|
Es
gibt heutzutage leider nur noch wenige richtige Kultbands der 80er, die
mit ihren aktuellen Scheiben wirklich nahtlos und ohne die geringsten
Qualitätseinbußen an ihre Meisterstücke vergangener Tage anknüpfen
können. Während es die meisten alten Helden selbst dann, wenn sie für
sich gesehen noch immer tolle Musik hervorbringen, nicht mehr schaffen,
das hohe Niveau und den speziellen Charme ihrer frühen Werke zu
reproduzieren, ist es lediglich einer kleinen Hand voll legendärer
Metalschmiede wie Brocas Helm, Pagan Altar oder Jaguar vorbehalten, auch
im neuen Jahrtausend noch genauso gute, wenn nicht vielleicht sogar
bessere Stücke als zu ihren Anfangszeiten aus dem Ärmel zu schütteln...
eine weitere Band, die seit mehr als 20 Jahren am Ball ist und trotzdem
alles andere als zum alten Eisen gehört, sind definitiv die New
Jersey'er US Metal Koryphäen Attacker, die sich mit ihren 1985 und 1988
raus gehauenen Jahrhundertscheiben "Battle at Helm's Deep" und "The
Second Coming" völlig zu recht den Status von unsterblichen Metalgöttern
erspielen konnten! Doch anstatt es sich auf diesem Polster gemütlich zu
machen und bloß noch von den Lorbeeren vergangener Glanztage zu zehren,
geben Attacker seit ihrer Reunion im Jahre 2004 mehr Vollgas denn je und
untermauern ihre schiere Weltklasse nicht nur mit absolut gigantischen
Liveperformances auf den Bühnen von solch angesehenen Untergrundevents
wie dem Headbangers Open Air oder dem Keep It True Festival, sondern vor
allem auch durch die Veröffentlichung von absoluten Knalleralben wie der
2004 erschienenen "Soul Taker" CD oder jüngst auch dem vierten und bis
dato neusten Longplayer "The Unknown"! Und so viel ist sicher, die neue
Scheibe, die über das amerikanische Kultlabel Sentinel Steel das Licht
der Welt erblicken durfte, hat auf Anhieb das Zeug zum zeitlosen
Klassiker! Aggressiv und verdammt heavy auf der einen Seite und
spielerisch wie songwriterisch enorm versiert auf der anderen, erleben
wir hier einen True Metal Orkan, der einen mit seiner ungeheuren Wucht
förmlich von den Beinen zu reißen vermag! Mit einer druckvollen,
lebendigen Produktion im Nacken und einem wahrlich magischen Artwork aus
der Feder Jowita Kaminskas auf den Bannern entpuppt sich "The Unknown"
schon nach den ersten paar Noten des eröffnenden Speedmonsters "This Is
Power" zu einem absolut tödlichen Geschoss, dessen unfehlbare
Zielvorrichtung nur ein bemitleidenswertes Ziel zu kennen scheint: die
gestählte Nackenmuskulatur sämtlicher Oldschool Headbanger im Umkreis
von mehreren hundert Meilen!! Und haben sich Attacker ihr metallenes
Opfer erst einmal auserkoren, dann schießen sie sich mit maximaler
Feuerkraft und ohne Rücksicht auf Verluste darauf ein und machen dabei
unbarmherzig klar, dass es aus dem stählernen Kreuzfeuer mit Namen "The
Unknown" absolut keinen Ausweg und kein Entkommen gibt! Die mörderischen
Screams des Ausnahme-Frontmanns Bob Mitchell ritzen sich wie spitze
Dornen in die Gehörgänge, die sägenden Klampfen des grandiosen
Gitarrenduos Pat Marinelli und Mike Benetatos brennen sich wie feurige
Kohlen in die Ohren, das kraftvolle Drumming Mike Sabatinis schüttelt
die Lauschmuscheln durch als würden sie gleich abfallen und die
überragenden Bassläufe des wieder zurückgekehrten Originaltieftöners Lou
Ciarlo bringen selbst den festen Boden unter den Füßen gefährlich zum
beben! Hier herrscht absoluter Heavy Metal-Ausnahmezustand vom ersten
bis zum letzten Augenblick und die packenden Oldschool Meisterwerke
geben sich förmlich die Klinke in die Hand! Ob nun der bereits erwähnte
Uptempobrecher "This Is Power", das zerstörerische Wahnsinnsteil "Anger
Aggression", der schleppend-düstere Titeltrack "The Unknown" oder auch
die gigantische Monsterhymne "Your Own World", hier trifft wirklich
ausnahmslos jeder der insgesamt 11 Göttersongs (das kurze Instrumental "Tieneblas"
einfach mal mitgezählt) mitten ins Schwarze! Doch die Songs überzeugen
nicht nur für sich allein genommen allesamt ohne Abstriche, sondern auch
als Einheit machen sie eine absolut passende und perfekt abgestimmte
Figur und lassen "The Unknown" somit als ein in sich voll und ganz
schlüssiges Gesamtkunstwerk erstrahlen, welches kommende Generationen
von Metalfans mit 100%iger Sicherheit ebenso kultig und ehrfürchtig
abfeiern und verehren werden, wie wir es heutzutage z.B. mit dem
legendären Attacker-Debüt "Battle At Helm's Deep" zu tun pflegen! Ihr
seht schon, mein überschwängliches Lob beginnt langsam Purzelbäume zu
schlagen und somit will ich dann auch mal langsam zu einem Ende kommen,
bevor mir noch vollends die Superlative ausgehen und ich notgedrungen
den ganzen Kram einfach nur noch mal wieder kau... abschließend will ich
dann auch nur noch kurz anmerken, dass ich in dem inzwischen
halbvergangenen Jahr 2006 bisher noch keine andere Scheibe auch nur
annähernd so oft durch meinen Player geschossen hab wie "The Unknown"
und dass ich trotz der vielen Stunden, die dieses Album bereits in
meinem CD Schacht rotiert ist, noch immer kein bisschen müde oder
gelangweilt davon bin... im Gegenteil!! Mit jedem Mal legen Attacker
noch 'ne Schippe drauf und die genialen Lieder recken sich noch weiter
und stärker empor!! Für mich ist "The Unknown" somit ein brandheißer
Anwärter auf den Titel "Album des Jahres" und ich bin mir sicher, dass
alle treuen Anhänger kraftvollen 80er Heavy Metals im Stile von solchen
Supertruppen wie den frühen Metal Church, Savatage, Accept oder Judas
Priest dies haargenau so sehen werden!! Somit bleibt also gar nicht mehr
viel zu sagen, außer dass es diese eine, prägnante Zeile aus "This Is
Power" kaum besser hätte treffen können: Skies turn to black / Grounds
will crumble / Metal takes control!! Wie wahr, wie wahr... |