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"Pervert!",
das Featuredebüt des aufstrebenden Regisseurs Jonathan Yudis, trägt
seinen Namen zu recht... absolut zu recht!! Denn wenn dieser Film eines
ganz sicher nicht ist, dann ist es handzahm, zugeknöpft und verklemmt!!
Von wegen, hier erwartet uns vielmehr ein schmutziges, respektloses
Trash-Feuerwerk in bester Russ Meyer-Tradition und wer von drallen
Sexbomben, kauzigen Hinterwäldlern, martialischem Blutvergießen und
stets unterhalb der Gürtellinie angesiedeltem Humor einfach nicht genug
bekommen kann, der ist bei "Pervert!" garantiert an der richtigen
Adresse!!
Die (zugegebenermaßen ziemlich sinnfreie) Story dieses derben
Lowbudget-Knallers entführt uns mitten in die staubige, amerikanische
Prärie, wo der unbeholfene College-Student James seinen schrulligen
Vater Hezekiah besucht, um beim gemeinschaftlichen Arbeiten auf dessen
Ranch die zerrüttete Papa-Sohn-Beziehung wieder auf Vordermann zu
bringen. Da der alte Hezekiah jedoch eine ausgesprochene Vorliebe für
vollbusige und sexuell aktive Miezen hat, die in seinem Haus ein- und
auszugehen scheinen wie in einer Bahnhofshalle, ist der Ärger quasi
vorprogrammiert. Denn aus welchem Grund auch immer fühlen sich alle von
Hezekiah's jungen Gespielinnen beinahe magisch zu dessen Sohn
hingezogen, so dass sich der gute James vor aufreizenden Anmachen und
eindeutigen Anspielungen kaum noch retten kann... und da das Fleisch ja
bekanntlich schwach ist, kommt es wie es kommen muss und er landet
früher oder später mit einer jeden Lebensabschnittsgefährtin seines
alten Herrn in der Kiste (oder, wie es sich für echte Hinterwäldler
gehört, auf der Ladefläche eines Pickup Trucks).
So weit, so gut... richtig böse wird das Ganze jedoch erst, als die
kontaktfreudigen Damen eine nach der anderen einen blutigen Tod finden,
worauf James natürlich gleich seinen eifersüchtigen Vater unter Verdacht
hat. Ob der alte Ezekiah wirklich ein blutrünstiger Schlächter ist oder
ob der Ursprung des ganzen Mord und Totschlags doch eher bei dem
finstren Voodoo-Fluch zu finden ist, mit dem James einst belegt
wurde, dass erfahren wir erst beim großen Showdown in der Wüste, der
nicht nur platter und bescheuerter kaum sein könnte, sondern der uns
auch endlich einen langersehnten Blick auf eines der schrecklichsten
Monster der Filmgeschichte erhaschen lässt!!
Bei der filmischen Umsetzung von "Pervert!" haben sich Jonathan Yudis
und seine Crew von ihrem mikroskopisch kleinen Budget (im Making Of war
von 50.000 Dollar die Rede) keineswegs abschrecken lassen, sondern
vielmehr haben sie das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht und einen
wirklich unterhaltsamen und charmanten Trashfilm auf Celluloid gebannt,
wie er jeden Russ Meyer-, Lloyd Kaufman- und Fred Olen Ray-Fan mit
Sicherheit mit den Ohren schlackern lässt. Seriosität und
Ernsthaftigkeit sucht man hier die ganzen 80 Minuten lang absolut
vergebens, dafür aber lassen die prall bestückten Hauptdarstellerinnen
(allen voran der bezaubernde Erwachsenenunterhaltungs-Star Mary Carey)
so ziemlich jede geheime Männerfantasie wahr werden und sparen wirklich
keine Gelegenheit aus, um die Hüllen fallen zu lassen und uns ein paar
ausschweifende Blicke auf ihre beiden schlagkräftigsten Argumente zu
gewähren.
Die stilechten Kulissen, die stimmigen Kostüme und die schrillen Farben
geben "Pervert!" dabei außerdem einen kultigen 70s Touch und die ulkigen
Soundeffekte untermalen das verrückte Treiben in kultigster
Comic-Manier!! Dass die Geschichte an sich ziemlich bekloppt ist und vor
Handlungslöchern und Ungereimtheiten nur so strotzt, dass die
bescheuerten Aktionen und Entscheidungen der Akteure oftmals einfach
keinen Sinn ergeben, dass die Special Effects in etwa so realistisch
aussehen wie in einem uralten Godzilla-Streifen und dass man sich beim
Ansehen von "Pervert!" ganz allgemein auch fast schon im Minutentakt am
Kopf kratzt und fragt, was zum Teufel man sich hier eigentlich für einen
Schwachsinn reinzieht, das alles dürfte der kampferprobte B-Movie-Freak
mit Sicherheit eher unter "Pros" als unter "Cons" verbuchen...
Wie ihr euch mit Sicherheit inzwischen schon denken könnt, so ist "Pervert!"
ganz bestimmt kein Film für anspruchsvolle Kinogänger, hochtrabende
Gehirnakrobaten und stocksteife Political Correctness-Jünger. Nein, hier
erwartet uns vielmehr ein provokantes, sexistisches, ja geradewegs
obszönes Nonsens-Feuerwerk der untersten Schublade, für das wir wirklich
den Kulturbanausen in uns nach außen kehren müssen, um beim Ansehen
nicht vollends den Verstand zu verlieren!!
Also schnell noch die neuste Ausgabe vom "Playboy" provokant auf dem
Fernsehtisch platziert, ein Sechserträger Dosenbier von der Tanke geholt
und die Energieversorgung im Oberstübchen auf Sparflamme gedreht und
schon kann die Lachmuskel strapazierende Achterbahnfahrt durch Jonathan
Yudis' schwachsinnig-liebenswerte Welt von Flachwitzen, Sex, Gewalt,
Fleisch, Blut und noch mehr Sex beginnen!! |