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Gar wunderliche Gerüchte machen
seit Kurzem die Runde... in den finsteren Ecken verruchter Spelunken
werden sie hinter vorgehaltener Hand von einem Ohr ins nächste
geflüstert, in kryptischen Schriftstücken werden sie den staunenden
Augen einiger glücklicher Auserwählter präsentiert und in einem
unbedachten Augenblick scheuen sich selbst die Krähen nicht, die
großartige Kunde von den Dächern herabzuschreien.
Und spätestens jetzt gehört auch ihr zum eingeweihten Kreise derer,
denen sich das lange Zeit gehütete Geheimnis offenbart hat: Atlantean
Kodex, die vier urigen Heavy Metal-Schmiede aus den dunkelsten Wäldern
der Oberpfalz, haben sich angeschickt, ein neues Stück Edelstahl aus der
lodernden Glut zu ziehen und in ihrer höchst eigenen und völlig
einzigartigen Art und Weise zu bearbeiten.
Nachdem der pfundschwere Schmiedehammer unzählige Male in ungemein
fachmännischer Art und Weise auf das wuchtige Metall herabgedonnert ist,
hat er es zu einem edlen Kleinod von allerhöchster Güte zurechtgekloppt,
welches auf den mysteriösen Namen "The Pnakotic Demos" hört und wahrlich
dazu vorherbestimmt scheint, in den Händen der tapfersten Krieger dem
bläulich schimmernden Mondlicht entgegen gereckt und geradezu kultig
verehrt zu werden!!
Wohliges Meeresrauschen leitet "From Shores Forsaken", die erste der
vier metallenen Heldentaten, ein und schon wenige Augenblicke danach
gesellt sich der beseelte, von purer Magie durchzogene Gesang des neuen
Kodex-Fronters Markus Becker hinzu. Im Vergleich zu seinem Vorgänger
Phil Swanson, der noch auf der Mini LP "The Hidden Folk" zu hören war,
hat dieser gute Mann eine weitaus weniger kauzige Stimme, die aber
sicherlich nicht minder beeindruckend ist und wie die Faust auf's Auge
zu den majestätischen Klängen Atlantean Kodex' passt. Jede einzelne
Silbe ist mit derartiger Inbrunst und Leidenschaft gesungen, dass sie
sogleich unter die Haut fährt und garantiert keinen Anhänger königlichen
Epic Metals unbewegt lässt!! Hier haben sich die sagenhaften Wächter des
atlantischen Kodex einen absoluten Ausnahmerecken in ihre Reihen geholt,
der mich auf Anhieb so dermaßen begeistern konnte, wie es seit Langem
kaum ein Zweiter zu tun vermochte.
Alles andere wäre aber auch eine regelrechte Schande gewesen, denn die
schier gigantische Musik dieses fantastischen Viergespanns muss ihren
Feinschliff einfach von einem Sänger erhalten, dessen goldene
Stimmbänder nicht einen Deut hinter der gekonnten Instrumentalarbeit und
dem nahzu überirdischen Songwriting zurückstehen!!
Um den 10 minütigen Wahnsinns-Opener "From Shores Forsaken" dann auch
ein für alle Mal in eine komplett andere Sphäre emporschießen zu lassen,
haben sich Atlantean Kodex schlagkräftige Unterstützung mit ins Boot
geholt und so ist die Band nicht zur eine unheilige Allianz mit dem
Heavy-Schreiberling und KIT-Organisator Oli Weinsheimer eingegangen, der
hier einige Backing Vocals beisteuert, sondern sie hat auch einen
teuflischen Pakt mit dem früheren Manowar-Gitarristen Ross The Boss
geschlossen und ihn dazu bewogen, das Stück mit seiner irrsinnigen Lead
Gitarre zu veredeln!!
Wirklich, wenn hier als Epic Metal-Fan nicht vor Begeisterung aus allen
Wolken fällt, dem ist wahrscheinlich eh nicht mehr zu helfen...
Und obschon es fast schon ein Ding der Unmöglichkeit ist, so schaffen es
Atlantean Kodex doch, das gigantische Level des ersten Stückes auch mit
den folgenden drei Liedern zu halten und "The Pnakotic Demos" somit zu
einem wahrlich monstermäßigen Zeugnis erhabensten Epic Metals zu machen,
an dem es für alle Anhänger von solch legendären und unsterblichen Heavy
Metal-Koryphäen wie Manowar, Bathory, Doomsword, Solstice oder While
Heaven Wept beileibe kein vorbei gibt!!
Der zweite Song, "Marching Homeward", gibt dann auch gleich von Beginn
an mächtig Stoff und trampelt dich nieder wie eine Horde wütender
Kriegselefanten!! Während das prachtvolle "From Shores Foresaken" eher
mit einer langen, abenteuerlichen Seefahrt vergleichbar ist, im Zuge
derer die ruhmreiche Atlantean Kodex-Besatzung mit stetem Rückenwind dem
Unbekannten entgegensegelt, so finden sich unsere tapferen
Matrosen spätestens jetzt inmitten eines tosenden Metalsturms wieder,
der ihr treues Schiff wütend und aufbrausend durch die meterhohen Wellen
peitscht!! Ohne Frage, "Marching Homeward" stellt ein absolutes
Highlight in der noch jungen Bandhistorie dar!!
"The White Ship" lässt es dann sehr viel ruhiger und besinnlicher
angehen, haben wir hier doch eine knapp 3 minütige Ballade vorliegen,
wie sie gänsehautiger nicht sein könnte!! Lediglich vom stimmigen
Rauschen des Windes unterlegt, holt Markus Becker hier wirklich alles
aus seiner Stimme heraus und legt eine absolut Ehrfurcht gebietende
Performance hin... es scheint wirklich, als würden die Gesänge, und zum
Ende hin auch die dezenten Gitarrenklänge, wie Laub durch die Luft
gewirbelt werden und einem vollends die Sinne rauben!! Dieses
wunderschöne Stück weißt nicht nur von der Machart her klare Parallelen
zur träumerisch-genialen Solstice-Nummer "The Keep" (von der
Jahrhundertscheibe "New Dark Age") auf, sondern vor allem auch ist es
mit Sicherheit genauso gut wie der Zaubersong der Engländer!! Großartig,
einfach nur großartig...
Das letzte der vier Lieder auf den mystisch-verwunschenen "Pnakotic
Demos" ist dann der fast 10 Minuten lange Epic Metal-Hammer "The Hidden
Folk", den der eine oder andere von euch vielleicht schon von der Split
LP mit Vestal Claret her kennen dürfte... für ihre erste CD haben
Atlantean Kodex diesem massiven Heavy Metal-Bollwerk jedoch noch einmal
einen neuen Mix auf den stählernen Leib geschneidert und obendrein die
Vocals vom neuen Sänger erneut einsingen lassen.
Der kauzige Aspekt, den sein Vorgänger -- der urige Upwards Of
Endtime-Frontmann Phil Swanson -- der Urversion dieses Stückes verpassen
konnte, tritt dabei zwar etwas in den Hintergrund, trotzdem tönt aber
auch die kraftvoll-klare Intonierung des Herrn Becker absolut genial
daher!! Und so setzt "The Hidden Folk" dann letzten Endes auch einen
wahrlich kolossalen Schlussstrich unter ein Demo, dem ich schon jetzt
Klassikerstatus attestieren möchte und das von vorn bis hinten einfach
so überirdisch gut klingt, dass man es kaum zu glauben vermag!!
Normalerweise wäre es jetzt an der Zeit, das Review mit den Worten
zu beenden, dass Atlantean Kodex hier eine absolute Ausnahmeleistung
abgeliefert haben, wie sie von einem Newcomer weiß Gott niemand erwartet
hätte und wie sie bestimmt zu den besten Aufnahmen gehört, die eine
junge deutsche Truppe seit Langem abgeliefert hat... doch denke ich
ernsthaft, dass solcherlei Worte im Falle dieses Killerdemos einfach
noch zu tief gestapelt wären!!
Atlantean Kodex liefern hier -- ohne Übertreibung -- eine Mini CD ab,
die sich selbst hinter den Sternstunden von solch irrwitzigen
Supergruppen wie Solstice, Doomsword und Manilla Road nicht zu
verstecken braucht und an der es für keinen Anhänger epischer Heavy
Metal-Sound auch nur das geringste Vorbei geben dürfte!! Ich wüsste
wirklich kaum eine, wenn nicht sogar gar keine Band, die in den letzten
Jahren einen derart monumentalen und beeindruckenden Einstand feiern
konnte, wie unsere vier stahlharten Heavy Metal-Schmiede aus Vielseck es
mit ihren "Pnakotic Demos" getan haben!! Wenn es in Zukunft ähnlich
genial bei Atlantean Kodex weiter geht, wie es begonnen hat, dann wird
dieser Truppe schon in Kürze die gesamte Welt ergeben zu Füßen liegen...
zu sagen, dass ich nach dem aber- und abermaligen Anhören dieser
CD nur begeistert bin, das wäre mit Sicherheit eine waschechte
Untertreibung... hier erwartet euch wahrlich etwas ganz Großes!!
Klar, ihr denkt jetzt bestimmt, ich übertreibe hier maßlos und spuck
viel zu große Töne, aber spätestens wenn ihr euch die ersten paar Klänge
des Openers "From Shores Forsaken" reingezogen habt, dann werdet ihr
haargenau so denken... jede Wette!! |