|
Mit
ihrer neuen Scheibe "Sounds Of Sirens" machen's mir die Power Metaller
von Boomerang nicht gerade einfach. Denn einerseits sind die fünf
Pfälzer zweifelsohne talentierte Musiker, die es zudem noch verstehen,
jede Menge interessante und spannende Ideen in ihren Songs
unterzubringen, andererseits jedoch fehlt den Songs auf "Sounds Of
Sirens" über weite Strecken hinweg auch einfach so etwas wie ein roter
Faden und vieles klingt als wäre es weder Fisch noch Fleisch.
So wird einem beim Opener "One Night To Remember" z.B. modernes
Thrash-Riffing im Nevermore-Stil aufgetischt, während man beim
nachfolgenden "Sleeping Titans" plötzlich etwas an Savatage zu "Wake Of
Magellan" Zeiten erinnert, dann mit "Of Fire" bombastische Chöre in
altbekannter Blind Guardian-Manier auffährt und sich bei "Blood Angel (TCO
III)" auf einmal in einen merkwürdigen Mix aus Wizard'schem Heavy Metal
und In Extremo'schem Mittelaltersound verstrickt.
Für meinen Geschmack tanzen Boomerang auf ihrer aktuellen Scheibe
einfach auf zu vielen verschiedenen Hochzeiten, so dass sich die vielen
guten Ansätze leider zu oft in einem unentschlossenen Mischmasch aus
verschiedensten und nicht immer optimal mit einander harmonierenden
Stilen verlaufen.
Alles in allem haben wir mit "Sounds Of Sirens" schon ein interessantes
und keineswegs schlechtes Album vorliegen und ich kann mir gut
vorstellen, dass viele aufgeschlossenere Metalheads hier sogar richtig
begeistert sein werden, ich jedoch hätte mir doch lieber eine etwas
straightere und entschiedenere Ausrichtung gewünscht.
Fans von Bands wie Blind Guardian, Rage, Avantasia und Circle II Circle
würde ich aber trotzdem empfehlen, zumindest einmal reinzuschnuppern. |