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Daedalus
stammen aus Italien und frönen auf ihrer aktuellen Vier-Song-Promo "The
Never Ending Illusion" einem deutlich von Bands wie Rush und Dream
Theater inspirierten Prog Metal. Und hier liegt dann auch gleich das
größte Problem dieser Scheibe, denn obschon die Band ihre Instrumente
super beherrscht und auch einen talentierten Sänger in ihren Reihen hat,
orientiert sie sich in Punkto Songwriting doch arg an den eingangs
genannten Weltklasseproggern, so dass es um die Eigenständigkeit und den
Wiedererkennungswert leider etwas spärlich bestimmt ist.
Wer also auf der Suche nach einer wirklich innovativen Prog Metal-Gruppe
ist, der wird bei Daedalus somit wenig vorfinden, was es nicht auch
schon vorher in ähnlicher Form und Qualität bei anderen Bands dieses
Genres zu hören gab...
Wer andererseits jedoch so sehr auf Dream Theater steht, dass ihm eine
weitere Truppe in diesem Stil wie gerufen kommt, dem dürften Songs wie "Hopeless"
oder "A Journey To Myself" wie gelegen kommen. Wie eigentlich alle
Tracks auf "The Never Ending Illusion", so sind auch diese beiden Lieder
durchweg gut geschrieben, gekonnt gespielt und vom Daedalus-Fronter
Davide Merletto, der mich sehr an einen gewissen James LaBrie erinnert,
auch sehr gut eingesungen...
Insgesamt muss ich also sagen, dass "The Never Ending Illusion" beileibe
nicht schlecht ausgefallen ist und mir das Anhören durchaus Spaß
macht... Daedalus verstehen ihr Handwerk und, was noch viel wichtiger
ist, sie wissen auch wie man gute Songs schreibt.
Wenn sie sich nun noch ein wenig aus dem übermächtigen Schatten ihrer
Vorbilder lösen und ihren Liedern eine stärkere eigene Note aufdrücken
könnten, dann wär hier alles vollkommen im grünen Bereich, so jedoch
schlittern Daedalus zwar immer noch souverän über die Ziellinie, müssen
sich aber trotzdem noch ein paar leichte Abzüge in der B-Note gefallen
lassen... wenn die Band für's vollständige Album noch ein wenig mehr
Eigenständigkeit an den Tag legt, dann könnte hier akute Kauf-Pflicht
für alle Proggies bestehen!! |