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Musiker,
die auf Bandfotos T-Shirts von Kultbands wie Ram oder Bathory tragen,
haben bei mir eh immer schon einen ordentlichen Stein im Brett. Und wenn
sie dann auch noch so coole Oldschool Mucke spielen wie die Dänen von
Serpent Saints, dann ist eh alles geritzt.
Ganz in der Tradition von grotesk-verrückten Landsmännern wie King
Diamond, Denial Of God und Evil haben sich die fünf unheiligen Gestalten
aus Fredericia nämlich auch mit Haut und Haar dem Horror Metal
verschrieben und ihre Seelen dem God Of Thunder & Rock'n'Roll
verpfändet.
Wenn die Serpent Saints die Bühne betreten, dann verwandelt sich selbige
in ein gespenstisch ausstaffiertes Gruselkabinett, das sich
sicherlich auch gut als Set eines alten Hammer Horror-Films machen würde
und die Musiker selber, die auf schaurige Pseudonyme wie Martin Impaler
oder Ryan D'Molisher hören, erinnern in ihrer pechschwarzen,
nietenbehangenen Lederkluft an eine Horde wilder Heavy Metal-Dämonen,
die eine unheilige Teufelsmesse abhalten.
In bester Iron Maiden-Manier lassen sie ihre Twin Guitars aufheulen und
schmieden einen dunklen, fiesen Classic Metal-Sound mit vielen Anleihen
an die NWOBHM und den Euro Metal der 80er. Okkulte Briten Metal-Acts wie
Angel Witch, Cloven Hoof und Witchfinder General gehören sicherlich
ebenso zu den Faves der Serpent Saints wie zentraleuropäische
Monstertruppen wie Mercyful Fate, Witchcross und Living Death. Und auch
die kultigsten US Horror Metal-Geschwader wie Halloween, Ripper und
Hallows Eve lassen sich aus dem Sound der fünf Dänen heraushören.
Zu der entfesselten, messerscharfen Mucke gesellt sich als i-Tüpfelchen
Sänger Therapist, dessen schnoddrige Stimme mich etwas an solch illustre
Frontmänner wie King Fowley von October 31, Brian Thomas von Halloween
oder Rotten T. Rod von Knightmare II erinnert.
Es wird sicherlich einige Fans geben, denen die rotzigen Vocals eine
Nummer zu kauzig sein werden, meiner Meinung nach passen sie aber zu der
Musik von Serpent Saints wie die in schwarze Lederhandschuhe gekleideten
Killerhände um den blassen Schwanenhals der todgeweihten Jungfrau.
Freunde des Düsteren, Gruseligen und Makaberen sollten sich den Namen
Serpent Saints also definitiv schon mal vormerken, haben wir es
hier doch mit einer wirklich starken und ungemein kultigen Newcomer
Truppe zu tun, die den bösen Geist des Horror Metals förmlich lebt und
mit jedem Atemzug nach außen trägt.
Die hier vorliegende MCD ist übrigens nur zu Promozwecken verteilt
worden, der überschwänglichen Reaktionen sei Dank hat die Band aber
inzwischen einen Deal mit Stormspell Records landen können, so dass "Leather
Lucifer" nun auch ganz regulär im Handel erhältlich sein dürfte. Und
glaubt mir, es ist besser, ihr sichert euch diese Scheibe alsbald, denn
wenn nicht, dann kommt euch der "Leather Lucifer" holen und wenn ihr
dann mit leeren Händen dasteht, dann habt ihr wahrlich schlechte
Karten... |