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¬ Don't Wake The Dead

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FSK:
Neuerscheinung
Spielfilm
90 Minuten
2008
Sunfilm
Horror/Splatter
18
Regie: Andreas Schnaas
Producer: Andreas Schnaas, Klaus Dzuck & andere
Drehbuch: Klaus Dzuck & Ted Geoghegan
Cast: Ralph Fellows (Vincent) ; Sonja Kerskes (Lana) ; Fiana de Guzman (Beth) ; Carolin Schmidt (Jessie) ; Cristiane Malia (Shannon) ; Sarah Plochl (Iris) ; Maren Lisner (K.C.) ; Amy Lee (Veronica) ; Julia Casper (Carrie) ; Courtney Peltzer (Tara) ; Wolfgang Wobeto (Herr Janowitz)

Bleibt besser von Schloss Grabau fern, wenn euch euer Leben lieb ist. Denn wie wir spätestens seit dem neuen Andreas Schnaas-Film "Don't Wake The Dead", der zurzeit auf diversen Festivals läuft und im Januar 2009 dann auch auf DVD erhältlich sein wird, wissen, liegen dort die verfluchten Gebeine einiger uralter Tempelritter begraben, die alle 66 Jahre lang aus ihren Gräbern emporsteigen und Angst, Schrecken und Tod unter den Lebenden verbreiten.
Und das mit diesen knochigen Schwertschwingern in Kettenhemd und Ritterrüstung wirklich nicht zu spaßen ist, das hat unter anderem auch ein Sturmtrupp der Nazis in den 40er Jahren zu spüren bekommen, haben die untoten Gralshüter den Versuch der braunen Brut, ihre Ruhe zu stören, doch prompt mit einem gnadenlosen Gemetzel und jeder Menge Blutvergießen quittiert.
Nun, 66 Jahre später, steht der Aufstieg der Zombietempler erneut bevor und umso blöder ist es natürlich, dass ausgerechnet an diesem Abend eine Gruppe junger Frauen den Weg nach Schloss Grabau angetreten ist, um den maroden Adelssitz zu renovieren und ein wenig auf Vordermann zu bringen. Während die Mädels also noch mit dem einen oder anderen Tropfen Alkohol auf ihre Ankunft anstoßen, sich freigiebig ihrer Klamotten entledigen oder aber auf eigene Faust die schaurigen Kellergänge und Gemäuer des Schlosses erkunden, öffnen sich draußen bereits die Sarkophage und Gräber und die von Würmern zerfressenen Körper der Tempelritter und Nazisoldaten erwachen zu neuem Leben, um einmal mehr Unheil und Verderben unters Volk zu bringen.
Schon nach wenigen Augenblicken sind die ersten Opfer in Form einer Rockband und ihres Groupies gefunden und auch im Schloss muss das erste Mädel nicht lange auf ihren grausamen Tod warten. Das Gemetzel nimmt seinen Lauf und die Mädchen können sich wirklich glücklich schätzen, dass der mysteriöse Fremde Vincent, ein schwer bewaffneter Mönch, der sich unter anderem als Meister der fliegenden Guillotine entpuppt, genau im rechten Moment zu ihnen gestoßen ist, um sie vor den herannahenden Untoten zu beschützen.
Doch kann es ein einzelner Mann wahrhaftig mit einer ganzen Zombieübermacht aufnehmen? Und sorgt seine Anwesenheit unter den Frauen wirklich nur für Hoffnung und Zuversicht oder werden dadurch auch Neid und Missgunst geschürt? Und überhaupt, wie sollen die Untoten besiegt werden, wenn das einzige Schwert, das sie für immer ins Reich der Toten befördern kann, bereits vor langer Zeit zerbrochen ist?
Wer diese und viele andere Fragen beantwortet sehen will, der sollte sich sputen und am besten gleich einem der nächsten Screenings von "Don't Wake The Dead" beiwohnen. Denn sofern ihr auf abgefahrene, übertriebene und in Punkto Blutvergießen alles andere als zimperliche Horrorfilme steht, bei denen es von Anfang bis Ende Schlag auf Schlag geht und kaum Zeit zum verschnaufen bleibt, werdet ihr mit "Don't Wake The Dead" ein charmantes und ungemein unterhaltsames Nonstop-Splatterfeuerwerk vorfinden, das ihr euch sicherlich mehr als nur einmal anschauen wollt.
Der hamburger Kult-Regisseur Andreas Schnaas liefert hier ganz eindeutig sein bisher bestes Werk ab und haut den Zuschauer mit tonnenweise starken Effekten, schaurigen Kulissen, coolen Kostümen und einer herrlich übertriebenen aber in sich stets stimmigen Story förmlich aus den Socken. Und natürlich dürfen die ein oder andere Nacktszene und ein toller Rock'n'Roll Soundtrack ebenso wenig fehlen wie jede Menge Querverweise auf Horror-Klassiker der 70er und 80er Jahre.
Die besessenen Mädchen haben mich dezent an die Dämonen aus "Tanz Der Teufel" erinnert, bei dem in der Mitte halbierten Zombiefräulein musste ich mehr als einmal an Belial aus "Basket Case" denken und die völlig irre Party, welche die Zombies zum Ende des Films in den dunklen Hallen von Schloss Grabau zur Musik der hamburger Punkrocker Gang Loco feiern, ließ aufgrund ihrer ausgelassenen, dekadenten Art doch diverse Erinnerungen an die Friedhofszene aus "Return Of The Living Dead" wach werden.
Und das sind nur ein paar Beispiele, der geneigte Midnight Movie-Fan wird im Verlauf von "Don't Wake The Dead" sicherlich noch viele weitere liebevolle Details und kleine Hommagen an die nach wie vor enorm kultigen Klassiker des Genres erkennen, die den Film nicht nur umso unterhaltsamer machen, sondern auch mehr als deutlich zeigen, dass mit Andreas Schnaas ein echter B-Movie Fan im Regiestuhl Platz genommen hat.
Wer bereits an Andreas Schnaas' älteren Werke wie "Nikos The Impaler" oder auch der "Violent Shit" Trilogie Gefallen gefunden hat, der wird "Don't Wake The Dead" eh lieben, aber auch alle Gorehounds, die mit dem Schaffen des hamburger Filmemachers bisher noch nicht viel am Hut hatten, sollten diesem oberkultigen Zombiemassaker unbedingt eine Chance geben und sich diese trashig-charmante Perle des Lowbudget-Horrors unbedingt reinziehen. Ich jedenfalls freu mich jetzt schon tierisch auf die Anfang nächsten Jahres erscheinende DVD, die dann hoffentlich auch mit jeder Menge Specials und Blicke hinter die Kulissen aufwarten wird.

Homepage: www.imdb.com/title/tt0472073/ (IMDB) ; www.myspace.com/andreasschnaas (MySpace)

84% by Tobi (12.11.2008)

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