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Bleibt
besser von Schloss Grabau fern, wenn euch euer Leben lieb ist. Denn wie
wir spätestens seit dem neuen Andreas Schnaas-Film "Don't Wake The Dead",
der zurzeit auf diversen Festivals läuft und im Januar 2009 dann auch
auf DVD erhältlich sein wird, wissen, liegen dort die verfluchten
Gebeine einiger uralter Tempelritter begraben, die alle 66 Jahre lang
aus ihren Gräbern emporsteigen und Angst, Schrecken und Tod unter den
Lebenden verbreiten.
Und das mit diesen knochigen Schwertschwingern in Kettenhemd und
Ritterrüstung wirklich nicht zu spaßen ist, das hat unter anderem auch
ein Sturmtrupp der Nazis in den 40er Jahren zu spüren bekommen, haben
die untoten Gralshüter den Versuch der braunen Brut, ihre Ruhe zu
stören, doch prompt mit einem gnadenlosen Gemetzel und jeder Menge
Blutvergießen quittiert.
Nun, 66 Jahre später, steht der Aufstieg der Zombietempler erneut bevor
und umso blöder ist es natürlich, dass ausgerechnet an diesem Abend eine
Gruppe junger Frauen den Weg nach Schloss Grabau angetreten ist, um den
maroden Adelssitz zu renovieren und ein wenig auf Vordermann zu bringen.
Während die Mädels also noch mit dem einen oder anderen Tropfen Alkohol
auf ihre Ankunft anstoßen, sich freigiebig ihrer Klamotten entledigen
oder aber auf eigene Faust die schaurigen Kellergänge und Gemäuer des
Schlosses erkunden, öffnen sich draußen bereits die Sarkophage und
Gräber und die von Würmern zerfressenen Körper der Tempelritter und
Nazisoldaten erwachen zu neuem Leben, um einmal mehr Unheil und
Verderben unters Volk zu bringen.
Schon nach wenigen Augenblicken sind die ersten Opfer in Form einer
Rockband und ihres Groupies gefunden und auch im Schloss muss das erste
Mädel nicht lange auf ihren grausamen Tod warten. Das Gemetzel nimmt
seinen Lauf und die Mädchen können sich wirklich glücklich schätzen,
dass der mysteriöse Fremde Vincent, ein schwer bewaffneter Mönch, der
sich unter anderem als Meister der fliegenden Guillotine entpuppt, genau
im rechten Moment zu ihnen gestoßen ist, um sie vor den herannahenden
Untoten zu beschützen.
Doch kann es ein einzelner Mann wahrhaftig mit einer ganzen
Zombieübermacht aufnehmen? Und sorgt seine Anwesenheit unter den Frauen
wirklich nur für Hoffnung und Zuversicht oder werden dadurch auch Neid
und Missgunst geschürt? Und überhaupt, wie sollen die Untoten besiegt
werden, wenn das einzige Schwert, das sie für immer ins Reich der Toten
befördern kann, bereits vor langer Zeit zerbrochen ist?
Wer diese und viele andere Fragen beantwortet sehen will, der sollte
sich sputen und am besten gleich einem der nächsten Screenings von "Don't
Wake The Dead" beiwohnen. Denn sofern ihr auf abgefahrene, übertriebene
und in Punkto Blutvergießen alles andere als zimperliche Horrorfilme
steht, bei denen es von Anfang bis Ende Schlag auf Schlag geht und kaum
Zeit zum verschnaufen bleibt, werdet ihr mit "Don't Wake The Dead" ein
charmantes und ungemein unterhaltsames Nonstop-Splatterfeuerwerk
vorfinden, das ihr euch sicherlich mehr als nur einmal anschauen wollt.
Der hamburger Kult-Regisseur Andreas Schnaas liefert hier ganz eindeutig
sein bisher bestes Werk ab und haut den Zuschauer mit tonnenweise
starken Effekten, schaurigen Kulissen, coolen Kostümen und einer
herrlich übertriebenen aber in sich stets stimmigen Story förmlich aus
den Socken. Und natürlich dürfen die ein oder andere Nacktszene und ein
toller Rock'n'Roll Soundtrack ebenso wenig fehlen wie jede Menge
Querverweise auf Horror-Klassiker der 70er und 80er Jahre.
Die besessenen Mädchen haben mich dezent an die Dämonen aus "Tanz Der
Teufel" erinnert, bei dem in der Mitte halbierten Zombiefräulein musste
ich mehr als einmal an Belial aus "Basket Case" denken und die völlig
irre Party, welche die Zombies zum Ende des Films in den dunklen Hallen
von Schloss Grabau zur Musik der hamburger Punkrocker Gang Loco feiern,
ließ aufgrund ihrer ausgelassenen, dekadenten Art doch diverse
Erinnerungen an die Friedhofszene aus "Return Of The Living Dead" wach
werden.
Und das sind nur ein paar Beispiele, der geneigte Midnight Movie-Fan
wird im Verlauf von "Don't Wake The Dead" sicherlich noch viele weitere
liebevolle Details und kleine Hommagen an die nach wie vor enorm
kultigen Klassiker des Genres erkennen, die den Film nicht nur umso
unterhaltsamer machen, sondern auch mehr als deutlich zeigen, dass mit
Andreas Schnaas ein echter B-Movie Fan im Regiestuhl Platz genommen hat.
Wer bereits an Andreas Schnaas' älteren Werke wie "Nikos The Impaler"
oder auch der "Violent Shit" Trilogie Gefallen gefunden hat, der wird "Don't
Wake The Dead" eh lieben, aber auch alle Gorehounds, die mit dem
Schaffen des hamburger Filmemachers bisher noch nicht viel am Hut
hatten, sollten diesem oberkultigen Zombiemassaker unbedingt eine Chance
geben und sich diese trashig-charmante Perle des Lowbudget-Horrors
unbedingt reinziehen. Ich jedenfalls freu mich jetzt schon tierisch auf
die Anfang nächsten Jahres erscheinende DVD, die dann hoffentlich auch
mit jeder Menge Specials und Blicke hinter die Kulissen aufwarten wird.
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