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Achtundzwanzig
mal hat der atomar verstrahlte Riesensaurier Godzilla nun schon die
Kinoleinwand zum Beben gebracht. Sein letztes, "Final Wars" betiteltes
Abenteuer datiert bereits auf's Jahr 2005 zurück, da ich die zugehörige
DVD aber erst vor Kurzem in die Finger bekommen hab, hat's leider Gottes
bis heute gedauert, ehe ich mein Review zum Film zusammengekritzelt
bekommen hab... macht aber nichts, denn "Godzilla: Final Wars" ist
einfach ein super Streifen, dessen kunterbunte Effektpower und charmante
Umsetzung auch nach guten zwei Jahren noch voll und ganz zu begeistern
wissen.
Tiefgründige Charaktere, verschachtelte Personenkonstellationen,
intelligente Dialoge und einen anspruchsvollen Plot sucht man die
gesamten 120 Minuten lang zwar absolut vergebens, aber mal ehrlich, wer
legt auf solches Beiwerk auch schon ernsthaft wert, wenn er sich 'nen
Film über eine gigantische Monsterechse anschaut, die allerlei andere
Riesenmonster bekämpft und ganz nebenbei die Welt vor der Invasion der
unbarmherzigen X-Aliens rettet!?
Selbige sind nämlich mit ihrem Mutterschiff auf dem blauen Planeten
gelandet und haben es sich in den Kopf gesetzt, die Menschen zu
unterjochen und als Nutztiere zu halten. Die Drecksarbeit lassen sie
dabei von einer ganzen Armee an hochhaus-großen Ungeheuern, wie der
Riesenspinne Kumonga oder dem überdimensionalen Hummer Ebirah,
erledigen, die sie per Gedankenkontrolle steuern und die in Windeseile
selbst die größten Städte unserer Erde in heillose Trümmerhaufen
zerlegen.
Die Verteidiger des Planeten, die tapferen Krieger der Earth Defence
Force, haben der übermachtigen Technologie der außerirdischen Invasoren
wenig entgegenzusetzen und so begibt sich eine kleine Schar todesmutiger
Soldaten unter der Führung des bulligen Captain Gordon auf die beinahe
aussichtslose Mission, den letzten verbliebenen Trumpf der Menschheit
aus dem Ärmel zu zaubern: mit geballter Laserfeuerkraft wollen sie das
schrecklichste Monster aller Zeiten, den alles plättenden Godzilla, aus
dem eisigen Gefängnis in der Antarktis befreien, in welchem er seit
vielen Jahren eingeschlossen ist. Damals nämlich hat der arme
Riesenechse im Kampf mit der Earth Defense Force den Kürzeren gezogen
und ist in seine Gletscherspalte gefallen, wo er die nächsten paar Jahre
über tiefgefroren gefangen gehalten wurde.
Ihr könnt euch sicher denken, dass unser aller Lieblingssaurier nach
solch langer Gefangenschaft alles andere als gut gelaunt ist und
dementsprechend ruppig springt er dann auch mit den zahlreichen Monstern
um, die ihm von den X-Aliens in den Weg gestellt werden.
Klar, diese Story klingt jetzt nicht unbedingt Oscar-verdächtig, eines
jedoch ist sonnenklar: sie macht ungemein viel Laune und wurde von
Regisseur Ryuhei Kitamura und seiner Crew wirklich erstklassig in Szene
gesetzt!! Die ganze Zeit über gibt es atemberaubende Martial Arts-Szenen,
rasante Verfolgungsjagden und feurig-heiße Explosionen zu sehen, die zum
Teil wirklich beeindruckend umgesetzt sind, zum Teil aber auch ganz
bewusst trashig gehalten wurden.
Und gerade dieser Balanceakt zwischen hochmodernem Effektkino und
altbackenem B-Movie macht dann auch den besonderen Reiz von "Godzilla:
Final Wars" aus, denn hier wird in wirklich gekonnter und feinfühliger
Art und Weise der Charme der alten "Godzilla" Schinken aus den 50ern mit
der Tricktechnik des neuen Millenniums in Einklang gebracht, ohne dass
auf einer der beiden Seiten Abstriche gemacht werden müssen. Im einen
Augenblick noch bekommt man eine furiose Kampf- oder Verfolgungsszene zu
sehen, die auch aus einem Actionspektakel wie "Matrix" stehen könnte und
nur wenige Sekunden später sieht man einen Menschen im klobigen
Monsterkostüm durch eine Spielzeugstadt stampfen und Laserstrahlen aus
dem Mund schießen, die kaum echter aussehen als die Special Effects in "Kiss
& The Phantoms Of The Park"!!
Dennoch aber wirkt der Film nie zusammengeschustert oder unausgegoren,
sondern vielmehr ist den Machern hier das seltene Kunststück gelungen,
ein wahrhaft unterhaltsames Actionfeuerwerk zu erschaffen, dass trotz
eines gekonnt in Szene gesetzten Budgets von 20 Millionen Dollar seine
B-Movie Wurzeln niemals verrät und zu jeder Sekunde die
Liebenswürdigkeit eines kultigen Genrefilms beibehält.
Ein wirklich tolles Beispiel dafür ist z.B. auch meine persönliche
Lieblingsszene aus dem ganzen Streifen, in der wirklich alle Qualitäten
von "Godzilla: Final Wars" in allerbester Art und Weise ausgespielt
werden!! Wenn es nämlich Godzilla zugleich mit dem flinken Flugsaurier
Rodan, dem zotteligen Hundeviech King Caeser und dem stacheligen
Gürteltier Anguirus zu schaffen hat, gibt's nicht nur einen Fight der
absoluten Sonderklasse zu sehen, sondern es bleibt auch kein Auge
trocken... es ist einfach zu köstlich zu sehen, wie Godzilla und King
Caesar den zur Stachelkugel zusammengerollten Anguirus wie einen Fußball
hin und her katapultieren, während Rodan bereits ausgeknockt in der Ecke
schlummert!! Einfach nur göttlich, dieser furiose Kampf alleine
rechtfertigt schon den Kauf der ganzen DVD!!
"Godzilla: Final Wars" ist einfach ein gefundenes Fressen für jeden
Action-Freak!! Hier wird mehr Zeugs in die Luft gejagt als in allen
Jerry Bruckheimer-Filmen zusammen, hier wird sich ständig gekloppt und
beschossen und alle paar Minuten wird eine neue Großstadt von
irgendeinem riesigen Ungeheuer dem Erdboden gleichgemacht!! Der Film ist
rasant, kunterbunt, kurzweilig, unterhaltsam und ungemein charmant und
sympathisch!! Er nimmt sich selbst gerne auch mal selbst auf's Korn und,
was ich besonders wichtig finde, er verbeugt sich zu jeder Zeit tief vor
seinen legendären Vorgängern, die "Godzilla" zu dem gemacht haben, was
er heute ist: einem der (im wahrsten Sinne des Wortes) größten Monster
der Filmgeschichte!!
Einziger Kritikpunkt der mir vorliegenden "Single Disc Edition" ist das
Fehlen sämtlicher Extras, sowie der englischen Tonspur... hier wär es
eventuell doch lohnenswert, nach der "Special Edition" Doppel-DVD
Ausschau zu halten, da ich mir gut vorstellen kann, dass die darauf
enthaltenen Interviews, Making Ofs und Blicke hinter die Kulissen
wirklich mehr als sehenswert sind.
So oder so sollte aber letzten Endes immer noch der Film im Mittelpunkt
stehen und der ist sein Geld (und 120 Minuten eurer kostbaren Zeit)
wirklich mehr als wert!! Alle B-Movie-Fans, Fantasy-Anhänger,
Monsterfreunde und Actionfreaks unter euch müssen sich "Godzilla: Final
Wars" einfach anschauen... und wenn ihr's weshalb auch immer nicht tut,
dann wird die Riesenechse wohl demnächst mal bei euch zu Hause
vorbeischauen und ein ernstes Wörtchen mit euch brüllen, ähh reden!! ;) |