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Den guten Dr. Chud kennen die
meisten von euch sicherlich als Schlagwerker auf den genialen
Misfits-Alben "American Psycho" und "Famous Monsters"... nach seinem
Ausstieg bei der kultigen Horrorpunk Truppe, von deren Originalbesetzung
inzwischen nur noch Bassist Jerry Only über ist, hat sich der verrückte
Doktor dann aber nicht etwa den musikalischen Ruhestand gegönnt, sondern
vielmehr hat er fleißig weiter musiziert, u.a. auch mit seiner eigenen
Soloband Dr. Chud's X-Ward. Und deren erstes und einziges Album, das
2004 über Xward Music erschienene "Dagnosis For Death", liegt mir hier
jetzt auch zum Rezensieren vor und was soll ich sagen, wer bereits die
Mucke gemocht hat, die Chud mit den Misfits zockte, der wird ganz sicher
auch auf diese Scheibe abheizen!! Als Songwriter wie als Texter macht
Dr. Chud dabei eine super Figur und beschert uns eine ganze Reihe
wirklich toller, fetziger Punk Rock Nummern, deren frische Rhythmen
sofort ins Blut gehen und dort für mächtig Aufruhr sorgen!! Dabei
steuert er nicht nur den coolen, klaren Gesang auf allen acht Stücken
bei, sondern obendrein outet sich der begnadete Doktor auch noch als
wahrer Multi-Instrumentalist und begeistert im Verlauf des Albums auch
an Drums, Gitarre und Keyboard!! Stilistisch
gesehen sind dabei natürlich Gruppen wie die Misfits oder die Ramones die
erste Anlaufstelle für Vergleiche, doch soll's dabei weiß Gott nicht
bleiben!!
So überrascht z.B. das treffend betitelte "Heavy Metal" nicht nur mit
einem "obertruen" Text, wie ihn wohl selbst Joey DeMaio kaum kultiger hätte
schreiben können ("Thunder roars, lightning strikes, blood will flow,
Heavy Metal bites"), sondern auch musikalisch bekommen wir hier ungewohnte
Koste geboten, nämlich einen stampfenden Midtempo Banger in bester
Thor-Manier!! Doch auch in diesem Gebiet fühlen sich Chud und seine
Mitmusiker sichtlich wohl und trotz der etwas ungewohnten Klänge reiht
sich "Heavy Metal" nahtlos zwischen den fantastischen Horrorschockern
ala "Spiderbaby", "Blue Skin" und "Bury You Alive" ein!!
Musikalisch gibt's an "Diagnosis For Death" somit wahrlich nichts zu
rütteln, im Gegenteil, die Scheibe rockt und brät von Anfang bis Ende
was das Teil heißt!! Und aufmachungstechnisch sieht's nicht anders
aus... so stellt das wunderbar zurechtgemachte Booklet nicht nur ein
stylsicheres Grusel Artwork zur Schau, sondern in seinem Inneren birgt
es u.a. auch noch sämtliche Texte; wobei selbiger von "Spiderbaby"
sogar in oberkultiger Comicform vorliegt!! Und auf der Disc befinden
sich neben den Songs auch noch die trashigen Videoclips zu "Powerless"
und "Mommy Made Luv 2 An Alien". Da macht nicht nur das Anhören, sondern
auch das Angucken wirklich jede Menge Spaß!! Einziger Minuspunkt ist die
doch arg knappe Spielzeit von nicht einmal 29 Minuten... 1-2 Songs mehr
wären da schon nicht verkehrt gewesen, um zumindest die magische halbe
Stunde zu knacken, denn so ist das Hörvergnügen -- so cool es auch ist
-- leider ein bisschen schnell wieder vorbei. Aber na ja, damit lässt
sich leben, denn wenn man die Scheibe das erste Mal durch hat, dann
spricht ja eigentlich nichts dagegen, sie einfach gleich noch mal
aufzulegen, oder!? Und glaubt mir, bei dem Hitpotential von packenden
Monsterhymnen wie "Heavy Metal", "Blue Skin" oder "Goodbye" wollt ihr
das auch ganz bestimmt!! Und falls ihr 'nen Plattenspieler daheim und
ein paar Euro extra im Portmonee habt, dann sichert euch doch gleich die
genial aufgemachte Gatefold Schallplatte in lila-farbigem Vinyl mit
Bonustrack!! So oder so solltet ihr das Debüt von Dr Chuck's X-Ward aber
keinesfalls missen, denn wenn euch des Doktors Schaffen bei den Misfits
schon zugesagt hat, dann gibt's garantiert keinen Grund, weshalb ihr
sein Wandeln auf Solopfaden nicht auch mächtig genial finden solltet!!
Also nichts wie ab zum Pathologen eures Vertrauen, der euch dann
hoffentlich schon alsbald euren höchsteigenen, horrorpunkigen
Totenschein ausstellt!! |