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Wen
ruft man, wenn ein paar unvorsichtige Jugendliche versehentlich den
Geist eines jahrhundertealten chinesischen Kriegsgottes freigesetzt
haben und selbiger nun damit droht, furchtbare Rache zu nehmen und das
gesamte Dorf, in diesem Fall die kleine, amerikanische
Goldgräber-Gemeinde Gold Lick, auf bestialische Art und Weise um die
Ecke zu bringen? Das FBI? Die Nationalgarde? Einen Exorzisten? Oder
vielleicht doch lieber einen außerhalb von Recht und Gesetz agierenden
Schlägertrupp?
Weit gefehlt! Der einzige Mensch, der einem jetzt noch helfen kann, ist
natürlich Bruce Campbell, hat selbiger doch in unzähligen B-Movies
seinen Mann gestanden und es im Laufe seiner Karriere mit so ziemlich
jedem nur erdenklichen Ungetüm und Übeltäter aufgenommen. Den fiesen
Zombies in "Evil Dead" hat er eine deftige Abreibung verpasst, der
garstigen Mumie in "Bubba Ho-Tep" hat er Beine gemacht und selbst die
fürchterlichen "Cave Aliens" hatten gegen Bruce Campbell nicht den Hauch
einer Chance.
Blöd nur, dass der schillernde Leinwandheld fernab der Kamera alles
andere als edelmütig und ritterlich daher kommt und so entpuppt sich der
großartige Retter bei genauerem Hinsehen schnell als aufgeblasener,
machohafter Prolet, der zwar gerne große Töne spuckt, beim wirklichen
Aufeinandertreffen mit dem chinesischen Todesdämon Guan-Di dann aber
ganz schnell die Beine in die Hand nimmt und die hilflosen Dorfbewohner
alleine zurück lässt...
Ob Bruce letzten Endes aber doch noch über sich hinauswachsen und sich
seinem Schicksal stellen kann oder ob er lieber dabei bleibt, seine
Feigheit in billigem Fusel zu ertränken und seine Unbeholfenheit mit
plumpen Macho-Sprüchen zu kaschieren, das soll an dieser Stelle nicht
verraten werden, denn dann wäre dem schlichtweg genialen neuen Bruce
Campbell-Streifen "My Name Is Bruce" ja schon ein großes Stück an
Spannung genommen...
So hingegen müsst ihr euch diesen zum waschechten Kultfilm
prädestinierten Film schon selber ausleihen (seit letztem Dienstag
wartet die DVD in den Videotheken auf euch), aber glaub mir, es lohnt
sich auf alle Fälle, erwartet euch hier doch ein urkomisches und vom
Regisseur und Hauptdarsteller Bruce Campbell mit herrlich viel
Selbstironie in Szene gesetztes B-Movie Feuerwerk allererster Güte, bei
dem man wirklich aufpassen muss, dass man sich vor lauter Lachen nicht
das Zwerchfell zerrt oder blaue Flecke auf die Oberschenkel klatscht.
Die im Minutentakt rausgehauenen Gags treffen nämlich bei "My Name Is
Bruce" ohne Ausnahme ins Schwarze und man kommt teilweise kaum noch zum
Luftholen... ganz egal ob es sich dabei nun um saucoole Oneliner (z.B.
"A milf is a milf."), völlig bekloppte Slapstick-Einlagen (z.B. der
Tanzabend in der Dorfkneipe), geniale Cameos (u.a. von Ted Raimi und
Ellen Sandweiss) oder kultige Verweise auf Bruce Campbell's Klassiker
aus den 80ern (z.B. die Kettensäge aus "Evil Dead") handelt, hier ist
jeder Joke ein absoluter Volltreffer.
Und trotz der FSK16 Freigabe müssen auch Splatterfreunde nicht in die
Röhre gucken, denn auch wenn der Film jetzt nicht unbedingt megablutig
daherkommt, so weiß der genial-trashige Bösewicht Guan-Di mit seiner
Hellebarde doch sehr geschickt und zielsicher umzugehen, so dass wir uns
über abgehackte Hände, abgetrennte Köpfe und aufgeschlitzte Kehlen
ebenso freuen dürfen wie über die obligatorischen, gegen die Wände
klatschenden Blutspritzer.
Die einzelnen Darsteller legen ebenfalls durch die Bank sehr gute und
bestens zum augenzwinkernden Geist des Films passende Performances hin
und neben einem bestens aufgelegten Bruce Campbell wissen vor allem auch
Grace Thorsen als toughe Schönheit vom Lande und Taylor Sharpe als ihr
leicht verpeilter Sohn auf ganzer Linie zu überzeugen.
Hier stimmt einfach alles und es ist nicht übertrieben, wenn ich sage,
dass "My Name Is Bruce" wirklich einer der witzigsten und
unterhaltsamsten Filme ist, die ich seit Langem gesehen habe. Hier haben
wir wahrlich einen perfekten Partyfilm für alle eingefleischten Bruce
Campbell-Jünger vorliegen und wer den kultigen Mimen mit dem prominenten
Kinn bisher weshalb auch immer noch nicht zu seinen Idolen zählt, der
wird dies spätestens nach dem Gucken dieses Streifens in Windeseile
ändern. Denn eines ist todsicher: "My Name Is Bruce" ist von der ersten
bis zur letzten Minute einfach nur tierisch groovy, Baby!! |