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"And The Dead Shall Rise", das
1986er Debütalbum der texanischen Horror Metal-Legende Ripper, ist für
mich neben Warfare's sträflichst unterbewerteter "Hammer Horror" LP und
Death SS' markerschütternder Schreckens-Symphonie "In Death Of Steve
Sylvester" einer der ganz großen Meilensteine des Gruselmetal-Genres
überhaupt!
Somit war der Nachfolger zu diesem ungemein düsteren, stimmungsvollen
und geradezu teuflischen 80s Metal-Klassiker auch eines der Alben, die
von mir in den letzten Jahren am sehnlichsten erwartet wurden. Und
nachdem der Releasetermin immer wieder verschoben wurde, war es dann vor
wenigen Wochen endlich so weit und 23 endlose Jahre nach der
Veröffentlichung von "And The Dead Shall Rise" sind Ripper letztlich
doch von den Toten zurückgekehrt, um ihre metallene Mission
fortzusetzen: "The Dead Have Rizen"... passender hätte der Titel der
neusten Schreckenstat des Rippers wirklich nicht ausfallen können!
Die untote Bande um den charismatischen Chef-Totengräber Rob Graves
zeigt auf ihrem zweiten Machwerk nämlich mehr als deutlich, dass bei
ihnen auch nach fast zweieinhalb Jahrzehnten unter der Erde noch
keinesfalls die Totenstarre eingesetzt hat.
Nachdem das schaurige Intro "The Grave" gleich zu Beginn bedrohliche
Nebelschwaden aufziehen lässt und uns so schon mal in die richtige
Stimmung versetzt, drücken Ripper mit dem thrashigen "Hemicidal" das
Gaspedal ordentlich durch und tischen uns dann mit dem schleppenden
"Driller" eine nicht zu stoppende Abrissebirne und mit dem mächtigen "US
Tank" einen pfundschweren Stampfer auf.
Und auch das irre Instrumental "The Tall Man", welches dem legendären "Phantasm"-Bösewicht
gewidmet ist, sowie die hitverdächtige Hymne "66AngelEyez" und das
mächtige Kiss-Cover "God of Thunder" sollten keinesfalls unerwähnt
bleiben, stellen sie doch zwei weitere Highlights dieser durchweg
erstklassigen CD dar.
Der Ripper'sche Heavy Metal des neuen Millenniums ist nach wie vor stark
von den Shock Rock-Größen der 70er und 80er Jahre, wie z.B. Kiss und
Alice Cooper, inspiriert, gleichzeitig kleiden Rob Graves und seine
Mitstreiter ihre fantastisch-fiesen Kompositionen aber auch in ein
zeitgemäßes Klangkostüm und schlagen so gekonnt die Brücke zwischen
Vergangenheit und Moderne, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen oder dem
klassischen Ripper-Sound untreu zu werden.
Knallharte Heavyness, einprägsame Melodien, brachiale Riffs, schnittige
Soli und dämonische Keyboard- und Orgelteppiche prallen hier mit
unfassbarer Wucht aufeinander und erzeugen einen unterkühlten,
übermannenden und einfach nur wahnsinnigen Horror Metal-Sound, der einem
mit seiner schieren Intensität förmlich die Luft zum Atmen raubt und das
Blut in den Adern gefrieren lässt.
Und auch textlich schöpft die Band auf "The Dead Have Rizen" einmal mehr
aus den Vollen und so dürfen wir uns beim Anhören dieses Albums auf eine
ganze Reihe an grotesk-genialen Horror Geschichten freuen.
"Hemicidal" lässt uns Zeuge werden, wie ein mordlüsterner
Killer-Sportwagen auf Amok-Fahrt geht, "66AngelEyez" erzählt die
Geschichte einer gleichermaßen verführerischen wie todbringenden
Vampirella und "Driller" entpuppt sich als schonungslose Konfrontation
mit einem der klassischen Bösewichte des Slasher-Films, dem sadistischen
Driller Killer". Klare Sache, Freunde des Makabren, Düsteren und
Obskuren kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.
Ganz klar, "The Dead Have Rizen" ist eines der einzigartigsten,
härtesten und düstersten Metalalben der letzten Jahre und schon jetzt
ein kleiner Meilenstein des Horror-Genres. Natürlich klingen Ripper anno
2009 nicht mehr haargenau so wie Mitte der 80er, ich persönlich finde
die Mucke des neuen Albums jedoch keinen Deut schlechter als die
pechschwarzen Klassiker der irrwitzigen "And The Dead Shall Rise" LP.
Das einzige, was mir auf dem Debüt doch einen Tick besser gefallen
hatte, ist die Tatsache, dass damals jedes einzelne Bandmitglied einmal
die Leadvocals übernommen hatte, wohingegen auf "The Dead Have Rizen"
Rob Graves für sämtliche Gesänge alleine zuständig ist. Wirklich schlimm
ist das natürlich nicht, zumal Rob eh schon immer mein Lieblingssänger
bei Ripper war und die von ihm intonierten Gruselhymnen wie "Sinister
Minister" und "Halloween" meine absoluten Favoriten des Band-Oeuvres
darstellen, trotzdem hätte aber nichts dagegen gehabt, wenn Ripper
dieses kultige Stilmittel beibehalten hätten und ganz in der Tradition
von Rockgrößen wie Kiss, Queen und Styx jedes Bandmitglied einmal das
Mikro in die Hand genommen hätte.
Aber das ist, wie gesagt, nur ein klitzekleiner Kritikpunkt, der
keinesfalls davon ablenken soll, dass "The Dead Have Rizen" ein durchweg
grandioses Album geworden ist, das nicht nur die triumphale Rückkehr
einer der größten Texas Metal-Legenden überhaupt markiert, sondern von
dem ich auch jetzt schon weiß, dass es am Jahresende ganz oben in meiner
Bestenliste stehen wird.
In diesem Sinne: "Tell the world our time has come / We've gone to war /
Texaz steel will shake the ground / Death to the core / Burning out the
underworld / Strip clean the land / No more rotting in the grave / No
drowning in the sand"!! |