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Dass Ian Gillan einer der
begnadetsten Frontmänner der Rockgeschichte ist und dass er nicht nur
als Sänger der legendären Deep Purple und als Messias in "Jesus Christ
Superstar" eine super Figur abgegeben hat, sondern auch mit seiner
Soloband ordentlich Dampf machte, dazu sollte es unter Fans von fetziger
Mucke der härterer Gangart eigentlich keine zwei Meinungen geben. Doch
trotz der unbezweifelten Klasse seiner Songs und der schieren Genialität
seiner Stimme, bleibt bei diesem 1980 im schottischen Edinburgh
aufgenommenen Livemitschnitt ein etwas flaues Nebengefühl bestehen...
denn auch wenn die gesamte Spielzeit bei über 120 Minuten liegt, so
macht das eigentliche Herzstück der Disc, das Livekonzert, nicht mal ein
Viertel davon aus. Ja, richtig gehört, nach mageren 5 Songs und 25
Minuten laufen bereits die Credits über den Bildschirm und der Spaß hat
ein jähes Ende. Schade, das ist eindeutig zu kurz, vor allem in
Anbetracht dessen, dass das Konzert echt geil ist und mit Klassesongs
wie "Unchain your Brain", "Trouble" oder "Mutually Assured Destruction"
ein bluesiger Wahnsinnsrocker auf den nächsten folgt! Die Band, bei der
zu diesem Zeitpunkt u.a. der frühere Samson-Basser John McCoy und der
spätere Atomic Rooster-Klampfer Bernie Torme mitmischten, legt nicht nur
jede Menge handwerkliches Geschick an den Tag, sondern zeigt sich auch
super spielfreudig und der Meister höchst selbst, Mr. Ian Gillan, ist
nicht nur bestens bei Stimme, sondern auch während der Passagen, in
denen seine goldenen Stimmbänder nicht gefragt sind, kaum zu bremsen!
Denn selbst wenn die übrigen Mucker sich ausgiebigen Soli hingeben,
steht Herr Gillan nicht etwa gelangweilt daneben, nein, in solchen
Fällen greift er einfach mal so mir nichts, dir nichts zur Mundharmonika
oder zu den Bongos und steigt in den entfesselten Hard Rock Reigen
voller Elan mit ein! Oh man, hier wird echt mächtig Gas gegeben, zu blöd
das die ganze Sache schon so früh wieder vorbei ist, diese geile Show
hätte ruhig noch massig länger gehen können. Die restlichen anderthalb,
mit allerlei Bonusmaterial angereicherten Stunden kann man sich dann
zwar auch gut rein tun, ein längerer Konzertmitschnitt wär mir
persönlich aber doch um einiges lieber gewesen, da es halt nicht die
Interviews und Biographien sind, die man sich wieder und wieder ansieht,
sondern die Liveaufnahmen! Und selbst die raren, unter "Archive Footage"
verbuchten Videos zieht man sich - der eher dürftigen Qualität sei Dank
- eher interessehalber mal rein, als dass man sie sich immer wieder und
wieder angucken würde! Von daher bleibt dann trotz der tollem Musik, der
gekonnt gestalteten Menüs und der vielen Extras stets ein etwas bitterer
Beigeschmack übrig, dem sei Dank ich dann auch nur den wirklich
fanatischen Gillan-Freaks unter euch unbedingt zu dieser DVD anraten
möchte, während alle anderen lieber zweimal überlegen sollten, ob
ihnen eine halbe Stunde Konzert und anderthalben Stunden Bonusmaterial
den Vollpreis wirklich wert sind. |