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Frischer
Wind aus Süddeutschland -- Direkt nach dem Urlaub bekam ich eine Scheibe
in die Hand gedrückt, welche wohl längere Zeit auf den verschlungenen
Wegen der Post gewandelt war. Also gleich mal im Auto reingehört. Und
wieder gehört. Und noch mal. An dieser Stelle danke ich den Postlern mal
recht herzlich, dass sie das Teil nicht komplett verbummelt haben. Das
wäre nämlich mehr als ein Skandal gewesen. Genug des Drumherums und zum
wesentlichen:
Ich habe lange überlegt wo ich die 8 Songs der Demo “Matters In
Different Shades“ hinstecken soll. Das Ergebnis lautet „Überall und
Nirgens“, so das denn als befriedigende Aussage gewertet werden kann. Da
dies für die meisten wohl aber eher weder als Beschreibung noch als
Kaufempfehlung reichen dürfte, muss ich dann wohl etwas weiter ausholen.
Archai nehmen, was den Stil angeht, Anleihen aus sowohl alten
Rockzeiten, klassischem Heavy Metal und bei den „großen Gitarrenbands“
der 80er, aber niemals zwängen sie ihre Songs mit dem Holzhammer in eine
bestimmte Schublade. Das Ergebnis ist dann auch eben kein mittelmäßiger
Kasperkram von Combos die mit Gewalt ihre Vorbilder kopieren wollen,
sondern handfester und vor allem selbstgemachter, kräftiger Sound.
Freunde des Althergebrachten müssen allerdings keine Angst haben kein
richtiges Schwermetall serviert zu bekommen, da das was hier am Ende aus
den Boxen knallt wirklich mal ein frisches Buffet darstellt: Geliebte
Zutaten neu kombiniert.
Weitere Vergleiche mit welchen Bands auch immer erübrigen sich dann auch
da sie, noch mal für diejenigen die mit Gewalt immer
Such-den-Unterschied spielen müssen, nicht wirklich beschreiben könnten
was die Jungs da produziert haben.
Die Spielleistung der Band ist dabei noch extra klar hervorzuheben.
Besonders die Gitarren werden eben nicht knapp 40 Minuten lang mit immer
den selben 2-3 Griffen gequält, sondern wirklich gespielt; bei neuen
Truppen ja nicht immer selbstverständlich.
Sehr schön auch der Gesang bzw. die doch recht markante Stimme von
Bernhard Kurray, die sicherlich auch eine Menge zur Eigenständigkeit der
gelieferten Stücke beiträgt. Für eine selbstproduzierte Demo sind sowohl
die Spieldauer von 38:15 und vor allem auch die Aufmachung der Scheibe
(Gepresst, Booklet mit Texten) der absolute Hammer.
Auf jeden Fall schreit die ganze Angelegenheit nach mehr und niemand
sollte mit dem Erwerb der Demo warten bis er Archai mal live zu sehen
bekommt und das Teil am Tresen kaufen kann.
P.S. Dass man bei jedem Mal
hören denkt „Jetzt weiß ich wonach das klingt“, nur um beim nächsten Mal
festzustellen „Irgendwie is das doch komplett anders“, ist völlig
normal. Archai online gibt’s auf
www.archai-music.net inklusive link zu MySpace für eine Hörprobe.
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