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Mal
ehrlich, wer steht nicht darauf, sich hin und wieder abends mal
gemütlich aufs Sofa zu lümmeln, ein gekühltes Bier aufzumachen und einen
herrlich trashigen Lowbudget-Horrorstreifen über den Fernsehschirm
flimmern zu lassen? Doch was, wenn man das Zuschauen satt hat und zur
Abwechslung auch mal selber mitmischen und sein Glück hinter der Kamera
versuchen möchte?
Wie man das gewagte Unterfangen, einen kultverdächtigen B-Movie zu
schreiben, zu drehen und letzten Endes auch zu vermarkten, am besten
angeht, das verrät uns der amerikanische Schriftsteller und Filmemacher
Greg Lamberson in seinem soeben erst bei McFarland veröffentlichten
Sachbuch "Cheap Scares!".
Und soviel ist sicher, der gute Mr. Lamberson weiß wovon er redet,
dürfte er den interessierten Horrorfreaks unter euch doch nicht nur als
Regisseur von Kultstreifen wie "Slime City" und "Undying Love" (aka "New
York Vampire") bekannt sein, sondern auch als Autor der Gruselromane
"Personal Demons" und "Johnny Gruesome", sowie als Betreiber der sehr
empfehlenswerten Horrorwebsite FearZone.com.
Trotz seiner zweifelsohne vorhandenen Referenzen hat sich Greg aber doch
entschlossen, seinen filmbegeisterten Lesern nicht etwa alleine mit Rat
und Tat zur Seite zu stehen, sondern im Falle von "Cheap Scares!"
vielmehr eine äußerst geniale und nicht unbedingt alltägliche
Herangehensweise zu verfolgen.
So hat er das Buch nämlich in der Art strukturiert, dass jedes Kapitel
einen Schritt der Filmproduktion abdeckt und während er auf den
folgenden 290 Seiten von den ersten groben Entwürfen bis zur
abschließenden Vermarktung des fertigen Streifens voranschreitet,
begleiten ihn stets neue Gesprächspartner aus der schillernden Welt des
Lowbudget-Films, die einer wie der andere als Experten auf den
bestimmten Gebieten gelten und ebenfalls mehr als gewillt sind, ihre
persönlichen Erfahrungen und Ratschläge an den Leser weiterzugeben. Die
Erfolge, die diese Leute im Zuge ihrer Karrieren verbuchen konnten,
finden dabei ebenso Berücksichtigung wie die Rückschläge, die sie zu
erleiden hatten, denn schließlich lernt man durch Fehler und falschen
Entscheidungen, die es in Zukunft zu vermeiden gilt, ebenso gut wie
durch Dinge, die auf Anhieb geklappt haben und sich als richtige
Schritte entpuppten.
Einem jeden Kapitel ist somit eine mehrseitige Einführung des Autors
vorangestellt, in welcher er den Gegenstand als solchen vorstellt und
seine Tipps und Kniffe verrät, und es endet dann mit einem Interview, in
dem Greg einem weiteren Fachmann auf den Zahn fühlt.
Wenn es beispielsweise ums Drehbuchschreiben geht, so führt Greg den
Leser zuerst selbst in kurzer, bündiger Art und Weise in das Thema ein
und bittet dann Robert Craig Sabin zu Wort, der nicht nur 1988 die
Hauptrolle in Greg's Splatterepos "Slime City" gespielt hatte, sondern
dessen preisgekrönte Skripte sich auch schon ihren Weg in die Hände der
Disney-Offiziellen und anderer Hollywood-Produzenten wiederfanden.
Rechtsfragen widerum diskutiert Greg mit Jerry Gold, einem renommierten
Anwalt aus der Unterhaltungsbranche, der u.a. auch "Basket
Case"-Schöpfer Frank Henenlotter zu seinen Klienten zählt, Tipps zum
gewinnbringenden Vertrieb eines Filmes lässt er sich von Stephen Biro
geben, der auf seinem Label Unearthed Films Kultklassiker wie "Frankenhooker"
und "Guinea Pig" zu DVD-Ehren verholfen hat und wenn es darum geht, wie
man sich ein angemessenes Budget sichert und welche weiteren Aufgaben
auf einen Produzenten zukommen, dann lässt er seinen ehemaligen
Filmhochschul-Dozenten Roy Frumkes aus dem Nähkästchen plaudern, dessen
Resümee als Producer u.a. solche Horrorperlen wie "Document Of The Dead"
und "Street Trash" beinhaltet.
Jeder der insgesamt 13 Gäste, die sich Greg Lamberson für dieses
ambitionierte Projekt mit ins Boot geholt hat, hat eine andere
Geschichte zu erzählen und jedes einzelne Interview ließt sich nicht nur
sehr unterhaltsam, sondern vor allem auch ist es randvoll gespickt mit
tonnenweise nützlichen Informationen, Ratschlägen und Tipps.
Ganz egal ob alte Hasen wie J.R. Bookwalter ("The Dead Next Door") und
Brett Piper ("A Nymphoid Barbarian In Dinosaur Hell") oder junge
Filmemacher wie Devi Snively ("Teenage Bikini Vampire") und Justin
Channell ("Die And Let Live"), sie alle haben mehr als nur ein paar
hilfreiche Worte für alle diejenigen Leute parat, die das Filmemachen
als festen Bestandteil ihrer Zukunft eingeplant haben--sei es nur als
Hobby oder gar als zukünftige Berufswahl.
Und selbst für Routiniers, die schon einiges an Erfahrung im
Filmbusiness sammeln konnten, dürfte "Cheap Scares!" immer noch
allerhand nützliche Informationen und spannende Inhalte bereithalten.
Ohne falsche Versprechungen zu machen oder über die Tatsache
hinwegzusehen, dass man als Lowbudget-Filmemacher dieser Tage wohl eher
im Schuldturm als in einer prunkvollen Villa enden wird, schafft es Greg
Lamberson doch, auf jeder einzelnen Seite von "Cheap Scares!" einen
ungemein inspirierenden und bejahenden Grundton mitschwingen zu lassen,
der einen förmlich dazu animiert, am besten noch heute die
Vorbereitungen für den eigenen Filmdreh in Angriff nehmen zu wollen.
Also nichts wie ran an den Speck: Lest "Cheap Scares!", schmeißt ein
Tape in die Kamera, nehmt im Regiestuhl Platz und lasst die Dreharbeiten
zu eurem eigenen kleinen B-Movie Juwel mit einem schallenden "Action!"-Ruf
beginnen!! |