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¬ Unleashed "Midvinterblot"

Rubrik:
Format: 
Spielzeit: 
Release: 
Label:  
Style: 
Land: 
Neuerscheinung
Advance CDR
46:42 Minuten
2006
SPV
Death Metal
Schweden
Songs:
Blood of Lies ; This Is Our World ; We Must Join with Him ; Midvinterblot ; In Victory Or Defeat ; Triumph Or Genocide ; The Avenger ; Salvation Of Mankind ; Psycho Killer ; The Witch ; I Have Sworn Allegiance ; Age of the Warrior ; New Dawn Rising ; Loyalty And Pride ; Valhalla Awaits

Wow, ich brech zusammen, die neue UNLEASHED hat soeben meine Anlage erreicht und im Sturme genommen, natürlich noch gebrandschatzt und geplündert, wie für einen ordentlichen Wikinger so üblich. Mal ehrlich, was geht hier denn ab? Auch 15 Jahre nach dem gigantischen Debütalbum „Where no life dwells“ sind UNLEASHED noch genau sie selbst. Die etwas gemässigteren Scheiben der mittleren bis späten 90er, die ja trotzdem geil waren, sind vergessen, die Band hat soeben ihr bestes Album seit 14 Jahren veröffentlicht.
Man macht es genau richtig. Riffs, die zwischen schreddernden, speedig dahingedonnerten und schwer walzenden Variationen pendeln, infernalisch jaulende Leadgitarren bei den gar nicht so unmelodischen, aber verflucht intensiven Soli, ein wie besessen auf sein Kit eindreschender Drummer, der sich auch im Zeitalter digitaler Produktionen noch wie ein echter Schlagzeuger anhört, dazu Johnny Hedlund, der Meister selbst, am Mikro, der mit sehr rauher, aber verständlicher Stimme im Deathmetalstil singt (!!!) und nicht einfach nur grunzt. Ja, er singt. Und damit noch nicht alles.
Nein, es sind die Kompositionen, die hier alles rausholen. Natürlich ist das kein ultrabrutaler und höchst technischer Amideath, dafür bin ich UNLEASHED auch wirklich dankbar, denn die Songs sind allesamt nachvollziehbar, ja wirklich eingängig, ohne daß sie nach mehrmaligem Hören etwas von ihrer faszinierenden Ausstrahlung eingebüßt hätten. Es sind ganz klassische Deathmetalsongs, genau das, was UNLEASHED in den letzten 17 Jahren seit ihrer Gründung so getrieben haben. Die Stücke drücken und peitschen, als hätten wir nach wie vor 1992 und hiermit den eigentlichen Nachfolger zum Debüt vorliegen. Wer sich mit über 30 noch so jugendlich frisch präsentiert, hat mein Lob verdient.
Den Leadgitarristen hatte ich ja schon erwähnt, er ist ein Tier, ein absoluter Spitzenmann. Wo heuer vielen Bands die Soli einfach abgehen, grad bei den bescheuerten Metalcoretruppen, da jagt der Axtmann von UNLEASHED umso furiosere Läufe vom Halse seiner Sechssaitigen und injiziert noch mehr wahnsinnige Leidenschaft in die ohnehin emotionsüberladenen Kraftbolzen auf „Midvinterblot“.
Wer so schön die mittelschnellen Headbangermomente zelebriert und dann im nächsten Augenblick wie eine Walkürenstampede losbrettert, ohne daß der Song aus dem Fluß gerät, der macht doch etwas richtig. Einige Momente kommen einem vielleicht angenehm vertraut vor, aber wir haben nun einmal 2006 und nicht 1992, man hat sicher fast alles schon einmal gesagt, was man sagen kann, aber die Art wie man es sagt, die erfrischt das Genre immer wieder. Einen Speedfetzer wie „Psycho Killer“ wird man nur lieben können. Er prescht nach vorne wie eine tollwütige Wildsau, da sind diese durchdringend düsteren Gitarrenharmonien, welche den ursprünglichen Deathmetal erst zu sich selbst geführt haben, da sind wieder Soli, die in ihrer markerschütternden Art den Jerichotrompeten der deutschen Stukas gleichkommen und da ist diese packende, mitreißende Hymnenhaftigkeit, die Dir diesen Track auf Ewig in die Seele brennt. Und so ist die gesamte Scheibe, ein kommender Klassiker, zeitlos, ergreifend schön, trotz seiner fiesen Art.
Metal lebt! Deathmetal lebt! Für Liebhaber wildesten und doch echtesten Stahls ein absolutes MUSS!

Homepage: www.spv.de (Label)

96% by Sir Lord Doom (12.11.2006)

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