmu Borgir und In Flames zu hören gibt. Nun gut, ich
persönlich find diese Bands jetzt nicht wirklich prickelnd, aber
vielleicht ist's für den einen oder anderen unter euch ja noch ein
zusätzliches Kaufargument, zumal von besagten Gruppen auch noch einige
Musikvideos als Specials mit auf die Disc gepackt wurden. |