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¬ Procession "The Cult Of Disease"

Rubrik:
Format: 
Spielzeit: 
Release: 
Label:  
Style: 
Land: 
Neuerscheinung
LP
46:00 Minuten
2009
Iron Kodex
Doom Metal

Chile
Songs:
Raven Of Disease ; Like A Plague Upon The Earth ; The Funeral Of An Age ; Down The River Of Corpses ; The Road To The Gravegarden ; Incinerate

Wenn es um Chile geht, dann denkt der kulturell und politisch eher weniger interessierte Mitteleuropäer in erster Linie vielleicht an putzige Chinchillas, die 1962er Weltmeisterschaft im Fußball und die gewaltigen Steinstatuen auf der Osterinsel. Dass der im Südwesten des südamerikanischen Kontinents gelegene Küstenstaat jedoch auch als Brutstätte genialsten Underground Heavy Metals von sich Reden macht, dass hätten bis vor kurzem wohl nur die Wenigsten gedacht.
Nun aber haben die drei Doom Metal-Hohepriester von Procession mit "The Cult Of Disease" ihr epochales Debütalbum am Start und machen damit unmissverständlich klar, dass den Chilenen so schnell keiner etwas vormacht, wenn es darum geht, brachiale Lavawalzen mit schierer Urgewalt durch die Boxen zu jagen.
Monströs, bedrohlich und absolut unaufhaltbar lässt das unheilige Dreigespann seine von Düsternis geschwängerten Doom-Hymnen erklingen und legt dabei eine Intensität an den Tag, wie man sie nur selten zu hören bekommt. Mal kriechen die Songs förmlich vor sich hin wie ein todgeweihter Pestkranker, der mit letzter Kraft  versucht, dem Unheil bringenden "Raven Of Disease" zu entfliehen, der hoch über ihm am Himmel seine Kreise zieht. Und dann wieder schreiten Procession schnelleren, aber nicht minder gewaltigen Schrittes voran, so z.B. wenn sie dem siechenden Fluss der Leichen folgen ("Down The River Of Corpses") oder den steinigen Weg zum Friedhof entlang wandern ("The Road To The Gravegarden"), wo die verrotteten Gebeine der armen Seelen begraben liegen, die tatenlos mit ansehen mussten, wie ein ganzes Zeitalter vor ihren Augen zu Grabe getragen wurde ("The Funeral Of An Age").
Wahrlich! Schwärzer und hoffnungsloser kann man traditionellen Doom Metal gar nicht spielen. Hier ragt jeder einzelne Song wie ein ehrfürchtiges Mahnmal in den von dunklen Wolken bedeckten Himmel empor und jede Note durchfährt den Körper des Hörers wie ein wuchtig herabsausendes Fallbeil. Und dann wäre da noch der voller Hingabe dargebotene Gesang Felipe Plazas, der gleich einem manischen Propheten aus vollster Kehle das Ende aller Tage verkündet. Glaubt mir, wenn Procession mit ganzer Wucht in die Saiten greifen und ihren urwüchsigen Doom Metal zelebrieren, dann könnt ihr vor eurem geistigen Auge förmlich sehen, wie die vier Reiter der Apokalypse auf ihren knochigen Rössern durchs Land preschen und ringsum die Erde vom Höllenfeuer vertilgt wird.
Somit dürfte dann auch unmissverständlich klar sein, dass alle treu ergebenen Jünger von unbeugsamen Doom Metal-Königen wie The Gates Of Slumber, Count Raven und Reverend Bizarre gar keine andere Wahl haben, als Procession in die Riege ihrer unheilvollen Ikonen aufzunehmen und mit hingebungsvoll gesenktem Haupt dem fauligen "Cult Of Disease" beizutreten!

Homepage: www.ironkodex.de (Label)
Email: ironkodex@aol.com (Label)

95% by Tobi (01.05.2009)

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