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Hin
und wieder lächelt Fortuna auch mir wohlgesonnen zu, das letzte Mal vor
gut drei Wochen, als ich bei einem Gewinnspiel auf meiner
Lieblingshorrorseite
Fearzone.com das Glück hatte, ein Exemplar der soeben erst
erschienenen Shock-O-Rama DVD des Horrorfilms "Drainiac" von Brett Piper
abzugreifen.
Und obwohl das filmische Schaffen des Herrn Piper schon bis ins Jahr
1982 zurückgeht, als er mit dem Lowbudget SciFi Streifen "Mysterious
Planet" sein Featurefilm-Debüt gab, war "Drainiac" dann doch mein erstes
Aufeinandertreffen mit dem unermüdlichen B-Movie Regisseur aus New
Hampshire.
Und soviel sei vorweg genommen, "Drainiac" wird sicherlich nicht der
letzte Brett Piper-Film sein, den ich mir reinziehen werde. Denn der
Film, für dessen Umsetzung Piper gerade einmal ein mikroskopisch kleines
Budget von 10,000$ zur Verfügung hatte, hat echtes Kultpotential und
schlägt genau in die Kerbe, die ich als bekennender B-Movie Freak und
Trashfilm-Fan so mag.
Brett Piper hat wirklich alles aus den doch arg begrenzten finanziellen
Mitteln herausgeholt und es sich sogar nicht nehmen lassen, "Drainiac"
auf 16mm Film und nicht auf Video zu drehen, was dem Streifen natürlich
einen sehr coolen Oldschool-Look beschert.
Und wenn dann auch noch eine Handvoll zickiger, fluchender Teenager
hinzukommen, die kein Stereotyp und kein Klischee auslassen und die es
in einem von Dämonen besessenen Spukhaus mit jeder Menge übernatürlichem
Trubel und altbackenen Latexmonstern zu tun kriegen, dann fühlt
man sich wirklich 20 bis 30 Jahre in der Zeit zurückversetzt und hat das
Gefühl, man würde ein verschollenes Kleinod aus der Zeit von "Tanz Der
Teufel", "Muttertag" und "Das Böse" auf der Mattscheibe flimmern sehen.
Natürlich sollte man nicht den Fehler machen und an diesen
Ultralowbudget-Film mit den selben Erwartungen herangehen wie an einen
zeitlosen Klassiker der Marke "Evil Dead" (dessen Budget im Vergleich zu
"Drainiac" ja immer noch enorm hoch war), sondern vielmehr sollte man "Drainiac"
von dem Standpunkt aus sehen, dass hier wirklich Erstaunliches aus
nahezu minimalen Mitteln herausgeholt wurde.
Dass die Hauptdarsteller, die größtenteils Highschoolkids ohne vorherige
Schauspielerfahrung waren, keine Oscar-reife Performance hinlegen, dass
die sympathisch-angestaubten Latex- und Stop Motion-Effekte objektiv
gesehen nicht unbedingt Erinnerungen an "Jurassic Park" wach werden
lassen und dass die Story um einen grausamen Wasserdämon, der in einem
heruntergekommenen Haus sein Unwesen treibt, nicht gerade vor Tiefgang
überkocht, dass alles sollte dem geneigten B-Movie Fan eigentlich von
vornherein klar sein... und vor allem sollte es ihn keinesfalls stören.
Denn dieser gewisser Charme des Unfertigen ist es doch gerade, der den
B-Movies ihren besonderen Reiz verleiht und den Kontrast zu den glatt
polierten Multimillionendollar-Produktionen aus Hollywood herstellt.
Eingefleischte Horrorfreaks mit besonderer Vorliebe für schräge
Spukhaus-Filme können hier also, sofern sie sich an der englischen
Tonspur nicht stören, bedenkenlos zugreifen und sich nicht nur auf einen
tollen kleinen und nicht immer ganz ernst gemeinten Gruselfilm freuen,
sondern auch auf eine Top Aufmachung incl. einem sehr interessanten
Audiokommentar und einem mehrseitigem Booklet mit ausführlichen
Linernotes.
Und da sich Brett Piper extra für diesen Release sogar noch einmal für
mehrere Wochen in den Schneideraum begeben hat, um "Drainiac" neu zu
schneiden und die Effekte aufzuwerten und da Shock-O-Rama ebenfalls
keine Kosten und Mühen gescheut und den Film von den Originalnegativen
neu abgetastet und in der bestmöglichen Qualität auf DVD gepresst haben,
kann man hier zum Abschluss wirklich noch einmal bekräftigen, dass dies
die ultimative und absolute Version von "Drainiac" ist... also lasst am
besten gar nichts anbrennen und taucht sofort ein in den
grotesk-verrückten Horror-Maelstrom, der sich Brett Piper's "Drainiac"
nennt!! |