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Der
King lebt!! Doch anstatt immer noch die Hüften auf den großen Bühnen
dieser Welt zu kreisen und damit reihenweise Frauen in Ohnmacht fallen
zu lassen, liegt der gute Elvis (Bruce Campbell) dieser Tage mit
gebrochenem Becken und Krebsgeschwür am besten Stück in einem
heruntergekommenen Altersheim irgendwo im hintersten Eck der USA und
vegetiert Tag ein, Tag aus vor sich hin.
Doch von einer Nacht zur nächsten ist es mit dem tristen, ewig gleichen
Alltag dann vorbei, denn es hat sich eine fiese, Cowboyboots tragende
Mumie (Bob Ivy) im Altersheim eingeschlichen, die im Schutz der
Dunkelheit durch die verlassenen Gänge stampft und den wehrlosen
Bewohnern die Seelen aus sämtlichen Körperöffnungen saugt.
Da kann der King natürlich nicht einfach so zusehen und so macht er sich
auf, dem unliebsamen Besucher vom Nil das Handwerk zu legen.
Unterstützung bekommt er dabei von dem abgedrehten Jack (Ossie Davis),
der zwar eine dunkle Hautfarbe hat, jedoch fest davon überzeugt ist,
dass er eigentlich John F. Kennedy ist und von der Regierung aus Gründen
der Geheimhaltung "umlackiert" und ruhig gestellt wurde.
Der finale Showdown steht also unausweichlich bevor und wenn die Nacht
vorüber ist, dann werden wir wissen wer der wahre König ist: der King of
Rock'n'Roll oder der King of the Dead!!
Mit "Bubba Ho-Tep" (der ursprünglich bereits 2002 gedreht wurde, jedoch
erst dieses Jahr in Deutschland auf DVD erschienen ist) hat "Phantasm"-Schöpfer
Don Coscarelli einen schlichtweg grandiosen Mix aus beklemmendem
Horrorstreifen und atmosphärischem Mysteryfilm auf die Leinwand
gebracht, dessen trockener Humor ebenso zum Lachen verleitet, wie der
gesellschaftskritische Unterton zum Nachdenken anregt. Die schwermütige
Erzählweise, die kargen Kulissen und die einfachen und doch kraftvollen
Bilder stehen dabei stets in stimmigem Kontrast zur wahrlich irren Story
und den nicht minder verrückten Charakteren, die hier wirklich
erstklassig und vor allem auch glaubwürdig in Szene gesetzt werden.
Allen voran "Tanz Der Teufel"-Kultikone Bruce Campell als Elvis Presley
und "Evening Shade"-Star Ossie Davis als JFK legen in "Bubba Ho-Tep"
wahrlich großartige Auftritte hin, die voll und ganz unter die Haut
gehen und den Fans mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben
werden!! Schrullig, sympathisch und nie um einen coolen Spruch verlegen,
portraitierten diese beiden Ausnahme-Mimen ihre Alter Egos mit soviel
Menschlichkeit und Liebenswürdigkeit, dass man ihnen am liebsten
sogleich zur Seite steigen und im Kampf gegen die schlimme Mumie unter
die Arme greifen möchte!!
Dank der tollen schauspielerischen Leistung, des cleveren Drehbuchs und
der astreinen Inszenierung kommt "Bubba Ho-Tep" dann auch fast gänzlich
ohne große Special Effects, wilde Actioneinlagen oder gar bluttriefende
Schock-Sequenzen aus. Vielmehr versteht es der Streifen meisterlich, mit
scheinbar einfachen und altbewährten Mitteln eine ungeheuer packende
Grundstimmung zu erzeugen und die Zuschauer regelrecht zu bannen!!
Ob es jetzt die irren Lichteffekte sind, die den Gang der Mumie durch
die engen Korridore begleiten, ob es ein unheimlich charmant umgesetztes
Gefecht mit einem Hydraulik-betriebenen Monsterskarabäus ist oder ob es
der wirklich geniale Soundtrack ist, der mehr als nur einmal für
Gänsehaut sorgt, "Bubba Ho-Tep" kann einfach in allen Belangen voll
punkten und hat wahrlich das Zeug zu einem waschechten Kultfilm, der
ganz sicher nicht nur eingefleischten Horrorfans und Campbell-Jüngern
gefallen wird!! Wenn ihr ein Faible für eigensinniges, kultverdächtiges
Independentkino habt, dann solltet ihr Elvis im Kampf gegen Bubba Ho-Tep
also weiß Gott nicht alleine lassen, sondern vielmehr gebannt am
Fernsehschirm sitzen und dem King Of Rock'n'Roll in seinem größten und
gefährlichsten Abenteuer die Daumen drücken!! |