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¬ Ripper "The Dead Have Rizen"

Rubrik:
Format: 
Spielzeit: 
Release: 
Label:  
Style: 
Land: 
Neuerscheinung
CD
48:17 Minuten
2009
Black Widow
Horror Metal
USA
Songs:
The Grave (INTRO) ; Hemicidal ; Driller ; 66AngelEyez ; US Tank ; Love Me To Death ; The Tall Man ; God Of Thunder (KISS-Cover) ; In The Raw ; Dark Dominion (OUTRO)

"And The Dead Shall Rise", das 1986er Debütalbum der texanischen Horror Metal-Legende Ripper, ist für mich neben Warfare's sträflichst unterbewerteter "Hammer Horror" LP und Death SS' markerschütternder Schreckens-Symphonie "In Death Of Steve Sylvester" einer der ganz großen Meilensteine des Gruselmetal-Genres überhaupt!
Somit war der Nachfolger zu diesem ungemein düsteren, stimmungsvollen und geradezu teuflischen 80s Metal-Klassiker auch eines der Alben, die von mir in den letzten Jahren am sehnlichsten erwartet wurden. Und nachdem der Releasetermin immer wieder verschoben wurde, war es dann vor wenigen Wochen endlich so weit und 23 endlose Jahre nach der Veröffentlichung von "And The Dead Shall Rise" sind Ripper letztlich doch von den Toten zurückgekehrt, um ihre metallene Mission fortzusetzen: "The Dead Have Rizen"... passender hätte der Titel der neusten Schreckenstat des Rippers wirklich nicht ausfallen können!
Die untote Bande um den charismatischen Chef-Totengräber Rob Graves zeigt auf ihrem zweiten Machwerk nämlich mehr als deutlich, dass bei ihnen auch nach fast zweieinhalb Jahrzehnten unter der Erde noch keinesfalls die Totenstarre eingesetzt hat.
Nachdem das schaurige Intro "The Grave" gleich zu Beginn bedrohliche Nebelschwaden aufziehen lässt und uns so schon mal in die richtige Stimmung versetzt, drücken Ripper mit dem thrashigen "Hemicidal" das Gaspedal ordentlich durch und tischen uns dann mit dem schleppenden "Driller" eine nicht zu stoppende Abrissebirne und mit dem mächtigen "US Tank" einen pfundschweren Stampfer auf.
Und auch das irre Instrumental "The Tall Man", welches dem legendären "Phantasm"-Bösewicht gewidmet ist, sowie die hitverdächtige Hymne "66AngelEyez" und das mächtige Kiss-Cover "God of Thunder" sollten keinesfalls unerwähnt bleiben, stellen sie doch zwei weitere Highlights dieser durchweg erstklassigen CD dar.
Der Ripper'sche Heavy Metal des neuen Millenniums ist nach wie vor stark von den Shock Rock-Größen der 70er und 80er Jahre, wie z.B. Kiss und Alice Cooper, inspiriert, gleichzeitig kleiden Rob Graves und seine Mitstreiter ihre fantastisch-fiesen Kompositionen aber auch in ein zeitgemäßes Klangkostüm und schlagen so gekonnt die Brücke zwischen Vergangenheit und Moderne, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen oder dem klassischen Ripper-Sound untreu zu werden.
Knallharte Heavyness, einprägsame Melodien, brachiale Riffs, schnittige Soli und dämonische Keyboard- und Orgelteppiche prallen hier mit unfassbarer Wucht aufeinander und erzeugen einen unterkühlten, übermannenden und einfach nur wahnsinnigen Horror Metal-Sound, der einem mit seiner schieren Intensität förmlich die Luft zum Atmen raubt und das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Und auch textlich schöpft die Band auf "The Dead Have Rizen" einmal mehr aus den Vollen und so dürfen wir uns beim Anhören dieses Albums auf eine ganze Reihe an grotesk-genialen Horror Geschichten freuen.
"Hemicidal" lässt uns Zeuge werden, wie ein mordlüsterner Killer-Sportwagen auf Amok-Fahrt geht, "66AngelEyez" erzählt die Geschichte einer gleichermaßen verführerischen wie todbringenden Vampirella und "Driller" entpuppt sich als schonungslose Konfrontation mit einem der klassischen Bösewichte des Slasher-Films, dem sadistischen Driller Killer". Klare Sache, Freunde des Makabren, Düsteren und Obskuren kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.
Ganz klar, "The Dead Have Rizen" ist eines der einzigartigsten, härtesten und düstersten Metalalben der letzten Jahre und schon jetzt ein kleiner Meilenstein des Horror-Genres. Natürlich klingen Ripper anno 2009 nicht mehr haargenau so wie Mitte der 80er, ich persönlich finde die Mucke des neuen Albums jedoch keinen Deut schlechter als die pechschwarzen Klassiker der irrwitzigen "And The Dead Shall Rise" LP. 
Das einzige, was mir auf dem Debüt doch einen Tick besser gefallen hatte, ist die Tatsache, dass damals jedes einzelne Bandmitglied einmal die Leadvocals übernommen hatte, wohingegen auf "The Dead Have Rizen" Rob Graves für sämtliche Gesänge alleine zuständig ist. Wirklich schlimm ist das natürlich nicht, zumal Rob eh schon immer mein Lieblingssänger bei Ripper war und die von ihm intonierten Gruselhymnen wie "Sinister Minister" und "Halloween" meine absoluten Favoriten des Band-Oeuvres darstellen, trotzdem hätte aber nichts dagegen gehabt, wenn Ripper dieses kultige Stilmittel beibehalten hätten und ganz in der Tradition von Rockgrößen wie Kiss, Queen und Styx jedes Bandmitglied einmal das Mikro in die Hand genommen hätte.
Aber das ist, wie gesagt, nur ein klitzekleiner Kritikpunkt, der keinesfalls davon ablenken soll, dass "The Dead Have Rizen" ein durchweg grandioses Album geworden ist, das nicht nur die triumphale Rückkehr einer der größten Texas Metal-Legenden überhaupt markiert, sondern von dem ich auch jetzt schon weiß, dass es am Jahresende ganz oben in meiner Bestenliste stehen wird.
In diesem Sinne: "Tell the world our time has come / We've gone to war / Texaz steel will shake the ground / Death to the core / Burning out the underworld / Strip clean the land / No more rotting in the grave / No drowning in the sand"!!

Homepage: www.ripperrizen.com (Homepage) ; www.myspace.com/tombztonerizen (MySpace) ; www.blackwidow.it (Label)

94% by Tobi (01.03.2009)

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