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¬ V/A "Ghouls Gone Wild"

Rubrik:
Format: 
Spielzeit: 
Release: 
Label:  
Style: 

Land: 
Neuerscheinung
CD
55:05 Minuten
2006
Poptown Records
Psychobilly/Horror Punk 'n' Rock

diverse
Songs:
Tear It Down (Electric Frankenstein) ; You Sley Me (The Voluptuous Horror Of Karen Black) ; Devil Woman From Outer Space (Rezurex) ; Redneck Zombies (Psycho Charger) ; Thunderbolt Theme (Thunderboss) ; Black Haired Girl (The Scared Stiffs) ; The Beast With Five Hands (The Groovie Ghoulies) ; Hyde Inside (The Other) ; Sandbox Jungle (Helios Creed) ; Luv The One Ya Whip (Krissteen) ; Desire (She Wolves) ; Phantasmagoria (Calabrese) ; Aileen (Thee Merry Widows) ; Pissed In Hell (The Mugshots) ; Zombie Car Chase (The Young Werewolves) ; City Of People (Frankenstein) ; Howling At The Moon (Bernie Torme)
"Ghouls Gone Wild", die neuste Gruselcompilation aus dem Hause Poptown Records hat es wirklich in sich!! Von Psychobilly über Horror Punk bis hin zum Schock Rock wird hier ein sehr guter Überblick über die vielen unterschiedlichen Facetten der schaurig-unheimlichen Hard Rock  Klänge geboten und obschon mir natürlich einige Songs besser gefallen als andere sucht man wirkliche Ausfälle vergebens unter den insgesamt 17 markerschütternden Tracks!! Den Anfang machen dabei die kultigen Amis Electric Frankenstein, die ihren Beitrag "Tear It Down" langsam, bedächtig und gleich dem Aufziehen bedrohlicher Nebelschwaden anklingen lassen, dann aber im Nu in rotzig-dreckigen Punk'n'Roll umkicken -- ein geiler Opener der den Spirit dieser undergroundig-trashigen Compilation in jeder Note verkörpert!! Die genial benannten The Voluptous Horror Of Karen Black sind als zweites an der Reihe und erinnern mit ihrem völlig abgedrehten, ordentlich 70er Duft versprühenden "You Sley Me" etwas an verrückte Truppen wie Arthur Brown, Screaming Lord Sutch und dergleichen... Rezurex packen im Anschluss daran die Psychobilly Keule aus und kredenzen uns einen mit dem klischeetriefend-kultig benannten "Devil Woman From Outer Space" einen enorm coolen Gute Laune Shocker, auf den sogleich Psycho Charger's dunkel-chaotisches " Redneck Zombies" folgt. Für die Metalfreaks unter euch wird der nun kommende Beitrag von Thunderboss mit Sicherheit von besonderem Interesse sein, verbirgt sich hinter diesem  Pseudonym doch niemand Geringeres als das musikalische Aufeinandertreffen des ehemaligen The Dictators Drummers Thunderbolt Patterson mit dem früheren Manowar-Klampfer Ross The Boss!! Ihre "Thunderbolt Theme" ist ein grandioses Instrumental, das sich mit seinem stetigen Wechsel aus bedrohlich-gruseligen und fetzig-rockenden Parts immer weiter nach oben stachelt!! Auch wenn ich als alter Manowar-Fan hier nicht voreingenommen wäre, ich würde diesen außergewöhnlichen Track nach wie vor als eines der Highlights des Samplers hervorheben!! Mit The Scared Stiffs und The Groovie Ghoulies melden sich dann zwei herrlich fesche Rock'n'Roll Geschwader aus den USA zu Wort, die mit fetzigen Tanzbeinschwingern wie "Black haired Girl" und "The Beast With Five Hands" den siedenden Stimmungspegel mit Leichtigkeit am Kochen halten können. Wenn ihr diese locker-schockigen Partykracher um Mitternacht auf einem Friedhof spielen würdet, ich bin mir Sicher die Skelette, Zombies und Knochenmänner würden sofort aus ihren Gräbern emporsteigen und mit euch um  die Wette feiern!! Das ich von The Other aus Köln (übrigens die einzige deutsche Band auf dieser Zusammenstellung) hellauf begeistert bin, das dürftet ihr ja vielleicht schon von meiner Rezi zu ihrem aktuellen  Album "We Are Who We Eat" her wissen, auf "Ghouls Gone Wild" rocken sie mit einem "Hyde Inside" betitelten Song von ihrem 2004er Debütalbum auf und was soll ich sagen, dieser schaurige Ohrwurm hat es wieder mal vollkommen in sich und zeigt The Other so wie wir sie alle lieben: rockig, fetzig, eingängig und herrlich gruselig!! Einer meiner ganz klaren Lieblingssongs  auf dieser ohnehin supercoolen Scheibe!! Nach dieser vergleichsweise leichten Kost ist dann erstmal sowas wie die bizarre Lady's Night angesagt, denn bei allen drei nun folgenden Truppen -- Helios Creed, Krissteen und She Wolves -- stehen wahrlich abgefahrene Mädels am Mikro... das soundtechnische Spektrum reicht dabei von spacig-diffusem Krautrock (Helios Creed) bis zu motördheadig-schwerem Rock'n'Roll (She Wolves)!! Verschnaufpause gibt's auch nach diesem knüppelharten Hard Rock Schlag keine, denn es stehen bereits Calabrese auf der Matte, die sich anschicken, mit der schockig-schönen Gruselpunk Nummer "Phantasmagoria" die Welt  in gerade mal 3:31 Minuten zu Schutt und Asche zu pulverisieren -- ein Unterfangen das ob der wahrlich explosiven Mucke kein allzu großes Problem darstellen dürfte!! Und ist die Welt erstmal zerstört, dann sind bestimmt  auch die All Girl Psychobilly Verrückten aus San Francisco, Thee Merry Widows, nicht weit, denn wie ließe sich schöner und stimmiger auf den Trümmern unserer einstigen Mutter Erde tanzen als zu den ultracoolen Klängen des ghoulig-genialen "Aileen"!? Richtig, gar nicht... doch wer glaubt, der Spaß wäre mit dem Untergang unseres  Planeten schon vorbei, der hat die Rechnung ohne Italien's Horror Punk Psychos The Mugshots gemacht, denn diese abgefahrenen Maniacs verlegen die Party mit "Pissed In Hell" einfach in die finstren Abgründe der Hölle, doch glaubt mir, mit solcherlei fetzig-packender Musikuntermalung ist das Feiern dort nicht minder cool wie bei uns auf der Erde!! Da die Nacht sich nun aber doch langsam ihrem Ende neigt und man als stilechter Untoter ja kaum im sonnigen Tageslicht sein unheilvolles Unwesen treibt, muss auch bei dieser kultigen Horror Party irgendwann mal Schluss sein, doch bevor dies wirklich soweit ist, nehmen uns die quirligen The Young Werewolves erst noch einmal  mit auf eine Tod und Verwüstung bringende "Zombie Car Chase", ehe wir dann Hand in Hand mit Frankenstein noch einmal durch die monstermäßig-modrige "City Of People" schlendern, begleitet von den packenden Abgesängen des ehemaligen Gillan- und Ozzy-Klampfers Bernie Torme, der hier ausnahmsweise mal nicht den Mond anbellt, sondern ihn lieber anheult. "Howling At The Moon" nennt sich der letzte Song dieses Samplers, der einen wunderbar atmosphärischen und ungemein fesselnden Schlussstrich unter gute 55 Minuten bestens abwechslungsreichen Horrorsounds setzt!!
Wer wie ich noch immer ein Frischling in der verrückten Welt des Horror Punk und Psychobilly ist, der hat hier die fantastische Möglichkeit, sich für wenig Geld einen guten Überblick über die Welt des schauderlichen Rock'n'Rolls zu verschaffen und einige der eigensinnigsten, abgefahrensten und coolsten Gruppen dieses Genres kennen zu lernen!! Und solltet ihr schon dabei sein und dieses wunderbar kitschig gestaltete Digipack von Poptown Records ordern, dann nehmt gleich den nicht minder stimmig rausgeputzten "The Morgue The Merrier" Sampler mit, denn da gibt's noch mal 15 weitere, unheimlich coole Schauermärchen und Gespenstergeschichten in Musikform obendrauf!!
Homepage: www.poptownrecords.com (Label)

90% by Tobi (15.11.2006)

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