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Mit "Bloodrayne" legt
der deutsche
Regisseur Uwe Boll bereits seine dritte Videospielverfilmung nach "House
Of The Dead" (2003) und "Alone In the Dark" (2005) vor und spaltet damit
einmal mehr die Gemüter der Film- und Videospielfans!! Doch eins nach
dem anderen. Fassen wir erstmal kurz die Story zusammen:
Rayne (gespielt von "Terminator 3"-Star Kristanna Loken) ist halb
Mensch, halb Vampir und wird von einer Zirkusgruppe als Attraktion
gehalten und Nacht für Nacht dem gaffenden Pöbel vorgeführt... als sich
eines Abends dann ein Mitglied der Truppe in ihren Käfig schleicht und
sich an ihr zu vergreifen versucht, nutzt sie die Gunst der Stunde,
saugt ihrem Peiniger das Blut aus dem Halse und türmt -- vom Mordrausch
getrieben und eine blutige Spur der Verwüstung hinter sich lassend --
ins Ungewisse!! Endlich wieder in Freiheit trifft sie nicht nur auf eine
Wahrsagerin, die von Rayne's peinvoller Vergangenheit ebenso zu
berichten weiß, wie von ihrer schicksalsträchtigen Zukunft, sondern sie
macht auch die Bekanntschaft von Vladimir ("Kill Bill"-Star Michael
Madsen) und Sebastian (Matt Davis), zweier Mitglieder der nebulösen
Brimstone Society, einem im Untergrund agierenden Geheimbund, der sich
den Kampf gegen Vampire zur Aufgabe gemacht hat. Da Rayne jedoch weitaus
weniger blutrünstig ist als ihre Artgenossen und da sie obendrein auch
noch ein Hühnchen mit dem Obervampir Kagan (Oscar-Preisträger Ben
Kingsley) zu rupfen hat -- der, wie sich herausstellt, Rayne's Vater ist
und vor Jahren ihre Mutter vergewaltigt und danach ermordet hat -- tun
sich die drei zusammen und gehen fortan gemeinsam auf die Jagd nach
spitz-zahnigen Untoten!! Und nachdem Rayne in den kommenden Tagen nicht
bloß einige Trainingsstunden im Hauptquartier der Brimstone Society
hingelegt, sondern auch noch ihre Kräfte durch bestimmte Talismane
aufgepowert hat, ist sie letzten Endes gut genug gewappnet um sich Kagan
und seinen Schergen im alles entscheidenden Endkampf zu stellen!!
Joa, das dürfte so ziemlich alles sein, keine super weltbewegende Story,
aber doch eine, aus der sich einiges machen lässt und die hier kultig in
Szene gesetzt wurde. Die ewig grummelnden "Bollbasher"
werden jetzt sicherlich wieder auf die Barrikaden springen und lauthals
protestieren, doch mir soll's egal sein, denn ich find "Bloodrayne"
trotzdem richtig cool und die vielen kleine Macken, die sich in diesen
Film eingeschlichen haben, tragen nur noch mehr zu seinem Charme bei!!
Ob nun die Kampfszenen des Öfteren ziemlich plump und hölzern wirken, ob
Olaf Ittenbach bei den Kills literweise comic-artiges Kunstblut spritzen
lässt oder ob Vladimir und Sebastian sich mit dem dämlichsten Plan aller
Zeiten aus einer Gefängniszelle herausmogeln, mir macht das alles
herrlich viel Spaß und der Film schockt nur noch mehr durch die vielen
unfreiwillig komischen Momente und wenig Sinn machenden Aktionen (warum
in aller Welt bringt Kagan's Handlanger Domastir z.B. die gekidnappte
Rayne ins dekadente Lustschloss von Leonid, nur um dem von Meat Loaf
kultig verkörperten Lustmolch dann zu erzählen, dass er ja seine
gierigen Finger von der bewusstlosen Schönheit lassen soll?). Aber
natürlich ist nicht alles an "Bloodrayne" so schlecht, dass es schon
wieder gut ist, sondern fairerweise dürfen auch die durchweg positiven
Seiten des Films nicht unerwähnt bleiben!! So weiß z.B. Kristanna Loken
als Rayne optisch wie schauspielerisch zu überzeugen, die Kulissen und
Drehorte sind super gewählt und strahlen eine tolle Atmosphäre aus und
auch viele der Actionszenen und Special Effects sind wirklich gut
gemacht!! Die illustre Riege hochkarätiger Schauspieler, die Uwe Boll
hier mit ins Boot holen konnte, tut dem Gefallen des Films natürlich
ebenfalls keinen Abbruch (obschon leider nicht alle Stars auf ganzer
Linie überzeugen können) und Trash- und Splatterfreaks werden die vielen
abgetrennten Köpfe und Körperteile mit Sicherheit ebenso zu schätzen
wissen, wie die wenigen, aber doch recht netten Ausblicke auf Kristanna
Loken's entblößte Möpse während ihrer berühmt-berüchtigten Sexszene mit
Matt Davis... ;)
Alles in allem erwartet uns mit "Bloodrayne" natürlich weder ein
Riesenklassiker der Filmgeschichte noch anspruchsvolles
Jahrhundertkino im Stile von "Citizen Kane" oder "Der Pate", doch mal
ehrlich, man muss auch schon ganz schön einen an der Waffel haben, wenn
man derartige Ansprüche an einen Horrorfilm über eine rachdurstige
Vampirella in knappem Lederdress hegt!! Hier gibt's vielmehr einfach
bloß kitschig-kultige Splatterkost der unterhaltsamen Sorte zu sehen,
wie sie gekonnt Hollywood Glamour und B-Movie Charme miteinander in
Einklang bringt und wie sie nahezu perfekt ist für einen locker-spaßigen
Samstagabend mit Kumpels, Pizza, Chips und jeder Menge Bier!! Sofern ihr
also in Sachen Movies nicht alles immer nur bierernst seht und euch der
trendige Volkssport des "Bollbashing" noch nicht den Kopf verdreht hat,
dürfte euch mit "Bloodrayne" ein cooler, hin und wieder auch recht
komischer Vampirslasher bevorstehen, der zwar nicht gerade
besonders gruselig rüberkommt, der aber dennoch seine Akzente zu setzen
weiß und den man sich sicherlich mehr als
bloß einmal reinziehen wird!!
Da diese Doppel DVD darüber hinaus auch noch edel aufgemacht ist und mit
allerlei Specials aufwartet (nur wo zum Henker ist der Audiokommentar
von Uwe Boll geblieben!? Der war bei "House Of The Dead" und "Alone In
The Dark" ein absolutes Highlight und wird hier leider schmerzlich
vermisst!!), ist 'ne gute Bewertung hier ebenso wenig fehl am Platze,
wie 'ne Kaufempfehlung an alle aufgeschlossenen Horror-, Splatter-,
Slasher-, und Vampirfilmfreaks, die weder sich selbst, noch die Filme
die sie gucken immer nur bitterernst sehen!! |