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Im
letzten Jahr konnten die drei jungen Finnen von The Wandering Midget ja
schon mächtig mit "I Am The Gate", dem offiziellen CD Release ihrer
ersten beiden Demos, punkten, nun folgt mit "The Serpent Coven" ihr
erstes richtiges Studioalbum und schnell wird klar, dass das frostige
Trio mit dem tonnenschweren Sound in den vergangenen Wochen und Monaten
keineswegs auf der faulen Haut gelegen hat.
Vielmehr ist es der Band nämlich wirklich gelungen, den ohnehin schon
erstklassigen Eindruck von "I Am The Gate" noch zu überbieten und sich
in so gut wie allen Belangen noch einmal zu steigern. Samuel Wormius'
kraftvolle Vocals klingen auf "The Serpent Coven" noch eindringlicher,
die durchweg überlangen Songs haben noch mehr Durchschlagskraft und
Langzeitwirkung und auch in Punkto Zusammenspiel scheinen die drei Gnome
auf Wanderschaft besser aufeinander abgestimmt zu sein denn je.
Natürlich lassen sich auch im Jahre 2008 die Reverend Bizarre-Einsflüsse
im Sound von The Wandering Midget alles andere als leugnen, doch soll
dies keinesfalls ein Kritikpunkt sein, denn zum einen hat nun mal kaum
eine andere Band das Doom-Genre in den letzten Jahren derart geprägt und
auf den Kopf gestellt wie ebenjene Reverend Bizarre und zum anderen
bringen The Wandering Midget in ihren eindringlichen, schwermütigen
Kompositionen auch stets genügend eigene Ideen und Ansätze unter um zu
jeder Sekunde weit davon entfernt zu sein, als bloßer Clone zu gelten.
Die unheilvollen Riff-Walzen vom Schlage eines "Taynia" oder "The Thing
From The Black Reef" sind einfach zu packend, zu überwältigend und
schlichtweg zu gut, als dass man als überzeugter Anhänger von
episch-brachialen Lavasounds an ihnen irgendetwas zu bemäkeln hätte.
Und dann wäre da natürlich noch das absolute Highlight der Platte, der
einfach nur überirdische Rausschmeißer und Titeltrack "The Serpent Coven",
der ganz eindeutig zu den besten Doom Metal-Songs gehört, die ich seit
Langem gehört habe. Nachdem sich zu Anfang treibende Riffs, schleppende
Rhythmen und hypnotische Gesänge die Klinke in die Hand geben, folgt zur
Mitte hin ein absolut genialer Uptempo-Part, der wie die Schockwelle
einer Atombombe über den Hörer hinweg fegt und nichts als verbrannte
Erde zurücklasst. Hier bleibt wirklich kein Stein auf dem anderen und
man spürt förmlich, wie sich der Boden unter einem auftut und die
gesamte Welt in sich zusammenbricht. Endzeitatmosphäre pur, die in dem
apokalyptischen Schlusspart ihr furioses Finale findet. Wer bei diesem
wahrhaftigen Monster von einem Doom Metal-Song nicht voller Ehrfurcht in
die Knie sinkt, dem könnte wahrscheinlich auch ein wutschnaubender
Godzilla einen Mordshieb mit der Pranke versetzen, ohne dass er es
überhaupt mitkriegt...
Was bleibt also noch zu sagen? Nicht mehr viel, außer natürlich: Legt
euch dieses Album zu, tretet dem Schlangenkult bei und huldigt The
Wandering Midget ohne Unterlass!! |