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Mit
den jungen Briten von Dark Forest tischt uns das ostdeutsche
Plattenlabel Eyes Like Snow Records nach Überfliegern wie A Tortured
Soul, Darkest Era und The Wandering Midget erneut eine wirklich tolle
Newcomer-Band auf, deren frischer und entfesselter Classic Metal-Sound
jedem Headbanger der alten Schule bestens durch die Gehörgänge pfeifen
dürfte.
Technisch sehr versiert und mit der nötigen Dosis Rock'n'Roll im Blut
schmieden die vier Jungs von der Insel einen furiosen, von maiden'esquen
Twin-Gitarren vorangetriebenen und deutlich in der NWOBHM verwurzelten
Oldschool Stahl, der auch in den frühen 80ern hätte entstanden sein
können und selbst damals aus der Flut ähnlich gearteter
Veröffentlichungen positiv herausgeragt hätte.
Inspiriert vom klassischem Hard Rock der 70er und dem erhabenem Heavy
Metal der 80er lässt es das aufgeweckte Viergespann bei packenden Hymnen
wie "The Battle Of Badon Hill", "Pipes Of Pan", "Excalibur" oder auch
"Fight For Metal" richtig krachen und schüttelt völlig unbeschwert einen
mitreißenden Sound aus dem Ärmel, der die besten Versatzstücke von
Rockgiganten wie Thin Lizzy, Motörhead und Saxon mit ausgewählten
Zutaten von Undergroundhelden wie Angel Witch, Twisted Tower Dire und
Slough Feg vermengt... denkt euch noch ein paar Motive aus der
keltischen Folklore hinzu und fügt ein paar stimmige, zumeist der
angelsächsischen Mythologie entliehene Texte bei und schon habt ihr ein
ungefähres Bild davon, was euch auf dem selbstbetitelten Debüt von Dark
Forest etwas mehr als eine Dreiviertelstunde lang erwartet.
Die talentierte Truppe um Mastermind Christian Horten, der neben seiner
Tätigkeit als Sänger und Gitarrist von Dark Forest auch noch bei einer
anderen, nicht ganz unbekannten UK-Kapelle namens Cloven Hoof in die
Saiten greift, lässt bei aller Melodieverliebtheit auch die nötige
Raubeinigkeit und Ungeschliffenheit nie vermissen und trumpft so mit
einem gleichermaßen eingängigen wie kauzigen Heavy Metal auf, dessen
Authentizität, Charme und Leidenschaft jeden Fan des Genres in
Windeseile überzeugen dürften.
Da stört es auch nicht weiter, dass der gute Christian gesanglich hin
und wieder ein klein wenig neben der Spur liegt, nein, irgendwie passt
der eigensinnige Gesang meiner Meinung nach sogar wie die Faust auf's
Auge zu dem urigen Songmaterial.
Abschließend bleibt mir, um die Qualität dieser ausgesprochen
vielversprechenden Band noch einmal zu unterstreichen, eigentlich nur
noch zu sagen, dass ich das Dark Forest-Debüt in den letzen Wochen
wirklich tagtäglich in den CD Player geschmissen und teilweise drei bis
viermal am Stück durchlaufen lassen hab und trotzdem treten noch immer
nicht die geringsten Abnutzungserscheinungen auf. Diese Scheibe macht
auch nach dem 20. Durchlauf noch genauso viel Spaß wie beim ersten
Anhören und somit haben wir hier mein erstes ganz großes Highlight des
noch jungen Jahres 2009 vorliegen.
Aber es kommt noch besser, denn trotz aller Begeisterung bin ich mir
fast sicher, dass Dark Forest mit ihrem Erstling noch nicht alle Trümpfe
ausgespielt haben und dass diese fantastische Band in Zukunft nicht nur
an ihr astreines Debütalbum anknüpfen, sondern sogar noch einen
drauflegen wird! |